Bachelorarbeit, 2016
26 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Steuerrechtliche Bewertungsgrundlagen von bebauten Grundstücken
2.1 Grunderwerbsteuer
2.2 Grundsteuer
2.3 Erbschaft- und Schenkungsteuer
3 Mängel der Einheitsbewertung zum Zweck der Grundsteuer
4 Bewertungsvergleich
4.1 Bewertung zum Zweck der Grunderwerbsteuer
4.2 Einheitsbewertung am Beispiel eines Mietwohngrundstücks
4.3 Bewertung zum Zweck der Erbschafts- und Schenkungssteuer
5 Fazit
Die Arbeit analysiert kritisch die unterschiedlichen Bewertungsverfahren für Grundvermögen bei der Grunderwerb-, Grund- sowie Erbschaft- und Schenkungsteuer in Deutschland. Ziel ist es, die Inkonsistenzen bei der Feststellung der Steuerwerte aufzuzeigen und die Auswirkungen für den Steuerpflichtigen sowie die Problematik veralteter Einheitswerte zu verdeutlichen.
3 Mängel der Einheitsbewertung zum Zweck der Grundsteuer
Die Einheitsbewertung bietet viel Anlass zur Kritik. Insbesondere sind in den vergangenen Jahrzehnten die Verzerrungen in den Fokus gerückt, die aus den beiden zur Bewertung des Grundbesitzes angewandten Verfahren, dem Ertrags- und Sachwertverfahren, sowie der Überalterung der Einheitswerte entstehen. So wird beispielsweise das Ertragswertverfahren überwiegend auf Grundstücke angewandt, die nach dem Jahr 1964 entstanden sind. Dabei soll die übliche Miete für gleichermaßen ausgestalteten Grundbesitz als Grundlage zur Ermittlung des Rohertrags dienen. Die Mietpreise haben sich allerdings seit dem Hauptfeststellungszeitpunkt 1964 in Abhängigkeit des Ortes, des Stadtteiles und der Grundstücksart unterschiedlich entwickelt und sind mit den Wertverhältnissen von 1964 unvereinbar.
Zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommene Veränderungen am Grundbesitz, wie Umbauten oder Erweiterungen, erschweren zudem die Festlegung des Multiplikators, da das Baujahr in diesen Fällen nicht eindeutig bestimmt ist. Des Weiteren können Unklarheiten über die genaue Größe der Gemeinde an einem Stichtag zu einem abweichenden Multiplikator führen und den Einheitswert schlussendlich verfälschen. Das Sachwertverfahren wird ebenso aufgrund seiner Komplexität und der mühsamen Umsetzung in der Praxis kritisiert. So bietet alleinig die Einordnung in eine Gebäudeklasse viel Streitpotential, da die zahlreichen Abgrenzungen eine eindeutige Bestimmung äußerst schwierig machen. Grundsätzlich führt die Bewertung durch das Sachwertverfahren zu einem höheren Einheitswert als das Ertragswertverfahren.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Besteuerung von Grundvermögen als Einnahmequelle und führt in die Thematik der unterschiedlichen Bewertungsverfahren für verschiedene Steuerarten ein.
2 Steuerrechtliche Bewertungsgrundlagen von bebauten Grundstücken: Dieses Kapitel stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die verschiedenen Verfahren zur Wertermittlung für die Grunderwerb-, Grund- sowie Erbschaft- und Schenkungsteuer vor.
3 Mängel der Einheitsbewertung zum Zweck der Grundsteuer: Hier wird die Kritik an der aktuellen Einheitsbewertung dargelegt, insbesondere im Hinblick auf veraltete Hauptfeststellungszeitpunkte und die daraus resultierenden Wertverzerrungen.
4 Bewertungsvergleich: In diesem Hauptteil wird anhand eines konkreten Mietwohngrundstücks ein Vergleich der Bemessungsgrundlagen durchgeführt, um die Heterogenität und das Fehlerpotential aufzuzeigen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige steuerpolitische Veränderungen, insbesondere die Grundsteuerreform.
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Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der unterschiedlichen Bewertungsansätze für bebaute Grundstücke im deutschen Steuerrecht.
Die zentralen Felder sind die Grunderwerbsteuer, die Grundsteuer sowie die Erbschaft- und Schenkungsteuer in ihrer Anwendung auf Grundvermögen.
Ziel ist es, die Bewertungsverfahren in ihren Grundzügen darzustellen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche Methoden zu erheblichen Inkonsistenzen bei der Besteuerung führen.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse der gesetzlichen Grundlagen sowie einen praxisorientierten Bewertungsvergleich anhand von Beispieldaten aus dem Immobilienmarkt.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Mängel der aktuellen Einheitsbewertung sowie ein konkreter Vergleich der Wertermittlung für ein Mietwohngrundstück detailliert durchgeführt.
Wesentliche Begriffe sind Steuerwert, Einheitsbewertung, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren und Liegenschaftszinssatz.
Die Kritik beruht darauf, dass die Bewertung teilweise noch auf Wertverhältnissen aus den Jahren 1935 und 1964 basiert, die die moderne Marktentwicklung nicht mehr realitätsnah widerspiegeln.
Die Analyse zeigt, dass bereits minimale Änderungen des Zinssatzes zu massiven Abweichungen im Ergebnis führen können, was das Risiko einer Über- oder Unterbewertung für den Steuerpflichtigen birgt.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Diskrepanzen zu einer hohen Streuung der Steuerlast führen, was das Bestreben nach einer bundesweiten Grundsteuerreform unterstreicht.
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