Bachelorarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Theorien und Entwicklung deutscher Außenpolitik
2.1 Deutsche Außenpolitik des vereinten Deutschland – Deutschlands Engagement in den Vereinten Nationen
2.1.1 Engagement des geteilten Deutschland zwischen 1973 und 1990
2.1.2 Engagement des vereinten Deutschland ab 1990
2.1.3 Abschließende Betrachtung des Engagements in den Vereinten Nationen
2.2 Neue deutsche Außenpolitik des vereinten Deutschland? - Erklärung aus der konstruktivistischen Theorie
2.2.1 Zentrale Annahmen und Erklärungsmuster der konstruktivistischen Theorie
2.2.2 Zivilgesellschaft, Multilateralismus und europäische Integration - Identifikationsdimensionen Deutschlands
2.3 Die Debatte um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat – Pro und Contra
2.3.1 Erklärung der Bundesregierung – Argumente für einen ständigen Sitz Deutschlands im Sicherheitsrat
2.3.2 Kritische Gegenstimmen zu einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat
2.4 Das Streben nach einem ständigen Sitz - Erklärungsansatz aus der Theorie des Realismus nach Morgenthau
2.4.1 Zentrale Annahmen und Erklärungsmuster des Realismus nach Morgenthau
2.4.2 Theorie des Realismus und das deutsche Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat
3 Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
3.1 Einordung in den geschichtlichen Hintergrund
3.3.1 Zeit des Ost-West Konflikts
3.3.2 Ende des Ost-West Konflikts
3.4 Aufgaben und Organisation des Sicherheitsrats
4 Reformen des Sicherheitsrats
4.3 Reformen und Reformvorschläge zwischen 1945 und 2003
4.1.1 Reformen während des Ost-West Konflikts
4.1.2 Reformvorschläge nach dem Ende des Ost-West Konflikts
4.1.3 Situation nach der Jahrtausendwende
4.2 Die Reformdebatte zwischen 2003 und 2005
4.2.1 Die Gruppe „Vereint für den Konsens“
4.2.2 Die Afrikanische Union
4.2.3 Die „Gruppe der Vier“
4.2.4 Ende und Bewertung der Reformdebatte
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Bestreben nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und analysiert, inwieweit dieses Ziel die Reformdebatten innerhalb der Vereinten Nationen beeinflusst hat. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob sich die deutsche Außenpolitik seit der Wiedervereinigung tatsächlich gewandelt hat oder ob eine Kontinuität erkennbar ist, die durch verschiedene politikwissenschaftliche Theorien wie den Konstruktivismus und den Realismus erklärt werden kann.
2.4.2 Theorie des Realismus und das deutsche Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat
Versucht man die Außenpolitik Deutschlands wie sie in Kapitel 2.1 beschrieben wurde, mit dem Realismus nach Morgenthau in Bezug zu setzen fällt auf, dass vor 1990 quasi keine Internationale Politik Deutschlands durchgeführt wurde. Nach Morgenthau ist internationale Politik nur das Handeln im internationalen Geschehen, welches der Machtausübung dient. Wirtschaftliche, humanitäre und kulturelle Aktivitäten zählt Morgenthau nicht dazu. Somit ist die Beteiligung an humanitären Einsätzen und die sogenannte „Scheckbuch-Diplomatie“ Deutschlands kein Handeln der internationalen Politik. Auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr nach 1990 können streng genommen nicht das Kriterium internationaler Politik bzw. Machtausübung erfüllen. Nimmt man jedoch das Streben nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat als übergeordnetes Ziel war, lässt sich auch das Engagement Deutschlands in den Vereinten Nationen als versuchte Machtausübung verstehen. Durch einen Ständigen Sitz im Sicherheitsrat würde Deutschland wesentlich mehr Macht ausüben. Selbst bei einer pazifistischen Grundhaltung im Sicherheitsrat würde Deutschland Morgenthaus Kriterium der Macht erfüllen. Diese ist, wie oben beschreiben „eine Fähigkeit, bestimmte Handlungen von Menschen oder ihren Organisationen durch Beeinflussen ihres Denkens zu kontrollieren bzw. zu lenken“. Es wurde festgestellt, dass das Streben nach einem Ständigen Sitz im Sicherheitsrat eindeutig Morgenthaus Machtbegriff entspricht. Wie kann dieser Machtanspruch erklärt werden? Dazu gibt Morgenthaus Theorie auch eine Antwort. Das Machtstreben Deutschlands kann mit dem „animus dominandi“ und dem Selbsterhaltungstrieb erklärt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel der Arbeit, die Rolle Deutschlands bei der Reform des UN-Sicherheitsrats zu analysieren und nach einem möglichen Wandel in der deutschen Außenpolitik zu fragen.
2. Theorien und Entwicklung deutscher Außenpolitik: Dieses Kapitel zeichnet die außenpolitische Entwicklung Deutschlands nach, nutzt konstruktivistische und realistische Theorien zur Einordnung und diskutiert die Pro- und Contra-Argumente bezüglich eines ständigen Sicherheitsratssitzes.
3 Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Hier wird der historische Kontext sowie die Organisation und die Aufgaben des UN-Sicherheitsrats als mächtigstes Gremium der Vereinten Nationen erläutert.
4 Reformen des Sicherheitsrats: Dieser Hauptteil widmet sich intensiv den Reformbemühungen des Sicherheitsrats, mit besonderem Fokus auf die Reformdebatten im Zeitraum zwischen 2003 und 2005.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Außenpolitik eher durch Kontinuität geprägt ist und das Bestreben nach einem ständigen Sitz machtpolitisch begründet werden kann, während eine umfassende Reform des Gremiums aufgrund gegensätzlicher Interessen der Mitgliedsstaaten schwierig bleibt.
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Die Arbeit untersucht das deutsche Bestreben nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat seit der Wiedervereinigung und analysiert, wie sich dieses Ziel in die Reformdebatten der Vereinten Nationen einfügt.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der deutschen Außenpolitik, die theoretische Fundierung durch Konstruktivismus und Realismus, die Struktur des Sicherheitsrats sowie die spezifischen Reformvorschläge der Jahre 2003 bis 2005.
Die Forschungsfrage lautet, wie sich das Streben Deutschlands nach einem ständigen Sitz auf die Reformdebatte ausgewirkt hat und ob sich dadurch ein Wandel oder eine Kontinuität in der deutschen Außenpolitik ablesen lässt.
Die Autorin nutzt eine theoretisch geleitete Analyse, indem sie das deutsche Handeln durch das Prisma der konstruktivistischen Theorie (Identität als Zivilmacht) und des klassischen Realismus nach Hans J. Morgenthau (Machtstreben) betrachtet.
Der Hauptteil gliedert sich in die außenpolitische Historie Deutschlands, die Analyse des Sicherheitsrats als Institution sowie eine tiefgehende Untersuchung der Reformdebatten, einschließlich der Positionen verschiedener Staatengruppen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem UN-Sicherheitsrat, deutsche Außenpolitik, Konstruktivismus, Realismus, ständiger Sitz und Reformdebatte.
Aufgrund der Interessenkonflikte zwischen den ständigen Mitgliedern (P5) und der Vielzahl an konkurrierenden Reformvorschlägen schätzt die Autorin eine umfassende Reform des Gremiums als aktuell sehr unwahrscheinlich ein.
Der Realismus wird herangezogen, um das deutsche Streben nach einem ständigen Sitz als rationales, machtpolitisches Handeln zu deuten, das über rein humanitäre oder wirtschaftliche Aktivitäten hinausgeht.
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