Bachelorarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Herleitung
1.2. Fragestellung und Aufbau der Arbeit
1.3. Anmerkungen zum aktuellen Forschungsstand
2. Johannes Heinrich Zedler und das ‚Grosse vollständige Universallexicon aller Wissenschafften und Künste’
3. Der ‚Zedler’ und seine Artikel als Quelle
3.1. Sprachliche und thematische Strukturen in den Artikeln
3.2. Quellenbezüge – Wissenstraditionen
4. Schwangerschaftsverhütung: „Von denen Dingen, welche die Schwangerschafft verhindern sollen [...].“ – Ein mutiger Schritt in Richtung ‚Aufklärung’
5. Schwangerschaftsdiagnostik: „Die meisten Zufälle und Zeichen der Schwangerschafft sind sehr mißlich und betrüglich“
5.1. Dauer der Schwangerschaft
5.2. Schwangerschaft erkennen
5.2.1. Die Schwangerschaft am Urin erkennen
5.2.2. Ausbleiben der Menstruation als Anzeichen einer Schwangerschaft
5.2.3. Andere Schwangerschaftsanzeichen
6. Schwangerschaftserhaltung: Das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Schwangeren
6.1. Die Behandlung von typischen „Schwangerschaffts-Zufällen“
6.2. Die Behandlung und Prävention von schwerwiegenden, die Schwangerschaft gefährdenden Krankheiten
6.3. Präventive und stärkende Maßnahmen in der Schwangerschaft
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das im „Grossen vollständigen Universallexicon aller Wissenschafften und Künste“ von Johannes Heinrich Zedler überlieferte Wissen über den Schwangerschaftszustand im 18. Jahrhundert. Ziel ist es, das medizinische und gesellschaftliche Verständnis von Schwangerschaft in dieser Übergangsphase zwischen barocker Tradition und Aufklärung diskursanalytisch zu erschließen und zu zeigen, wie sich das Wissen um den weiblichen Körper durch medizinische Systematisierung wandelte.
3.1. Sprachliche und thematische Strukturen in den Artikeln
Der Vergleich der einzelnen Artikel zeigt deutliche strukturelle Unterschiede in Aufbau und Intention. Die Inhalte sind entweder von einer erläuternden Struktur, Handlungsanweisung gebend oder reinen Rezepturformel bzw. von Mischformen geprägt. Eine Klassifizierung nach den drei Orientierungspolen ‚Darlegung’, ‚Handlungsanweisung’ und ‚Rezept’ bot sich daher für die Erfassung der thematischen Strukturen an. Diese dienen dazu, als idealtypische Kategorien den Vergleich zu erleichtern und die Quellen in Beziehung zueinander setzen zu können, ohne ihre strukturellen Eigenheiten zu vernachlässigen.
Aber nicht nur thematische Strukturen, auch sprachliche Strukturdifferenzen lassen sich ausfindig machen. Ohne auf die einzelnen lexikalischen, grammatischen oder orthographischen Eigenheiten jedes Artikels eingehen zu können, möchte ich am Beispiel einiger Wortvarianzen diese Differenzen verdeutlichen, wobei bei einmaligem Auftreten einer Varianz immer die Möglichkeit eines Orthographie- oder Druckfehlers berücksichtigt werden muss.
Rein orthographische Unterschiede liegen beispielsweise bei „Geburt“ und „Geburth“, „Gebärmutter“ und „Gebährmutter“ sowie „offtmahls“ und „offtmals“ vor.
Der Grund für diese sprachlichen Varianzen liegt in dem breiten Autorenstab des ‚Zedlers’, über den im Gegensatz zu den drei Hauptredakteuren nur sehr wenig bekannt ist.
1. Einleitung: Herleitung des Themas vor dem Hintergrund moderner Schwangerschaftswahrnehmung und Darstellung der Forschungsfragen.
2. Johannes Heinrich Zedler und das ‚Grosse vollständige Universallexicon aller Wissenschafften und Künste’: Historischer Abriss zur Entstehung des Lexikons und der Rolle von Johannes Heinrich Zedler.
3. Der ‚Zedler’ und seine Artikel als Quelle: Methodenreflexion zur quellenkritischen Analyse der enzyklopädischen Texte.
4. Schwangerschaftsverhütung: „Von denen Dingen, welche die Schwangerschafft verhindern sollen [...].“ – Ein mutiger Schritt in Richtung ‚Aufklärung’: Analyse der frühneuzeitlichen Verhütungspraktiken und deren moralische Bewertung.
5. Schwangerschaftsdiagnostik: „Die meisten Zufälle und Zeichen der Schwangerschafft sind sehr mißlich und betrüglich“: Darstellung der diagnostischen Unsicherheiten und des Wissens über Anzeichen einer Schwangerschaft.
6. Schwangerschaftserhaltung: Das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Schwangeren: Untersuchung von medizinischen Ratschlägen zur Gesundheit der Mutter und zur Stärkung des Kindes.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung des Wandels des Schwangerschaftskonzeptes im 18. Jahrhundert.
Schwangerschaft, Zedler-Lexikon, Frühe Neuzeit, Schwangerschaftsdiagnostik, Empfängnisverhütung, Körpergeschichte, Humoralpathologie, Gebärmutter, Medizingeschichte, Aufklärung, Frauengeschichte, Leiblichkeit, Medizinische Wissensgeschichte, Reproduktion.
Die Arbeit untersucht das Verständnis des Schwangerschaftszustandes, wie es sich in den Artikeln des „Grossen vollständigen Universallexicons“ von Johannes Heinrich Zedler in der Mitte des 18. Jahrhunderts widerspiegelt.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Schwangerschaftsverhütung, den Methoden der Schwangerschaftsdiagnostik sowie den Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit von Mutter und Kind.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wissen über Schwangerschaft in dieser Übergangszeit zwischen traditioneller Humoralpathologie und aufklärerischen Tendenzen strukturiert und tradiert wurde.
Es wird eine diskursanalytische Herangehensweise gewählt, um die Texte als Überrest einer spezifischen Wissensordnung und als Instrument zur Konstruktion des weiblichen Körpers zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine quellenkritische Analyse der Lexikon-Artikel und eine anschließende detaillierte Kategorisierung nach Verhütung, Diagnose und Erhaltung, basierend auf historischen Quellen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die „Schwangerschafts-Zufälle“, die Unterscheidung zwischen Leib und Körper sowie die Rolle von Medizinern und Apothekern in der Frühen Neuzeit.
Während heute chemische oder technische Fakten wie der HCG-Wert eine Schwangerschaft belegen, war die Diagnose im 18. Jahrhundert ein „Puzzle“ aus unsicheren Anzeichen, die eher als Ahnung denn als Fakt galten.
Die Vier-Säfte-Lehre bildete die theoretische Basis für Erklärungsmodelle bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Erbrechen oder Gelbsucht, wurde aber zunehmend mit neuen physiologischen Beobachtungen vermischt.
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