Masterarbeit, 2015
59 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundlagen der Entscheidungstheorie
3 Aufbau und Funktion des Gehirns - ein Überblick
4 Theoretische Grundlagen und ausgewählte Ansätze der Emotionspsychologie
4.1 Grundbegriffe
4.2 Die JAMES/LANGE-Theorie
4.3 Die CANNON/BARD-Theorie
4.4 Die Zwei-Faktoren-Theorie nach SCHACHTER/SINGER
5 Die Theorie der somatischen Marker
5.1 Emotionen und Gefühle
5.2 Historische Fälle - Phineas Gage und Elliot
5.3 Somatische Marker und Entscheidungsfindung
5.4 Die Iowa-Gambling-Task
6 Kritische Würdigung
7 Rationalitätssicherung und somatische Marker
8 Fazit
Diese Masterarbeit zielt darauf ab, die "Theorie der somatischen Marker" von Antonio Damasio darzustellen, ihren Einfluss auf die Entscheidungsfindung kritisch zu beleuchten und eine Verbindung zur betriebswirtschaftlichen Controlling-Konzeption nach Weber/Schäffer herzustellen.
5.1 Emotionen und Gefühle
Wie zu Beginn dieser Arbeit beschrieben, unterscheidet DAMASIO zwischen Emotionen und Gefühlen. Da diese Unterscheidung für seine Theorie wesentlich ist, wird sie im Folgenden ausführlicher beschrieben. Emotionen sind vom Gehirn initiierte Veränderungen des Körperzustandes. Diejenigen Regionen im Gehirn, welche Emotionen hervorbringen, befinden sich in eng umgrenzten, subkortikalen Bereichen. Eine Emotion ist ein komplexer Ablauf chemischer und neuraler Reaktionen, die ein unverwechselbares Muster bilden und automatisch ablaufen.
Werden emotional besetzte Stimuli wahrgenommen, welche durch die Evolution bereits vorhanden sind, wird eine Emotion im Gehirn ausgelöst. Durch Lernen können neue Stimuli hinzukommen. Als unmittelbares Ergebnis dieser Reaktionen entsteht eine zeitweilige Veränderung des Körperzustands und des Zustands der Hirnstrukturen. Die Aufgabe von Emotionen ist es, dem Organismus beim Überleben zu helfen. Emotionen sind biologisch determinierte Prozesse, die von angeborenen Hirnstrukturen abhängen und ihre Existenz einer langen evolutionären Geschichte verdanken. Emotionen gehen den Gefühlen voraus und sind größtenteils für Andere durch Mimik oder Gestik sichtbar.
DAMASIO unterscheidet zwischen drei Emotionen: Hintergrundemotionen, primäre Emotionen und soziale Emotionen. Hintergrundemotionen können als das Ergebnis von vielen gleichzeitig ablaufenden Regulationsprozessen des Körpers verstanden werden. Sie werden in der Regel intern ausgelöst und machen sich im allgemeinen Ausdruck, wie z.B. Unbehagen, bemerkbar. Hintergrundemotionen bleiben auch dann erhalten, wenn Schädigungen am ventromedialen präfrontalen Kortex (im Folgenden abgekürzt: VMPFC) oder der Amygdala vorhanden sind. Zu den primären Emotionen zählen Freude, Trauer, Angst, Wut, Überraschung und Ekel. Sie werden unbewusst durch Reize (Primary Inducer) im limbischen System, vor allem in der Amygdala, erzeugt. Diese auslösenden Reize weisen bestimmte Merkmale auf und können z.B. Größe, extreme Spannweite, die Bewegungsart, Geräusche oder spezifische Körperzustände sein.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit und Überblick über den methodischen Aufbau sowie die zentralen Forschungsfragen.
2 Grundlagen der Entscheidungstheorie: Definition des Begriffs Entscheidung und Erläuterung der normativen und deskriptiven Entscheidungstheorie sowie des Konzepts der Rationalität.
3 Aufbau und Funktion des Gehirns - ein Überblick: Vermittlung notwendiger neuroanatomischer Grundkenntnisse, insbesondere hinsichtlich der Funktionen von Hirnstamm, Amygdala und präfrontalem Kortex.
4 Theoretische Grundlagen und ausgewählte Ansätze der Emotionspsychologie: Darstellung und Vergleich einflussreicher Emotionstheorien als theoretisches Fundament für die somatische Markertheorie.
5 Die Theorie der somatischen Marker: Detaillierte Erläuterung der Theorie von Damasio, ihrer Entstehung durch die Analyse von Patienten mit Hirnschädigungen und der Validierung mittels der Iowa-Gambling-Task.
6 Kritische Würdigung: Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der somatischen Marker, der Aussagekraft der Iowa-Gambling-Task und der Reproduzierbarkeit neurowissenschaftlicher Ergebnisse.
7 Rationalitätssicherung und somatische Marker: Verknüpfung der theoretischen Erkenntnisse mit dem Controlling-Konzept nach Weber/Schäffer zur Bewältigung strategischer Entscheidungsunsicherheiten.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe an der Schnittstelle von Neurowissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.
Somatische Marker, Entscheidungsfindung, Emotionstheorien, Neuroökonomie, Rationalität, VMPFC, Amygdala, Iowa-Gambling-Task, Controlling, Rationalitätssicherung, Intuition, Kognition, Feedback, Verhalten, Gehirn
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Emotionen und Gefühlen auf menschliche Entscheidungsentscheidungsprozesse, basierend auf Antonio Damasios Theorie der somatischen Marker.
Die Schwerpunkte liegen in der Verknüpfung von Emotionspsychologie, Neurowissenschaften und betriebswirtschaftlicher Entscheidungslehre bzw. Controlling.
Das Ziel ist es, die Funktionsweise der Theorie der somatischen Marker kritisch zu hinterfragen und deren Relevanz für betriebswirtschaftliche Entscheidungssituationen aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und neuropsychologischer Modelle basiert.
Der Hauptteil umfasst Grundlagen der Entscheidungstheorie, eine Übersicht neuroanatomischer Strukturen, eine Analyse klassischer Emotionstheorien sowie eine detaillierte Erläuterung und kritische Prüfung der somatischen Markertheorie.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie somatische Marker, Neuroökonomie, Entscheidungsfindung, Rationalitätssicherung und Controlling charakterisiert.
Emotionen sind für ihn automatisch ablaufende, körperliche Veränderungen, die durch das Gehirn initiiert werden, während Gefühle die bewusste Wahrnehmung dieser Zustandsveränderungen darstellen.
Die Arbeit schlägt eine Brücke, indem sie aufzeigt, dass intuitive Entscheidungen (basierend auf somatischen Markern) im strategischen Controlling durch Konzepte der Rationalitätssicherung flankiert werden müssen.
Die Iowa-Gambling-Task dient als zentrales empirisches Instrument, um zu verdeutlichen, wie sich Schädigungen im ventromedialen präfrontalen Kortex auf die Fähigkeit auswirken, vorteilhafte Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.
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