Examensarbeit, 2016
69 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Sprache
2.1 Spracherwerbstheorien
2.1.1 Behaviorismus
2.1.2 Kognitivismus
2.1.3 Nativismus
3 Die Grundzüge des kindlichen Spracherwerbs
3.1 Primärspracherwerb vs. Fremdsprachenerwerb
3.2 Biologische Voraussetzungen für den Spracherwerb
3.3 Frühe Sprachwahrnehmung
3.3.1 Wahrnehmung konsonantischer Phonemkontraste
3.4 Semantische Fähigkeiten
3.4.1 Wortverständnis
3.4.2 Dingwörter
3.5 Erwerb von Wortarten
3.5.1 Die Verben als besondere Wortart
3.6 Morphologische Fähigkeiten
3.6.1 Wortbildung
3.6.2 Pluralerwerb
3.6.3 Das Kasussystem
3.6.4 Tempus und Verbflexion
3.7 Syntaktische Fähigkeiten
3.7.1 Einwortäußerungen
3.7.2 Zweiwortäußerungen
3.7.3 Drei- und Mehrwortäußerungen
3.7.4 Weitere syntaktische Fähigkeiten
3.8 Erwerb pragmatischer Fähigkeiten
4 Grundzüge des Sprachverlusts
4.1 Altersbedingte Veränderungen der sprachlichen Fähigkeiten
4.2 Demenz im Allgemeinen
4.3 Alzheimer-Demenz
4.3.1 Biologische Fakten
4.3.2 Alzheimer-Demenz
4.3.3 Schutz vor Alzheimer-Demenz
4.4 Die Sprache bei Alzheimer-Demenz
4.4.1 Wortfindungsstörungen
4.4.2 Pragmatische Störungen
4.4.3 Konversationsmaximen Grice
4.4.4 Sprachliches Handeln: Illokutionen
4.5 Die Kommunikation bei Alzheimer-Demenz
4.5.1 Exkurs: Schriftsprache bei Alzheimer-Demenz
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen dem kindlichen Spracherwerb und dem Sprachverlust im Alter, insbesondere bei der Alzheimer-Demenz. Das primäre Ziel ist es, die Phasen der Sprachentwicklung darzustellen und zu analysieren, wie kognitive Prozesse und strukturelle Voraussetzungen den Erwerb und den späteren Verlust der Sprachfähigkeit beeinflussen.
3.2 Biologische Voraussetzungen für den Spracherwerb
Die Sprache des Menschen gehört zu den kognitiv anspruchsvollsten Prozessen, die im Gehirn ablaufen. In den weiteren Kapiteln, in denen der Spracherwerb und auch der Sprachverlust näher beleuchtet werden, wird davon ausgegangen, dass der Mensch genetisch gesund ist, das heißt, dass die Anlagen, die den Erwerb von sprachlichen Fähigkeiten sowie auch die Fähigkeit zum Sprechen ermöglichen, vorhanden und gleichzeitig auch nicht beschädigt sind.
Die Areale des Gehirns, die in erster Linie an Sprache und Sprechen beteiligt sind, werden als Broca- und Wernicke-Areal bezeichnet. Diese Areale befinden sich im cerebralen Cortex des Gehirns und steuern die Funktionen Worte hören, Worte sehen, Worte sprechen und Worte bilden. Das Broca-Areal ist nach dem französischen Arzt Pierre Broca benannt, der Autopsien an Patienten durchführte, die zwar gesprochene Sprache verstehen konnten, selber aber nicht sprechen konnten. „Er entdeckte, dass viele dieser Patienten Defekte in einer kleinen Region im Frontallappen aufwiesen“. Diese Hirnregion wird heute Broca-Areal genannt. Allerdings werden bei diesen unterschiedlichen Prozessen auch der visuelle Cortex oder auch der Frontal- und Temporallappen aktiviert.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Zusammenhang zwischen Sprache und kognitiven Fähigkeiten heraus und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Spracherwerbsphasen sowie dem Sprachverlust bei Alzheimer-Demenz.
2 Sprache: Dieses Kapitel definiert Sprache als regelgesteuertes Kommunikationsverhalten und legt die theoretischen Grundlagen für das Verständnis von Sprache als kognitive Fähigkeit.
3 Die Grundzüge des kindlichen Spracherwerbs: Dieser Abschnitt erläutert die verschiedenen Phasen der Sprachentwicklung beim Kind, von der biologischen Voraussetzung bis hin zum Erwerb komplexer semantischer, morphologischer, syntaktischer und pragmatischer Fähigkeiten.
4 Grundzüge des Sprachverlusts: Das Kapitel befasst sich mit altersbedingten sprachlichen Veränderungen, den biologischen Grundlagen der Alzheimer-Demenz, der Störung der Sprachproduktion sowie der Kommunikation und Schriftsprache bei Betroffenen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die kognitive Förderung und Mehrsprachigkeit präventive Potenziale gegen den Sprachverlust bei Demenz bieten können.
Spracherwerb, Sprachverlust, Alzheimer-Demenz, Kognition, Dialogfähigkeit, Semantik, Morphologie, Syntax, Pragmatik, Broca-Areal, Wernicke-Areal, Mehrsprachigkeit, Kommunikation, Sprechakttheorie, Neurobiologie.
Die Arbeit behandelt den Spracherwerb beim Kind und den Sprachverlust bei Erwachsenen im Kontext von Alzheimer-Demenz, um die Bedeutung kognitiver Fähigkeiten für die Sprache zu verdeutlichen.
Die zentralen Themen sind die Stadien der kindlichen Sprachentwicklung, die neurobiologischen Grundlagen von Sprache und die Auswirkungen demenzieller Erkrankungen auf die Kommunikationsfähigkeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachfähigkeiten erworben werden und inwiefern ein Verständnis dieser Prozesse helfen kann, dem Sprachverlust im Alter besser zu begegnen.
Es handelt sich um eine Theoriearbeit, die aktuelle sprachwissenschaftliche und medizinische Literatur vergleicht, um einen Überblick über den Spracherwerb und den Sprachverlust zu erstellen.
Im Hauptteil werden zunächst die Spracherwerbstheorien und -phasen detailliert beschrieben, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen der Alzheimer-Demenz auf das Gehirn und die Sprache.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spracherwerb, Alzheimer-Demenz, Pragmatik, Kognition, Dialogfähigkeit und Sprachverlust charakterisiert.
Laut der zitierten Studien kann Mehrsprachigkeit kognitive Reserven aufbauen, die dazu beitragen, das Auftreten von Demenzsymptomen um Jahre hinauszuzögern.
Die analoge Kommunikation, die den Beziehungsaspekt betont, bleibt bei Alzheimer-Patienten häufig länger erhalten als die komplexe digitale Kommunikation, die ein Verständnis für arbiträre Zeichen erfordert.
Retrogenese beschreibt das Phänomen, dass der Verlust der sprachlichen Fähigkeiten bei Demenz in umgekehrter Reihenfolge zur kindlichen Sprachentwicklung abläuft.
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