Diplomarbeit, 2003
104 Seiten, Note: 2
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Definitionen
2. Geographische Einführung in den Landschaftsraum des Untersuchungsgebietes
2.1. Geologische, tektonische und morphologische Entwicklung
2.2. Die Böden
2.3. Das Klima
2.4. Potentielle natürliche Vegetation
3. Forschungsstand
4. Methodik
4.1. Geographische Informationssysteme
4.1.1. GIS-Methoden
4.2. Karteninterpretation
4.3. Luftbildauswertung
4.4. Untersuchung im Gelände
5. Nutzungs- und Vegetationswandel im Untersuchungsgebiet
5.1. Vorgeschichte
5.2. Die Römer- und Germanenzeit
5.3. Mittelalter und Neuzeit
5.4. 19. und 20. Jahrhundert
6. Positive und negative Aspekte des Nutzungs- und Vegetationswandels
7. Schlußbetrachtung mit Vorschlägen zur weiteren Entwicklung
Diese Diplomarbeit zielt darauf ab, den Nutzungs- und Vegetationswandel im Bereich der rechtsrheinischen Mittelterrasse innerhalb der Kölner Stadtgrenze (Dünnwald, Dellbrück und Brück) umfassend darzustellen. Dabei wird analysiert, wie anthropogene Eingriffe und natürliche Wandlungsprozesse das heutige Landschaftsbild geformt haben und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Umwelt hatten.
1.2. Definitionen
Im folgenden werden die Begriffe Landschaft, Natur- und Kulturlandschaft sowie Kulturlandschaftswandel definiert, da sie in dieser Arbeit häufig Verwendung finden.
Landschaft ist ein „...sowohl in der Umgangssprache als auch in den geo- und biowissenschaftlichen Fachsprachen häufig verwandter Begriff für den „Erdraum“ schlechthin mit zahlreichen Bedeutungen“ (HAAS, LESER, MOSIMANN & PAESLER 1993 a: 346).
So kann eine Landschaft u.a. ein erlebtes Landschaftsbild sein, das äußerliche Erscheinungsbild eines Erdraumes sein, also seine Physiognomie, die mehr oder weniger aufgrund von äußerlichen Merkmalen einheitlich erscheint, in den Biowissenschaften die Umschreibung für die Umwelt tierischer und pflanzlicher Organismen oder deren Lebensgemeinschaften oder eine Region sein, die als kultur- oder naturräumliche Einheit oder als Gesamtraum begriffen wird (HAAS, LESER, MOSIMANN & PAESLER 1993 a: 346).
Die begrifflichen Schwerpunkte der geographischen Landschaft und im Zuge dieser Arbeit beruhen auf der Landschaft als Geoökosystem und als ein räumlich begrenztes Interaktionssystem im Sinne der Systemtheorie. Als Geoökosystem oder landschaftliches Ökosystem wird eine funktionale Einheit eines Erdraumes repräsentiert. Daraus ergeben sich auch die auf der Realität der landschaftlichen Erscheinungen beruhenden Grundkategorien der Naturlandschaft und der Kulturlandschaft (HAAS, LESER, MOSIMANN & PAESLER 1993 a: 346). Unter Naturlandschaft versteht man eine Landschaft, „deren Haushalt von Naturfaktoren bestimmt wird, die jedoch vom Menschen nicht beeinflußt wird“ (HAAS, LESER, MOSIMANN & PAESLER 1993 b: 15).
Demgegenüber steht der Begriff der Kulturlandschaft, die durch die dauerhafte Beeinflussung der ursprünglichen Naturlandschaft durch menschliche Gruppen und Gesellschaften im Rahmen der Ausübung ihrer Grunddaseinsfunktionen entsteht. Ihre regional differenzierte Ausprägung ist nicht durch die Natur determiniert, wohl aber von ihr beeinflußt, und zwar um so stärker, je geringer die technologische Entwicklung der die Kulturlandschaft gestaltenden Gruppen ist. Dabei erhält die Kulturlandschaft ihre regionale Ausprägung insbesondere durch die Wohnfunktion, die Art der wirtschaftlichen Tätigkeit und die Ausbildung des Verkehrsnetzes.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Landschaftswandels ein und legt die Zielsetzung sowie die Forschungsfragen der Arbeit fest.
2. Geographische Einführung in den Landschaftsraum des Untersuchungsgebietes: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung der naturräumlichen Ausstattung, inklusive Geologie, Böden, Klima und potentieller natürlicher Vegetation.
3. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über vorangegangene Kartierungen, Studien und wissenschaftliche Arbeiten zur Landschaftsentwicklung im Untersuchungsgebiet.
4. Methodik: Hier werden die eingesetzten GIS-gestützten Analyseverfahren, die Karteninterpretation und die Geländeuntersuchungen zur Erfassung des Landnutzungswandels erläutert.
5. Nutzungs- und Vegetationswandel im Untersuchungsgebiet: Das Hauptkapitel analysiert den zeitlichen Wandel von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert anhand historischer Daten und Pollenanalysen.
6. Positive und negative Aspekte des Nutzungs- und Vegetationswandels: Eine kritische Auseinandersetzung mit den ökologischen Auswirkungen des Landschaftswandels und dem menschlichen Einfluss auf die Biodiversität.
7. Schlußbetrachtung mit Vorschlägen zur weiteren Entwicklung: Abschließende Zusammenfassung mit Handlungsempfehlungen für eine ökologisch nachhaltige zukünftige Flächennutzungsplanung.
Landschaftswandel, Vegetationswandel, GIS, Geographie, Kölner Bucht, rechtsrheinische Mittelterrasse, Landnutzung, Geoökosystem, Historische Geographie, Naturschutz, Kulturlandschaft, Pollenanalyse, Siedlungsentwicklung, Kartierung, Umweltplanung.
Die Arbeit untersucht den langfristigen Wandel der Landnutzung und der Vegetationsstruktur in einem spezifischen Teilbereich der rechtsrheinischen Mittelterrasse im Kölner Raum.
Zentrale Themen sind die naturräumliche Gegebenheit (Geologie, Böden, Klima), die historische Siedlungsentwicklung sowie die landschaftsökologische Veränderung durch menschliches Handeln.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich anthropogene Nutzungen im Laufe der Zeit in der Landschaft manifestiert haben und wie diese Prozesse durch multitemporale Analysen erfasst werden können.
Die Arbeit verwendet eine GIS-gestützte Methodik zur Digitalisierung und Analyse historischer und aktueller Kartenwerke sowie Luftbilder, kombiniert mit einer Literatur- und Quellenanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine naturräumliche Bestandsaufnahme, eine methodische Herleitung der Datengrundlage und eine detaillierte chronologische Aufarbeitung des Nutzungs- und Vegetationswandels über verschiedene historische Epochen.
Typische Begriffe sind Kulturlandschaftswandel, Geoinformationssysteme, Kölner Stadtgrenze, Siedlungsgeschichte und landschaftsökologische Bewertung.
Die Industrialisierung führte ab dem 19. Jahrhundert zu einer deutlichen Zunahme der Verkehrs- und Industrieflächen sowie zu einer veränderten Siedlungsstruktur, was den Verlust landwirtschaftlicher Flächen zur Folge hatte.
Sie ermöglicht es, den anthropogenen Einfluss auf das Ökosystem von den natürlich vorgegebenen Standortfaktoren abzugrenzen, um so die Wirkung menschlicher Eingriffe besser bewerten zu können.
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