Bachelorarbeit, 2016
39 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Beschreibung
3. Interpretation & Datierung mittels stilistischer Einordnung
4. Historische Einordnung
5. Bedeutung und Aufstellungskontext
6. Wahrheitsgehalt der Kampfdarstellung
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das sogenannte Reiterrelief Albani, ein bedeutendes antikes Kunstwerk aus der Sammlung der Villa Albani. Ziel ist es, den Forschungsstand kritisch zu bewerten, das Relief stilistisch sowie historisch einzuordnen, seinen Aufstellungskontext zu beleuchten und den Wahrheitsgehalt der darin dargestellten Kampfszenen vor dem Hintergrund griechischer Ideale und gesellschaftlicher Realitäten zu analysieren.
3. Interpretation & Datierung mittels stilistischer Einordnung
Das Albani Relief weist mit dem zum Hieb ausholenden Arm des Soldaten ein für eine ganze Epoche geltendes charakteristisches Merkmal auf. Genau diese Haltung geht zurück auf die Tyrannenmörder Harmodios (Abb. D) und Aristogeiton, welche 514 v. Chr. Hipparch, den Bruder des Tyrannen Hippias, töteten. Eine Statuengruppe der Tyrannenmörder, die in mehreren Kopien römischer Zeit überliefert sind, stand ursprünglich sogar auf der Agora, dem politischen Zentrum Athens. Die dortige Positionierung war außergewöhnlich, da man dort zuvor noch niemandem einen Platz gewidmet hatte. Aufgrund ihres herausragenden Verdienstes wurden sie als Wahrzeichen der attischen Freiheit dort öffentlich platziert.
Auf der Athener Akropolis steht der Tempel der Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos. In Auftrag gegeben von Perikles, einem bedeutsamen Politiker des 5. Jh. v. Chr., begannen die Bauarbeiten 447/6 v. Chr. und endeten 433/2 v.Chr. Der Tempel wurde innen und außen mit feinen Bildhauerarbeiten in Marmor geschmückt. Die Außenwand der Cella zeigt in seinem Fries mit einer 160 Meter langen Darstellung die Panathenäen Prozession. Der Festzug beinhaltet eine vielfältige Darstellung von Personen, Göttern, Tieren und Fabelwesen. An den Südmetopen befindet sich ein Motiv, welches sich in der Thematik dem Albani Relief annähert (Abb. E & F). Ein nackter Mann hockt in einer defensiven Haltung unter einem zum Schlag ausholenden Zentaur. Er stützt sich mit der rechten Hand am Boden ab, um mit dem Oberkörper nicht nach hinten zu kippen, während er mit dem linken Arm einen Schild empor hält, um sich gegen den Schlag zu schützen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der griechischen Reliefkunst und Vorstellung des Reiterreliefs Albani als zentrales Untersuchungsobjekt.
2. Beschreibung: Detaillierte Analyse des Erhaltungszustands, der ikonografischen Merkmale der Akteure sowie der stilistischen Ausarbeitung von Reliefgrund und Details.
3. Interpretation & Datierung mittels stilistischer Einordnung: Untersuchung stilistischer Vorbilder und Anwendung der Tyrannenmördergeste zur zeitlichen Einordnung in das späte 5. Jahrhundert v. Chr.
4. Historische Einordnung: Verknüpfung der Reliefinhalte mit historischen Ereignissen des Peloponnesischen Krieges und Diskussion verschiedener Thesen zum Entstehungsort.
5. Bedeutung und Aufstellungskontext: Erörterung der Funktion des Reliefs als öffentliches Staatsgrabmal zur Ehrung gefallener Soldaten und soziologische Aspekte der Darstellung.
6. Wahrheitsgehalt der Kampfdarstellung: Analyse des Verhältnisses zwischen künstlerischer Idealisierung, politischer Botschaft und der Realität antiker Kriegführung.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur künstlerischen Qualität, sozialpolitischen Aussagekraft und zur historischen Verortung des Reliefs.
Reiterrelief Albani, Klassische Archäologie, Griechische Kunst, Tyrannenmördergeste, Parthenon, Peloponnesischer Krieg, Kalokagathia, Grabrelief, Bildhauerei, Antike, Idealismus, Kampfdarstellung, Athen, Staatsgrabmal, Ikonografie.
Die Arbeit befasst sich mit dem antiken Reiterrelief Albani, das in der Villa Albani in Rom aufbewahrt wird, und untersucht dessen kunsthistorische und historische Einordnung.
Die zentralen Themen umfassen die stilistische Analyse im Kontext klassischer griechischer Kunst, die historische Deutung der Kampfszenen und die soziologische Funktion des Reliefs als öffentliches Grabmal.
Ziel ist die kritische Analyse des aktuellen Forschungsstandes zum Albani Relief, um eine fundierte Einordnung hinsichtlich Datierung, Bedeutung und des Wahrheitsgehalts der Darstellung vorzunehmen.
Es werden vergleichende stilistische Analysen mit zeitgenössischen Werken, wie den Reliefs des Parthenon und anderen Grabmalen, sowie eine Auswertung historischer und archäologischer Sekundärliteratur angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Objektbeschreibung, die ikonografische Einordnung mittels Vergleichsbeispielen, eine Diskussion des historischen Kontextes (Peloponnesischer Krieg) sowie eine Analyse der Aussageabsicht des Künstlers.
Reiterrelief Albani, Klassische Archäologie, Tyrannenmördergeste, Kalokagathia, Peloponnesischer Krieg, antike Grabkunst und Idealismus.
Die Geste des ausholenden Arms dient als zentrales Vergleichsmotiv, um die zeitliche Datierung des Reliefs zu präzisieren und die Heroisierung des Siegers innerhalb der athenischen Ideologie zu erklären.
Die Darstellung verzichtet auf realistische Details der Ausrüstung oder des Schlachtgeschehens zugunsten eines athletischen Ideals (Kalokagathia), um eine positive, affirmative politische Botschaft zu vermitteln, statt eine rein realistische Kriegsszene zu zeigen.
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