Masterarbeit, 2013
96 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg
3. Veränderte strukturelle Bedingungen in Hamburg als Grundlage für die Aufwertung von Stadtteilen
4. Die konkrete Umsetzung der ordnungs- und baupolitischen Veränderungen im Stadtteil Wilhelmsburg
5. Sozialstrukturdaten von Wilhelmsburg und von Hamburg
5.1 Sozialstrukturdaten in Wilhelmsburg und in Hamburg in 2000
5.1.1 Interpretation der Statistik
5.2 Sozialstrukturdaten in Wilhelmsburg und in Hamburg in 2005
5.2.1 Interpretation der Statistik
5.3 Sozialstrukturdaten in Wilhelmsburg und in Hamburg 2010
5.3.1 Interpretation der Statistik
5.4 Sozialstrukturdaten in Wilhelmsburg und in Hamburg in 2012
5.4.1 Interpretation der Statistik
6. Erste Handlungskonzepte in Wilhelmsburg ab den 1970er Jahren
7. Aktuelle Stadtentwicklung in Wilhelmsburg / Sprung über die Elbe
7.1 Internationale Bauausstellung (IBA)
7.1.1 Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten im Reiherstiegviertel
7.1.2 Neubau von Wohnungen
7.1.3 Umgestaltung der S-Bahn Wilhelmsburg und im Umfeld des Bahnhofs
7.1.4 Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße
7.1.5 Sanierungsgebiet Korallusviertel
7.2 Internationale Gartenschau (IGS)
7.3 Soziale Erhaltungsordnung
8. Ausblick und Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, inwieweit im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg durch gezielte städtebauliche Maßnahmen und Aufwertungsprozesse Gentrification-Tendenzen induziert werden, die eine mögliche Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsschichten zur Folge haben könnten.
1 Einleitung
Diese Arbeit setzt sich mit dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ausei nander und der Frage danach, ob dort eine Gentrification1 stattfindet. Städtische Wohngebiete unterliegen Veränderungsprozessen, bezogen auf Gebäudenutzung, Wohndichte, Zustand der Gebäude, Alters- und So zialstruktur der Bevölkerung. Dabei findet Gentrification vorwiegend in Gebieten statt, die nahe dem Stadtzentrum liegen, mit Gebäuden aus der Gründerzeit, überwiegend einen schlechten Gebäudezustand aufweisen, niedrige Bodenpreise und niedrige Mieten aufweisen, statusniedrige Be wohner haben und zum Teil bereits in städtebaulichen Sanierungsgebie ten liegen oder hierfür vorgesehen sind (vgl. Spellerberg 2004: 11f; Fried richs 1998: 60).
Im Untersuchungsgebiet Wilhelmsburg gab und gibt es städtebauliche und siedlungsstrukturelle Defizite, die zu den Kernproble men benachteiligter Stadtteile gehören, wie unsanierter Wohnbestand, geringe Quadratmeterzahl pro Wohneinheit, einen hohen Anteil industriell genutzter Flächen in unmittelbarer Nähe zu Wohnquartieren, hohe Fluktu ation, Leerstand und Vermietungsschwierigkeiten (vgl. Bundestransferstel le Soziale Stadt 2008: 34f). Entsprechend wird in § 171e BauGB die be sondere Bedeutung städtebaulicher Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung von sozial benachteiligten Ortsteilen betont.
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich Gentrification-Prozessen in Wilhelmsburg und Darstellung der Untersuchungshypothesen.
2. Der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg: Historischer Überblick über die Entwicklung Wilhelmsburgs vom agrarischen Gebiet zum Industriestandort und Arbeiterbezirk.
3. Veränderte strukturelle Bedingungen in Hamburg als Grundlage für die Aufwertung von Stadtteilen: Analyse des Wandels der Hamburger Wirtschaftsstruktur und der Konzepte unternehmerischer Stadtpolitik.
4. Die konkrete Umsetzung der ordnungs- und baupolitischen Veränderungen im Stadtteil Wilhelmsburg: Methodische Herleitung der Gentrification-Kriterien und deren Anwendbarkeit auf das Fallbeispiel.
5. Sozialstrukturdaten von Wilhelmsburg und von Hamburg: Detaillierte statistische Zeitreihenanalyse zu Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und Wohnverhältnissen zwischen 2000 und 2012.
6. Erste Handlungskonzepte in Wilhelmsburg ab den 1970er Jahren: Rückblick auf frühe Sanierungs- und Modernisierungsansätze zur Attraktivitätssteigerung des Stadtteils.
7. Aktuelle Stadtentwicklung in Wilhelmsburg / Sprung über die Elbe: Ausführliche Darstellung aktueller Großprojekte wie IBA, IGS und bauliche Modernisierungsmaßnahmen.
8. Ausblick und Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und kritische Reflexion der Auswirkungen der Stadtentwicklungspolitik auf die soziale Stabilität.
Gentrification, Wilhelmsburg, Stadtentwicklung, IBA, IGS, Sozialstruktur, Aufwertungsprozess, Mietpreisentwicklung, Verdrängung, Wohnungsbaupolitik, Arbeiterstadtteil, soziale Segregation, Hamburger Senat, Stadtmarketing, Immobilienpreise.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg gezielt aufgewertet wird und welche sozialen Folgen dies für die ursprüngliche Bewohnerschaft hat.
Die zentralen Felder sind die städtische Aufwertung durch Großprojekte wie die Internationale Bauausstellung (IBA) und Internationale Gartenschau (IGS), die Mietpreisentwicklung sowie der Wandel der Sozialstruktur.
Das primäre Ziel ist zu prüfen, ob die durch den Hamburger Senat initiierten Maßnahmen zur aktiven Aufwertung des Stadtteils zu einer Verdrängung einkommensschwacher Bewohner führen.
Die Arbeit basiert auf einer stadtsoziologischen Analyse unter Einbeziehung quantitativer Sozialstrukturdaten im Zeitvergleich von 2000 bis 2012 sowie der Auswertung städtebaulicher Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Stadtentwicklung, eine ausführliche statistische Analyse der demografischen und ökonomischen Daten sowie die detaillierte Vorstellung konkreter Bau- und Sanierungsprojekte in Wilhelmsburg.
Schlüsselbegriffe sind Gentrification, soziale Segregation, Aufwertung, unternehmerische Stadt sowie die wohnungspolitischen Instrumente des Hamburger Senats.
Es dient als administratives und städtebauliches Instrument, um Wilhelmsburg in den Fokus der Stadtplanung zu rücken, das Image zu verbessern und den Stadtteil für neue Zielgruppen sowie Investoren attraktiv zu machen.
Es dient als Paradebeispiel für Sanierungsprozesse, in denen durch gezielte Vergabepolitik an Studenten und bauliche Modernisierungen eine bewusste soziale Durchmischung bzw. Verdrängung eingeleitet wurde.
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