Masterarbeit, 2017
101 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung der Arbeit
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Allgemeines und Definition
2.1 Risiko
2.2 Normen
2.2.1 ISO 9001
2.2.1.1 Konkrete Anforderungen Risikomanagement
2.2.1.2 Managementbewertung
2.2.2 ISO 31000
2.3 Organisatorische Voraussetzungen des Risikomanagementsystems
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Entwicklung des Risikomanagements
3.2 Nutzen und Ziele eines Risikomanagementsystems
3.3 Wahrnehmung von Risiken
3.4 Risikomanagement für KMU
3.5 Risikomanagementprozess
3.6 Risikostrategie
4 Risikoidentifikation in der Theorie
4.1 Risikoidentifikation
4.2 Risikofrühwarnsystem
5 Risikobeurteilung in der Theorie
5.1 Risikobewertung und Risikoquantifizierung
5.2 Risikoaggregation
5.3 Risikoreporting
6 Risikosteuerung in der Theorie
6.1 Risikovermeidung
6.2 Risikoverminderung
6.3 Risikostreuung
6.4 Risikoüberwälzung auf Dritte
6.5 Risikoselbstbehalt
7 Risikobeurteilung in der Praxis
7.1 Allgemeines
7.2 Risikoinventar in der Praxis
7.3 Gewichtung der Risiken
7.4 Die Risikomatrix in der Praxis
7.5 Die Risikosteuerung in der Praxis
8 Kritische Würdigung
8.1 Zusammenfassung und Fazit
8.2 Ausblick
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Entwicklung einer praxisorientierten Lösung zur Integration eines Risikomanagementprozesses in ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015, um Unternehmen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für ihre Managementbewertung zu bieten.
2.1 Risiko
Der sprachliche Ursprung des Begriffs Risiko ist in der wissenschaftlichen Welt ungeklärt. Unterschiedlichste Sprachen wie italienisch, spanisch und arabisch lassen Rückschlüsse auf die Entstehung des Wortes Risiko zu.1 Wir verstehen Risiko als Unsicherheit des Ausgangs von Handlungsergebnissen für einen definierten Entscheider.2
Etymologisch lässt sich der Risikobegriff, eher auf diese negative Ausrichtung zurückverfolgen, indem in den Begriffen riza (griechisch = Wurzel, über die man stolpern kann) wie auch ris(i)co (italienisch, die Klippe, die es zu umschiffen gilt)3 die negative Seite des Wortes erklärt wird.
Dabei existieren ebenso etymologische Wurzeln des Risikobegriffs, die neben einer negativen auch eine positive Komponente betonen.
Im chinesischen gibt es nur eine Zeichenkombination für ,,Chance‘‘ und ,,Risiko‘‘. Dadurch wird ,,Risiko‘‘ und ,,Chance‘‘ immer assoziativ zusammenhängend betrachtet. Dies wird am Bild einer Medaille deutlich.
Im alemannischen Raum besteht hier keinerlei Wortverwandtschaft, höchstens durch gewonnene Lebenserfahrung bringt man diese beiden Begriffe miteinander in Verbindung.4
Auch im angloamerikanischen Raum wird hier deutlich unterschieden in Downside-Risk (Gefahren) und Upside-Risk (Chancen) oder auch "Opportunity and Risk Management".5
In der Entscheidungstheorie wird der Risikobegriff als Konstrukt der Standartabweichung von positiven als auch negativen Zielabweichungen vom Ertragswert definiert. Hier wird zudem berücksichtigt, dass alle menschlichen Tätigkeiten auf Entscheidungen beruhen, die aufgrund unvollständiger Informationen über die Auswirkung der Entscheidung getroffen werden. Diese Informationsdefizite vergrößern das Risiko und führen zu ungünstigen Abweichungen zwischen Planung und Realisierung.6
In dieser Abhandlung werden wir uns dem negativen Aspekt des Begriffs Risiko widmen.
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung durch aktuelle wirtschaftliche Krisen und definiert das Ziel der Arbeit, eine praktische Lösung zur Integration des Risikomanagements in die ISO 9001:2015 zu entwickeln.
2 Allgemeines und Definition: Erläutert den Risikobegriff und die relevanten Normen wie ISO 9001:2015 und ISO 31000, sowie die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen.
3 Theoretische Grundlagen: Analysiert die Entwicklung des Risikomanagements, den Nutzen für KMU sowie die psychologischen Faktoren der Risikowahrnehmung.
4 Risikoidentifikation in der Theorie: Behandelt Methoden zur Identifikation von Risiken und die Bedeutung von Risikofrühwarnsystemen.
5 Risikobeurteilung in der Theorie: Erklärt Ansätze zur Risikobewertung, Risikoquantifizierung sowie das Risikoreporting als Entscheidungsgrundlage.
6 Risikosteuerung in der Theorie: Detailliert Strategien wie Risikovermeidung, Risikominderung, Risikostreuung, Risikoüberwälzung und Risikoselbstbehalt.
7 Risikobeurteilung in der Praxis: Zeigt die praktische Anwendung der theoretischen Modelle anhand eines Beispiels für einen Risikomanagementprozess in einem Unternehmen.
8 Kritische Würdigung: Reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, fasst die Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Notwendigkeit computergestützter Systeme.
Risikomanagement, ISO 9001:2015, Risikobasierter Ansatz, ISO 31000, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikotragfähigkeit, Frühwarnsystem, Risikoreporting, KMU, Prozessansatz, Risikowahrnehmung, Unternehmensführung, Managementbewertung.
Die Arbeit befasst sich mit der Integration eines systematischen Risikomanagements in bestehende Qualitätsmanagementsysteme, speziell unter Berücksichtigung der Anforderungen der revidierten ISO 9001:2015.
Zentrale Themen sind die Risikoidentifikation, die methodische Bewertung von Risiken, Strategien zur Risikosteuerung sowie die Verknüpfung dieser Prozesse mit der Unternehmensplanung und der Managementbewertung.
Das Ziel ist die Entwicklung einer praxisnahen Methode, die Unternehmen hilft, die Anforderungen der ISO 9001:2015 bezüglich des risikobasierten Denkens effektiv zu erfüllen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Ableitung und Anwendung praxisorientierter Werkzeuge und Prozessmodelle für das Risikomanagement.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Risikoprozesse (Identifikation, Bewertung, Steuerung) und deren Überführung in ein praktisches Anwendungsszenario zur Zertifizierungsvorbereitung.
Die wichtigsten Begriffe sind Risikomanagement, ISO 9001:2015, Risikobasierter Ansatz, Risikotragfähigkeit und Risikokultur.
Die ISO 9001:2015 fordert explizit Risikobewusstsein und den Umgang mit Risiken in der Planung, lässt aber die formelle Tiefe und Dokumentationsmethodik eines umfassenden Risikomanagementsystems offen, die man beispielsweise durch die ISO 31000 ergänzen kann.
Die Risikokultur bildet das Fundament für die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements, da sie Werte und Normen definiert, die es Mitarbeitern ermöglichen, Risiken offen anzusprechen und proaktiv zu behandeln.
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