Masterarbeit, 2012
147 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Der Kompetenzbegriff
2.2 Bewertungskompetenz als Ziel des naturwissenschaftlichen Unterrichts
2.3 Bewertungsstrukturwissen
2.4 Entscheidungspsychologische Grundlagen
2.4.1 Allgemeine Merkmale von Entscheidungsprozessen
2.4.2 Entscheidungsstrategien
2.4.3 Das Social Intuitionist Model als Zwei-Prozess-Modell
2.4.4 Zusammenfassender Überblick
2.5 Modellierung von Bewertungskompetenz
2.5.1 Ein Rahmenmodell für Entscheidungsprozesse
2.5.2 Das Modell der ethischen Urteilskompetenz
2.5.3 Das ESNaS-Modell
2.5.4 Das Göttinger Modell der Bewertungskompetenz
2.5.5 Vergleich der vorgestellten Modelle im Hinblick auf diese Arbeit
2.6 Testtheoretische Grundlagen
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Entwicklung des Erhebungsinstruments
3.3 Das Erhebungsinstrument
3.3.1 Die Planungsaufgaben
3.3.2 Die Entscheidungsaufgaben
3.3.3 Die Reflexionsaufgaben
3.3.4 Zusammenstellung der Aufgaben für die Untersuchung
3.4 Entwicklung der Interventionsstunde
4 Ergebnisse und Diskussion
4.1 Allgemeines
4.2 Beobachtung der Interventionsstunde
4.3 Kodierung der Testaufgaben
4.3.1 Antwortbeispiele
4.3.2 Ergebnisse der Mehrfachkodierung: Inter-Rater-Reliabilität
4.4 Pre- und Post-Test
4.4.1 Ergebnisse des Pre- und Post-Tests
4.4.2 Zeitbedarf zum Bearbeiten der Aufgaben
4.5 Äußerungen von Schülerinnen und Schülern
4.6 Weitere Ergebnisse
4.6.1 Hinweise auf intuitive Bewertungen
4.6.2 Rückschlüsse auf das Alltagsverständnis von Schülerinnen und Schülern
5 Beurteilung im Hinblick auf die Gütekriterien und Methodenkritische Reflexion
5.1 Objektivität
5.2 Reliabilität
5.3 Validität
5.4 Weitere Gütekriterien
5.5 Berechtigung der Förderung von Bewertungskompetenz
5.6 Methodenkritische Reflexion
6 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung und empirischen Erprobung eines Testinstruments zur Messung von Bewertungskompetenz bei Schülerinnen und Schülern, basierend auf dem Göttinger Modell. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob das Instrument geeignet ist, Unterschiede im Bewertungsstrukturwissen abzubilden und somit als valides Messwerkzeug im Physikunterricht dienen kann.
2.4.1 Allgemeine Merkmale von Entscheidungsprozessen
In vielen Situationen haben Menschen mehrere Handlungsmöglichkeiten. Eine solche, eher alltägliche Handlungsmöglichkeit ist beispielsweise der Kauf eines bestimmten Brotaufstrichs im Supermarkt: Der Käufer kann entweder überhaupt keinen Brotaufstrich kaufen, Marmelade oder z.B. auch Aufschnitt kaufen. Er hat somit mehrere Möglichkeiten zu handeln. Diese verschiedenen Handlungsmöglichkeiten werden in der Entscheidungspsychologie auch als Optionen bezeichnet (vgl. JUNGERMANN, PFISTER & FISCHER 2010, S. 3). Optionen können also einerseits konkrete Objekte sein, zwischen denen eine Entscheidung getroffen werden muss, andererseits aber auch Handlungen, die in einer bestimmten Situation denkbar sind oder längerfristige Strategien, die eher allgemeine Handlungsziele symbolisieren (vgl. JUNGERMANN, PFISTER & FISCHER 2010, S. 19f).
Stehen mehrere - also mindestens zwei - Optionen in einer bestimmten Situation zur Auswahl, so wird von einer Entscheidungssituation gesprochen. Die Entscheidung als solche, also die Wahl einer bestimmten Option, zeigt sich durch verbale Äußerungen der bzw. des Entscheidenden oder aber ist durch sein bzw. ihr Handeln direkt beobachtbar (vgl. JUNGERMANN, PFISTER & FISCHER 2010, S. 3).
Es ist wichtig festzuhalten, dass Entscheidungen nicht in jedem Fall bewusst getroffen werden. Dies bedeutet zum einen, dass eine Entscheidungssituation nicht immer als solche auch dem Entscheider bewusst ist (vgl. JUNGERMANN, PFISTER & FISCHER 2010, S. 3). Zum anderen heißt das aber auch, dass viele Entscheidungen oftmals intuitiv getroffen und erst, wie HAIDT (2001) ausführte, post-hoc gerechtfertigt werden, wenn die Begründung einer Entscheidung verlangt wird.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Bewertungskompetenz in den Bildungsstandards der naturwissenschaftlichen Fächer und skizziert das Ziel, ein valides Testinstrument hierfür zu entwickeln.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kompetenz und Bewertungsstrukturwissen und erläutert psychologische Grundlagen von Entscheidungsprozessen sowie gängige Kompetenzmodelle.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird das Studiendesign erläutert, das die Entwicklung der verschiedenen Aufgabenformate sowie die Durchführung einer Interventionsstunde in einem Pre-Post-Test-Design umfasst.
4 Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse der Untersuchung werden präsentiert und diskutiert, wobei insbesondere der Einfluss der Interventionsstunde und die Inter-Rater-Reliabilität analysiert werden.
5 Beurteilung im Hinblick auf die Gütekriterien und Methodenkritische Reflexion: In diesem Kapitel erfolgt eine wissenschaftliche Prüfung des Instruments hinsichtlich Objektivität, Reliabilität und Validität sowie eine methodenkritische Auseinandersetzung.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Eignung des Instruments zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf für die naturwissenschaftliche Fachdidaktik.
Bewertungskompetenz, Bewertungsstrukturwissen, Entscheidungspsychologie, Göttinger Modell, Testinstrument, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Empirische Erprobung, Pre-Post-Test-Design, Entscheidungsstrategien, Kognitive Prozesse, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Validität, Reliabilität, Objektivität, Reflexionsfähigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und empirischen Erprobung eines Testinstruments, das Bewertungskompetenz von Schülerinnen und Schülern im Kontext naturwissenschaftlicher Fragestellungen messbar machen soll.
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung von Bewertungskompetenz, die psychologischen Grundlagen von Entscheidungsprozessen und die praktische Anwendung dieser Theorien zur Diagnostik in der Schule.
Das Ziel ist die Bereitstellung eines in der Schule einsetzbaren, validen Instruments, das untersuchen kann, über welches Bewertungsstrukturwissen Schülerinnen und Schüler verfügen und wie sie komplexe Entscheidungen begründen.
Die Autorin verwendet ein quasiexperimentelles Pre-Post-Test-Design mit einer Interventions- und zwei Kontrollgruppen, ergänzt durch eine qualitative Kodierung von Schülerantworten und eine statistische Analyse der Inter-Rater-Reliabilität.
Der Hauptteil umfasst die Herleitung eines theoretischen Rahmens, die detaillierte Beschreibung der Testaufgabenentwicklung, die Durchführung der Untersuchung sowie eine umfassende statistische Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bewertungskompetenz, Göttinger Modell, Entscheidungsstrategien (kompensatorisch/non-kompensatorisch) und psychometrische Gütekriterien charakterisiert.
Die Interventionsstunde dient dazu, gezielt Wissen über Entscheidungsstrategien zu vermitteln; eine messbare Verbesserung der Schülerergebnisse im Post-Test liefert Hinweise auf die Sensitivität und Validität des entwickelten Instruments.
Es wird festgestellt, dass viele Schülerinnen und Schüler ihre Urteile intuitiv fällen; die Anforderung einer Begründung führt häufig zu einer post-hoc-Rechtfertigung, die nicht zwingend den tatsächlichen, rationalen Bewertungsprozess widerspiegelt.
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