Masterarbeit, 2017
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Motivation
1.1 Problemstellung
1.2 Vorhandene Analysen im Bereich der Cash-Flow-Allokation
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Zins als wichtiges Mittel der Geldpolitik der EZB
2.1.1 Transmissionsmechanismus der Zinsänderung
2.1.2 Entwicklung der EZB-Leitzinsen in den letzten Jahren
2.2 Das Phänomen des Negativzinses und seine Folgen für Finanzinstitute und Unternehmen
2.2.1 Folgen der weltweiten Finanzkrise 2008 - 2009 für die europäische Wirtschaft
2.2.2 Negativzins als Ergebnis der expansiven Geldpolitik der EZB
2.2.3 Internationale Erfahrungen mit Negativzinsen - ausgewählte Länder
2.2.4 Folgen des Niedrig-/Negativzinsumfeldes im Euroraum – aktuelle Situation
2.3 Bedeutung der Cash-Flow-Allokation im Unternehmen
2.3.1 Begriff des operativen Cash-Flows
2.3.2 Allokation der Kapitalflüsse als Kernelement von Corporate Finance
2.4 Einfluss der wirtschaftlichen Lage auf die Allokation der internen Zahlungsströme im Unternehmen
3 Cash-Flow-Allokation der Unternehmen im Niedrigzinsumfeld
3.1 Cash Management
3.1.1 Flucht vor den Strafzinsen auf Spar- und Festgeldkonten
3.1.2 Alternative Geldanlagemöglichkeiten
3.2 Dividendenpolitik
3.3 Investitionsaspekte
3.4 Kapitalstrukturmanagement
3.4.1 Reduzierung des Eigenkapitals durch Aktienrückkauf
3.4.2 Fremdkapitalmanagement
3.5 Weitere Aspekte der Allokation interner Zahlungsströme
3.6 Zusammenfassung getroffener Annahmen
4 Empirische Befunde der CF-Allokation im Euroraum in der Niedrigzinsphase
4.1 Daten
4.2 Variablen und die Methode
4.3 Ergebnisse der Analyse
4.3.1 Zusammensetzung der Variablen
4.3.2 Cash-Flow-Allokation in der Eurozone – einzelne Jahre
5 Negativzins - Chancen und Risiken für die Unternehmen in der Zukunft
6 Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit analysiert den Einfluss der europaweiten Niedrigzinsphase auf die Allokation von Cash-Flows in Unternehmen der Europäischen Währungsunion. Ziel ist es, basierend auf empirischen Firmendaten des Euro Stoxx 50 zu verstehen, wie Unternehmen ihre intern generierten Mittel vor dem Hintergrund von Niedrig- und Negativzinsen strategisch verteilen.
2.3.1 Begriff des operativen Cash-Flows
Für die Bezeichnung der intern generierten Zahlungsströme, d.h. der liquiden Mittel, welche aus dem operativen Bereich stammen, verwendet man in der Praxis den aus den Vereinigten Staaten stammenden Begriff des „operativen Cash-Flows“. Dieser wird als „..die Summe [liquider Mittel], die ohne Rückgriff auf weitere Finanzierungsquellen für das Geschäft und dessen weiteren Betrieb und Ausbau ... zur Verfügung steht“ definiert. Mit anderen Worten handelt es sich beim operativen Cash-Flow um das Geld sowie die Geldäquivalente, welche das Unternehmen aus seiner Geschäftstätigkeit erwirtschaftet, und welche zu verschiedenen Zwecken wie Investitionen, Rückzahlung der Kredite, Dividendenzahlungen und ähnlichen verwendet werden.
Die Cash-Flow-Kennzahl bildet eine wichtige Analysengröße für die Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens. Sowohl in der nationalen und als auch in der internationalen Fachliteratur findet man unterschiedliche Definitionen und Ermittlungsmöglichkeiten des operativen Cash-Flows, welche in der Regel von den Analysen und Ermittlungszielen abhängig sind.
In der Investitionsliteratur wird der operative Cash Flow oft als die Addition vom EBIT und Abschreibungen, verringert um die Steuern berechnet. In der Bilanzierungspraxis haben sich hingegen zwei Methoden, nämlich die originäre und die derivative, zur Ermittlung des operativen Cash-Flows etabliert.
Während bei der originären Methode die Zahlungsströme auf Basis der Daten aus der Finanzbuchhaltung abgeleitet werden, ermittelt man bei der derivativen Methode die Zahlungsströme auf Basis des Jahresabschlusses. Der Ausgangspunkt ist dabei das Periodenergebnis, das um die nichtzahlungswirksame Aufwendungen erhöht und um nicht zu Einzahlungen führende Erträge gekürzt wird. Zahlreiche Unternehmensdaten sprechen für die Bevorzugung der indirekten Methode in der Bilanzierungspraxis.
1 Einleitung und Motivation: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der Niedrigzinspolitik der EZB und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf Nicht-Finanzinstitute.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die geldpolitischen Mechanismen der EZB sowie das Konzept der Cash-Flow-Allokation und deren Bedeutung für Unternehmen erörtert.
3 Cash-Flow-Allokation der Unternehmen im Niedrigzinsumfeld: Dieses Kapitel analysiert theoretisch die Auswirkungen des Zinsumfeldes auf die Allokationsentscheidungen wie Cash Management, Dividenden und Investitionen.
4 Empirische Befunde der CF-Allokation im Euroraum in der Niedrigzinsphase: Hier werden die theoretischen Annahmen anhand von Firmendaten des Euro Stoxx 50 für den Zeitraum 2011-2015 statistisch überprüft.
5 Negativzins - Chancen und Risiken für die Unternehmen in der Zukunft: Dieses Kapitel diskutiert langfristige Szenarien und die künftige Risikosituation für Unternehmen unter fortwährend expansiver Zinspolitik.
6 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Wirksamkeit der EZB-Maßnahmen für Nicht-Finanzunternehmen.
Cash-Flow-Allokation, EZB, Niedrigzinsphase, Negativzins, Euro Stoxx 50, Unternehmensfinanzierung, Liquiditätsmanagement, Dividendenpolitik, Investitionsverhalten, Kapitalstruktur, Finanzkrise, Geldpolitik, Strafzinsen, Corporate Finance, Eurozone.
Die Arbeit untersucht, wie sich die seit der Finanzkrise bestehende Niedrig- und Negativzinsphase der EZB auf die strategische Verwendung interner Finanzmittel (Cash-Flow) in börsennotierten Nicht-Finanzunternehmen der Eurozone auswirkt.
Die zentralen Themen sind die Geldpolitik der EZB, Methoden der Cash-Flow-Allokation im Unternehmen sowie die Auswirkungen von Zinsänderungen auf die interne Kapitalverteilung und Investitionsbereitschaft.
Ziel ist es, empirisch zu belegen, wie Unternehmen ihr operatives Cash-Flow unter den Bedingungen von Negativzinsen allokieren und ob sich hierbei signifikante Änderungen im Vergleich zur Zeit vor der Niedrigzinsphase feststellen lassen.
Es wird eine quantitative Analyse mittels multipler linearer Regression und Korrelationsanalysen (Spearman) auf Basis von Finanzdaten aus der Bloomberg-Datenbank für Unternehmen des Euro Stoxx 50 (bereinigt um Finanzinstitute) durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Allokationsbereiche (Liquidität, Dividenden, Investitionen, Kapitalstruktur) sowie eine empirische Untersuchung anhand der CF-Gleichung.
Wichtige Begriffe sind Cash-Flow-Allokation, EZB, Niedrigzinsphase, Negativzins, Euro Stoxx 50, Unternehmensfinanzierung und Liquiditätsmanagement.
Die Analyse zeigt, dass Unternehmen der Eurozone auf die Einführung der negativen Einlagenzinsen ab 2014 mit einem starken Rückgang der in liquide Mittel allokierten Gelder reagiert haben, ohne dabei die gesamte Liquidität abzubauen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zinspolitik der EZB nur einen geringen Einfluss auf die Dividendenzahlungen hat, da diese eher durch unternehmensinterne Faktoren und die Ausschüttungspolitik determiniert werden.
Die Arbeit stellt fest, dass sich große Unternehmen in ihrer Reaktion auf Zinsänderungen, beispielsweise durch die Nutzung spezialisierter Fonds oder höherer Sensitivität, von kleineren Unternehmen unterscheiden.
Zukünftige Risiken liegen in einer möglichen Liquiditätsfalle, übermäßiger Verschuldung durch billige Kredite sowie der Notwendigkeit, aufgrund sinkender Renditen in risikoreichere Aktiva investieren zu müssen.
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