Bachelorarbeit, 2016
64 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Eine Definition des Begriffes „fremd“
2 Das Fremde als Thema in der Kinderliteratur
2.1 Fremdheit im literaturgeschichtlichen Kontext
2.2 Multikulturalität in der Kinderliteratur
2.2.1 Multikulturalität in Form der Gastarbeiterkinder
2.2.2 Multikulturalität in Form der „Kopftuchmädchen“
2.2.3 Multikulturalität in Form der Migrantenliteratur
3 Kinderliteratur für den interkulturellen Austausch
4 Figurentypen des Fremden
4.1 Der Fremde als Gast
4.2 Der kulturell Fremde
5 Ausländische Figuren in heuristischen Beispielen
5.1 Ben liebt Anna
5.2 Im Land der Schokolade und Bananen
5.3 Milchkaffee und Streuselkuchen
5.4 Der Junge, der Gedanken lesen konnte
5.5 Mein Freund Salim
6 Fazit
Bibliographie
Die Arbeit untersucht die Darstellung ausländischer Figuren in der Kinderliteratur zwischen 1979 und 2015, um aufzuzeigen, wie interkulturelle Begegnungen und Fremdheitserfahrungen literarisch verarbeitet werden und welchen Beitrag diese Literatur zur Entwicklung interkultureller Kompetenz bei Kindern leisten kann.
5.1 Ben liebt Anna
Das Buch mit dem Titel „Ben liebt Anna“ des Autoren Peter Härtling wurde im Jahre 1979 erstmalig veröffentlicht. Bereits der Klappentext gibt Preis, durch welche Figur dieses Werkes das Fremde vermittelt werden soll: „So geht es Ben mit Anna, dem Aussiedlermädchen, das neu in die Klasse kommt“. Sowohl der vollständige Name der Figur, welcher Anna Mitschek lautet, sowie ihr Status der Aussiedlerin, lassen die Leserschaft bereits zu Beginn dieser Lektüre darauf schließen, dass sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit aus einem der osteuropäischen Staaten nach Deutschland übergesiedelt ist. Ihren Status als Fremde bekommt sie innerhalb des Werkes durch ihre Neuankunft zugeschrieben, da sie „zu Beginn des vierten Schuljahres neu in die Klasse gekommen“ ist, in der auch Ben, der Protagonist der Geschichte, unterrichtet wird und welche ihrem Alter entspricht, da sie als eine Zehnjährige beschrieben wird. Wie man als Rezipient aufgrund des Klappentextes bereits vermuten konnte, bestätigt sich der Osten Europas als die Herkunft der Figur, da sie vor der Auswanderung nach Deutschland gemeinsam mit ihren Eltern in Polen lebte.
Zuvor verbrachte Anna ihre Kindheit in einer Stadt namens Katowice, welche Ben zunächst unbekannt war und für ihn aus diesem Grund phonetische Probleme verursachte: „[...] die Anna ist aus einer Stadt, die heißt Katzenwitz“. Seiner Mutter jedoch ist der Name geläufig, weshalb sie ihren Sohn berichtigt, indem sie ihn darauf hinweist, dass er „Kattowitz“ meint, was dem deutschen Namen der Stadt entspricht. Dadurch, dass sie nicht die polnische Bezeichnung verwendet, definiert sie damit einhergehend eine Separation, welche nach meinem persönlichen Empfinden den Unterschied beider Länder bewusst werden lässt, wodurch Annas Heimat für die Leserinnen und Leser wiederum befremdlich wirkt. Das Mädchen hingegen war mit der dortigen Umgebung vertraut sowie zufrieden gewesen, was sie eindeutig zum Ausdruck bringt: „In Katowice war es schön“.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas „Fremdheit“ im Kontext der modernen, globalisierten Gesellschaft und begründet die Notwendigkeit, interkulturelle Kompetenz bereits bei Kindern durch Literatur zu fördern.
1 Eine Definition des Begriffes „fremd“: Dieses Kapitel erörtert die Komplexität und die subjektive Konnotierung des Begriffs „fremd“ und stellt fest, dass eine allgemeine wissenschaftliche Definition zugunsten einer kontextabhängigen Betrachtung schwierig bleibt.
2 Das Fremde als Thema in der Kinderliteratur: Hier wird die historische Entwicklung der Darstellung des Fremden in der Literatur sowie die spezifische Bedeutung von Multikulturalität in Kinder- und Jugendbüchern aufgezeigt.
3 Kinderliteratur für den interkulturellen Austausch: Dieses Kapitel erläutert, warum Kinderliteratur ein ideales Medium ist, um Kindern das Fremde nahezubringen und einen interkulturellen Austausch zu initiieren.
4 Figurentypen des Fremden: Es werden verschiedene Kategorien von Figurentypen des Fremden vorgestellt, wobei der Fokus auf den für die Arbeit relevanten Typen wie dem „Fremden als Gast“ und dem „kulturell Fremden“ liegt.
5 Ausländische Figuren in heuristischen Beispielen: In diesem Hauptteil werden anhand von fünf ausgewählten Kinderbüchern die Darstellung und die Charakterisierung ausländischer Figuren detailliert analysiert.
6 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse der Analysen zusammen und bestätigt die Bedeutung der Kinderliteratur als Identifikationsangebot zur Förderung von Akzeptanz und Toleranz in einer multikulturellen Gesellschaft.
Kinderliteratur, Fremdheit, Interkulturalität, Multikulturalität, Migration, Identitätsfindung, Stereotypisierung, Aussiedler, Integration, Literaturanalyse, interkulturelle Kompetenz, Gastarbeiterkinder, Migrantenliteratur, Vorurteile, Empathie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung ausländischer Figuren in ausgewählten Kinderbüchern und untersucht, wie diese Werke das Thema des „Fremden“ und der interkulturellen Begegnung aufgreifen.
Die zentralen Themen sind Migration, kulturelle Identitätsbildung, die soziale Integration von Einwanderern sowie der Wandel der Wahrnehmung des Fremden in der deutschsprachigen Kinderliteratur.
Das primäre Ziel ist es, aufzuarbeiten, wie die Kinderliteratur zur Entwicklung interkultureller Kompetenz beitragen kann und welche Rolle stereotype Darstellungen bei der Konstruktion des „Fremden“ spielen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung von fiktionalen Texten und der Verknüpfung mit theoretischen Definitionen zum Begriff „fremd“ sowie interkulturellen Bildungsansätzen basiert.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse von fünf Kinderbüchern, wobei insbesondere auf Charaktermerkmale, Lebensbedingungen, Sprachbarrieren und Integrationserfahrungen der ausländischen Hauptfiguren eingegangen wird.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kinderliteratur, Multikulturalität, Migration, Identitätskonflikte und interkulturelle Kompetenz.
Neuere Werke unterscheiden sich vor allem durch ihre Adressiertheit; während ältere Werke eher die deutsche Mehrheitsgesellschaft ansprechen, sind die neueren Titel ethnisch mehrfach adressiert und ermöglichen einen Perspektivwechsel.
Sprache wird sowohl als Barriere, die das Fremdsein betont, als auch als Mittel zur Charakterisierung und zur Schilderung von Integrationsprozessen genutzt, wobei auch mehrsprachige Elemente eine Rolle spielen.
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