Bachelorarbeit, 2017
89 Seiten, Note: 1,0
Einleitung und Aufbau der Arbeit
1. Theoretische Grundlagen
1.1. Emotionen
1.1.1 Annäherung an eine Definition
1.1.2 Emotionsmessung
1.1.3 Emotionen im Entscheidungsprozess
1.2. Kaufentscheidungen
1.2.1 Allgemeines
1.2.2 Typologien
1.2.3 Kaufmotive (im Textileinzelhandel)
1.3 Emotionen im Kaufentscheidungsprozess
2. Fragestellung und Hypothese
3. Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Material und Ablauf
3.3 Ergebnisse
4. Diskussion
4.1 Fazit
4.2 Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht empirisch den Einfluss von Emotionen auf das Kaufverhalten von Kunden im Textileinzelhandel. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, ob und wie verschiedene emotionale Zustände – differenziert nach Valenz und kognitiven Appraisal-Dimensionen wie Sicherheit – Kaufentscheidungen und Impulskäufe steuern.
1.1.1 Annäherung an eine Definition
„Everyone knows what an emotion is until asked to give a definition. Then it seems that no one knows“ [Fehr, Russel, 1984, S. 464]
Das Wort Emotion stammt von dem lateinischen Wort emovere ab, das herausbewegen, emporwühlen oder sich bewegen bedeutet [vgl. Duden, 2014, S. 512]. Der Begriff wurde ursprünglich für das Umziehen von einem Ort zu einem anderen im Sinne der Völkerwanderung bezeichnet. Anschließend erhielt er die eher physikalische Bedeutung von Bewegung, Aufruhr oder Unruhe, zum Beispiel „der Donner der eine Emotion verursacht“ [Matuschke, 2011, S. 8], bevor er sich auf den sozialen und politischen Bereich ausdehnte. Im heutigen Sprachgebrauch werden emotionale Phänomene mit unterschiedlichen Begriffen wie zum Beispiel Emotion, Gefühl, Affekt oder Stimmung bezeichnet, die allerdings differenziert betrachtet werden müssen. Der Begriff Affekt wird als kurzfristige emotionale Reaktion, die mit einem Verlust der Handlungskontrolle einhergeht, verstanden. Im Gegensatz zu Stimmungen und Gefühlen sind Emotionen meistens eine direkte Reaktion auf eine bestimmte Situation oder einen Reiz, welcher bewertet wird. Bestandteile der Emotion sind dabei das Gefühl, eine physiologische Reaktion und ein spezifischer Ausdruck [vgl. Schmidt-Atzert, 1996]. Obwohl Emotionen Gefühle beinhalten, muss ein Gefühl nicht zwangsläufig eine Emotion sein. Stimmungen bezeichnen meist ein länger andauerndes Gefühlserleben. Stimmungen und Gefühlen ist gemein, dass beide auch abgekoppelt von direkten äußeren Einflüssen auftreten können und nicht unmittelbar als Ausdruck an die Umwelt weitergegeben werden, wie es bei Affekten der Fall ist. Da aber auch Emotionen nicht immer eine Reaktion auf die Umwelt sind, ist hier keine klare Grenze möglich. Emotionen sind im Gegensatz zu Stimmungen und Gefühlen jedoch als Zustände zu verstehen und damit zeitlich begrenzt [vgl. ebenda]. Nicht nur zwischen Emotionen und beispielsweise Affekten gibt es Überschneidungen.
Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Relevanz von Emotionen für rationale Entscheidungsmodelle sowie Überblick über den Aufbau der Arbeit.
1. Theoretische Grundlagen: Detaillierte Auseinandersetzung mit Emotionsmodellen, Kaufentscheidungstheorien und der Verzahnung beider Bereiche.
2. Fragestellung und Hypothese: Herleitung der Forschungsfragen und Formulierung der empirisch zu prüfenden Hypothesen zum emotionalen Einfluss.
3. Methode: Darstellung des methodischen Vorgehens, der Stichprobenbeschreibung und des Ablauf-Designs der Feldstudie.
4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Theorie und kritische Reflexion des Forschungsdesigns.
Emotion, Kaufverhalten, Textileinzelhandel, Kaufentscheidung, Appraisals, Valenz, Impulskauf, Stimmung, Kaufmotive, Entscheidungstheorie, Konsumentenpsychologie, Feldstudie, PANAS, Kundenzufriedenheit.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Emotionen auf das Kaufverhalten von Kunden im Textileinzelhandel und hinterfragt, ob das Modell des rationalen Entscheidungsträgers (Homo oeconomicus) in realen Verkaufssituationen Bestand hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Emotionspsychologie, modernen Entscheidungstheorien (Appraisal-Tendency Framework), Kaufentscheidungstypen sowie der Rolle von Motiven und situativen Faktoren wie Begleitung beim Einkauf.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und in welcher Weise emotionale Zustände der Kunden das tatsächliche Kaufverhalten (z. B. Impulskäufe, Kaufmenge) im Textileinzelhandel beeinflussen.
Es wurde eine empirische Feldstudie (Quasi-Experiment) mit 178 Probanden durchgeführt, bei der das emotionale Befinden mittels Fragebögen (modifizierter PANAS) zu zwei Messzeitpunkten erfasst und mit dem realen Kaufverhalten verglichen wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Darstellung der Studie, eine umfassende statistische Ergebnisprüfung (SPSS) und eine kritische Diskussion der erhobenen Daten.
Emotion, Kaufverhalten, Kaufentscheidung, Appraisal-Tendency Framework, Impulskauf, Kundenzufriedenheit und Konsumentenpsychologie.
Die Haupthypothese, dass Emotionen das Kaufverhalten beeinflussen, wurde nicht signifikant bestätigt. Dies wird auf die Messweise (Abfrage vorhandener Emotionen statt Induktion), den Zeitdruck der Teilnehmer und den spezifischen Untersuchungszeitraum (Vorweihnachtszeit) zurückgeführt.
Die Studie zeigt, dass Personen ohne Begleitung deutlich länger im Geschäft bleiben als Personen mit Begleitung, und dass Begleitung in Form von (quengelnden) Kindern eher dazu führen kann, dass das Geschäft schnellstmöglich wieder verlassen wird.
Ja, die Ergebnisse zeigen, dass Emotionen die Zufriedenheit mit dem Geschäft beeinflussen: Positive Emotionen führen zu einer besseren Bewertung des Geschäfts, negative Emotionen zu einer schlechteren.
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