Bachelorarbeit, 2017
92 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Grundlagen des Asset-Liability Managements in Lebensversicherungsunternehmen
2.1 Asset-Liability Management
2.2 Das Geschäftsmodell der Lebensversicherung
2.3 Die Versicherungsaufsicht unter Solvency II
2.3.1 Grundlagen von Solvency II
2.3.2 Die Kapitalanforderung für das Marktrisiko
2.4 Die Kapitalanlagepolitik unter Solvency II
2.4.1 Portfolio-Selection-Modell
2.4.2 Capital-Asset-Pricing-Modell
2.4.3 Asset Management von Lebensversicherungsunternehmen
2.4.4 Spannungsfelder zwischen dem Niedrigzinsniveau und Solvency II
3 Auswirkungen des Zinsrisikos auf Lebensversicherungsunternehmen
3.1 Duration und Konvexität
3.2 Bilanzielle Auswirkung einer Zinsänderung
3.3 Kalkulation des Markt SCR
4 Zielgerichtete Ansätze der Portfoliooptimierung
4.1 Steigerung der Duration der Kapitalanlagen
4.1.1 Bilanzielle Veränderungen nach der ersten Simulation
4.1.2 Veränderung des Markt SCR nach der ersten Simulation
4.1.3 Bilanzielle Veränderungen nach der zweiten Simulation
4.1.4 Veränderung des Markt SCR nach der zweiten Simulation
4.1.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Weitere Ansätze der Portfoliooptimierung
4.2.1 Return on Solvency Capital
4.2.2 Portfoliooptimierung der Verpflichtungen
5 Kritische Würdigung & Ergebnisse der Arbeit
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für Lebensversicherungsunternehmen im Kontext der anhaltenden Niedrigzinsphase und der regulatorischen Anforderungen von Solvency II. Das primäre Ziel besteht darin, durch gezielte Ansätze der Portfoliooptimierung eine Reduzierung der Durationslücke zu erreichen, um die Eigenkapitalvolatilität zu stabilisieren und die Solvenz langfristig zu sichern.
2.1 Asset-Liability Management
Asset-Liability Management (ALM) ist ein Begriff, dessen Ursprung der Bankbetriebslehre zugeordnet wird. Die Vorarbeiten hierzu reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Eingliederung des Begriffes in der Versicherungswirtschaft ist auf den britischen Aktuar Frank M. Redington aus dem Jahr 1952 zurückzuführen. Redington machte erstmalig den Vorschlag, die Durationen der Kapitalanlagen (Assets) und der Verpflichtungen (Liabilities) im Versicherungsgeschäft aufeinander abzustimmen, um den Bestand gegen Zinsänderungen zu immunisieren. Praktisch anwendbare quantitative Verfahren im ALM wurden anfänglich durch Peter Gessner in seinen Arbeiten in den Jahren 1979, 1986 und 1987 diskutiert. Diese beruhten auf Planungsrechnungen für die Passivseite, da für die Aktiva eine konstante Verzinsung in Höhe von 7% unterstellt worden ist. Nach einer Stagnation folgten im Zusammenhang mit der Absenkung des Zinsniveaus und dem Anstieg der Aktienmärkte in den neunziger Jahren weitere Modelle, welche fortan auch die Aktiv Seite in die Betrachtung integrierten.
Innerhalb der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen zu dem Begriff des ALM. Ebenso vielfältig sind die Interpretationen der jeweiligen Autoren. Im Folgenden werden verschiedene Definitionen aus der Literatur miteinander verglichen. Auf dieser Basis versucht der Verfasser unter Berücksichtigung des Themas eine präzise Definition zu formulieren.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen für Lebensversicherer durch die Niedrigzinsphase und Solvency II und definiert das Ziel, die Durationslücke mittels Portfoliooptimierung zu verringern.
2 Grundlagen des Asset-Liability Managements in Lebensversicherungsunternehmen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des ALM, das Geschäftsmodell der Lebensversicherung sowie die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen von Solvency II.
3 Auswirkungen des Zinsrisikos auf Lebensversicherungsunternehmen: Hier wird der Zusammenhang zwischen Zinsänderungen, Duration und Konvexität analysiert und die bilanziellen Auswirkungen auf ein fiktives Versicherungsunternehmen simuliert.
4 Zielgerichtete Ansätze der Portfoliooptimierung: Das Kapitel präsentiert quantitative Simulationen, um die Durationslücke durch aktive Portfoliomanagementansätze zu schließen und die Auswirkungen auf das ökonomische Eigenkapital und das Marktrisiko zu untersuchen.
5 Kritische Würdigung & Ergebnisse der Arbeit: Der Autor reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, kritisiert die vereinfachten Annahmen der Simulationen und bewertet die Erreichung der gesetzten Ziele.
Asset-Liability Management, Solvency II, Lebensversicherung, Duration, Konvexität, Zinsrisiko, Portfoliooptimierung, Marktrisiko, Eigenkapital, Niedrigzinsphase, Kapitalanlagepolitik, Risikomanagement, Versicherungsaufsicht, Best Estimate, Durationslücke
Die Arbeit untersucht, wie Lebensversicherungsunternehmen unter den regulatorischen Auflagen von Solvency II und der Niedrigzinsphase ihre Kapitalanlagen optimieren können, um Durationslücken zwischen Aktiva und Passiva zu schließen.
Die zentralen Themen sind das Asset-Liability Management, die Auswirkungen von Zinsänderungsrisiken, die Bilanzstruktur von Versicherern und die mathematische Portfoliooptimierung.
Die Arbeit zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie Lebensversicherungsunternehmen durch gezielte Portfoliogestaltung ihre Durationslücke minimieren können, um die Stabilität des Eigenkapitals zu wahren.
Es wird eine deduktive Vorgehensweise gewählt, die durch eine Marktanalyse, ein Experteninterview und eine quantitative Unternehmenssimulation (ökonomische Bilanzierung) gestützt wird.
Der Hauptteil widmet sich der Bilanzierung unter Solvency II, der theoretischen Herleitung von Duration und Konvexität sowie der praktischen Simulation verschiedener Zinsszenarien auf die Bilanzstruktur.
Wesentliche Begriffe sind Solvency II, Asset-Liability Management, Duration, Eigenkapitalvolatilität und die Kapitalanforderung für das Marktrisiko.
Das Zinssenkungsszenario führt zu einem stärkeren Anstieg der diskontierten Verbindlichkeiten, was in der Simulation zu einem signifikanten, teilweise negativen Eigenkapitalverzehr führt.
Der konvexe Verlauf bewirkt, dass bei Zinssenkungen die Werte von Anleihen und Verbindlichkeiten überproportional steigen; da die Verbindlichkeiten eine höhere Konvexität aufweisen als das Anleiheportfolio, verschlechtert sich die Eigenkapitalposition schneller.
Der Autor empfiehlt, bei der Produktentwicklung auf Optionen zu verzichten, die das LVU einseitig belasten, und verstärkt auf fondsgebundene Produkte oder solche mit Fokus auf biometrische Risiken zu setzen.
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