Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Was Freiheit bedeutet
1.1 Willensfreiheit und Handlungsfreiheit – eine Unterscheidung
1.2 Der Determinismus, eine Bedrohung für die Freiheit?
1.3 Das libertarische Freiheitsverständnis
1.4 Zusammenfassung - die Freiheit und ihre Implikationen
2. Neurowissenschaftliche Experimente zur Willensfreiheit
2.1 Das Libet-Experiment
2.2 Das Folge-Experiment von Haggard und Eimer
2.3 Zusammenfassung der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse
3. Eine kritische Prüfung der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse
3.1 Die inhaltliche Kritik am Libet-Experiment
3.2 Gefährdet eine kausale Verursachung unsere Willensfreiheit?
3.3 Die Freiheit, über die wir verfügen – ein Ausblick
4. Schluss
Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung, ob die Ergebnisse des Libet-Experiments und dessen Erweiterungen tatsächlich die menschliche Willensfreiheit widerlegen. Dabei wird analysiert, ob eine libertarische Freiheitskonzeption trotz neurowissenschaftlicher Erkenntnisse über neuronale Voraktivitäten aufrechterhalten werden kann.
3.1 Die inhaltliche Kritik am Libet-Experiment
Beginnen wir also mit der inhaltlichen Kritik. Betrachten wir hierfür zunächst einmal die Versuchsdurchführung. Bereits hier lassen sich einige Ungereimtheiten auffinden. Sehen wir uns diese Unstimmigkeiten im Folgenden etwas genauer an. Schon im vorangegangenen Kapitel verwies ich darauf, dass Libet an der Frage interessiert war, wann genau der bewusste Wille im Entscheidungsprozess auftritt. Zur Feststellung des bewussten Willens lauteten seine Anweisungen an die Versuchspersonen, dass sie zu einem selbstbestimmt gewählten Zeitpunkt eine Handbewegung ausführen sollten. Die Probanden sollten die Handlung dabei nicht im Vorfeld planen. Stattdessen sollten die Probanden den Finger krümmen "at any time the desire, urge, dicision or will should arise in them" (s. Libet 1985, S. 530). Genau aufgrund dieser Handlungsanweisung kann man eine Kritik an Libets Vorgehen formulieren. Verdeutlichen wir uns diese Aussage und rufen wir uns hierzu in Erinnerung, dass es Libets Anliegen war, die menschliche Willensfreiheit zu untersuchen. Nun werden wir gewahr, dass die Probanden ihre Handbewegung auch dann ausüben sollten, wenn sie einen Drang oder ein Bedürfnis hierzu verspürten. Es drängt sich unweigerlich die Frage auf, was Libet hier eigentlich messen möchte (vgl. Keil 2007, S. 197). Kann man einen Willen wirklich mit einem Drang gleichsetzen? Ich denke, dass dem nicht so ist. Ein Wille ist etwas anderes als ein Drang beziehungsweise ein Bedürfnis. Im Folgenden möchte ich zeigen, worin der Unterschied besteht.
1. Was Freiheit bedeutet: Dieses Kapitel differenziert zwischen Handlungs- und Willensfreiheit und beleuchtet die Herausforderungen des Determinismus sowie das Modell der libertarischen Freiheit.
2. Neurowissenschaftliche Experimente zur Willensfreiheit: Hier werden das Libet-Experiment und das Folge-Experiment von Haggard und Eimer beschrieben, um die neurowissenschaftliche Infragestellung des freien Willens darzustellen.
3. Eine kritische Prüfung der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse: Das Kapitel bietet eine tiefgehende philosophische Kritik an den Versuchen und argumentiert gegen die Notwendigkeit einer deterministischen Deutung durch Einbezug von Kausalität und Quantenphysik.
4. Schluss: Das Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Libet-Experiment die menschliche Willensfreiheit nicht widerlegt.
Willensfreiheit, Handlungsfreiheit, Libet-Experiment, Determinismus, Libertarismus, Neurowissenschaft, Kausalprinzip, Bereitschaftspotenzial, Quantenmechanik, Bewusstsein, Urheberschaft, Handlungsdrang, Philosophie des Geistes, Inkompatibilismus, Indeterminismus.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der philosophischen Debatte auseinander, ob neurowissenschaftliche Experimente, insbesondere das Libet-Experiment, die menschliche Willensfreiheit widerlegen.
Zentrale Themen sind die Definition von Willens- und Handlungsfreiheit, der physikalische Determinismus, das libertarische Freiheitsmodell sowie die kritische Reflexion experimenteller Versuchsaufbauten.
Die zentrale Frage lautet: Spricht das Libet-Experiment gegen die Existenz der menschlichen Willensfreiheit?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse, wobei Begriffe definiert, Argumentationslinien (wie das Konsequenzargument) geprüft und neurowissenschaftliche Befunde philosophisch kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsanalyse, die Darstellung neurowissenschaftlicher Studien und deren anschließende kritische Prüfung unter Einbeziehung von Kausalität und quantenphysikalischen Überlegungen.
Willensfreiheit, Determinismus, Libet-Experiment, Libertarismus, Kausalität und Bewusstsein sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.
Der Autor argumentiert, dass ein Wille auf rationalen Gründen basiert, während ein Drang ein passives, impulsives Ereignis darstellt, womit die Versuchsanordnung von Libet in Frage gestellt wird.
Die Quantenmechanik dient dazu, die Existenz indeterministischer Prozesse in der Natur aufzuzeigen, was eine rein deterministische Interpretation der Welt durch Neurowissenschaftler in Frage stellt und Raum für Freiheit lässt.
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