Magisterarbeit, 2002
54 Seiten, Note: sehr gut
Diese Magisterarbeit analysiert die hermeneutischen Schriften von Hans-Georg Gadamer, insbesondere im Kontext der Lyrik, wobei auch andere Bereiche wie Naturwissenschaften, Geschichte und Kunst berücksichtigt werden. Die Arbeit erforscht die Universalität der Hermeneutik, das heißt, wie sie die Auslegung von Schriften, Kunstwerken und das Verstehen von Menschen, insbesondere durch das Gespräch, umfasst.
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Arbeit ein und beleuchtet die Rolle der Sprache und des Verstehens in Gadamers Hermeneutik. Kapitel 2 behandelt die Aufgabe der Hermeneutik und analysiert die verdeckende Funktion der Sprache, die Reflexion und Selbstreflexion sowie das Verstehen als wirkungsgeschichtlichen Vorgang. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit Sprache und Gespräch, wobei die Motivation, die Kunst und das Gespräch als Spiel betrachtet werden.
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen der Hermeneutik, darunter die Sprache, die Reflexion, das Verstehen, die Wirkungsgeschichte, die Lyrik, die Interpretation, die Kunst, das Gespräch und die Dichtung. Dabei stehen die Schriften von Hans-Georg Gadamer im Mittelpunkt, die durch ihre Universalität und ihre Anwendung auf verschiedene Bereiche des Lebens die hermeneutische Methode erhellen.
Hermeneutik ist für Gadamer die Kunst und Lehre der Auslegung von Texten und Kunstwerken. Er entwickelte eine philosophische Hermeneutik, die ontologisch ausgerichtet ist und das Verstehen als eine grundlegende Weise des menschlichen In-der-Welt-Seins betrachtet.
Damit ist gemeint, dass Hermeneutik nicht nur eine Methode für Geisteswissenschaften ist, sondern alle Bereiche des menschlichen Lebens umfasst, in denen Verstehen stattfindet – von der Sprache über die Geschichte bis hin zur Kunst.
Das Gespräch ist für Gadamer das Modell des Verstehens. In einem echten Gespräch lassen sich die Partner auf die Sache ein, wodurch eine "Horizontverschmelzung" stattfindet und ein gemeinsames Verständnis entsteht.
Gadamer zeigt dies beispielhaft an Paul Celans Gedichtfolge "Atemkristall". Er betont, dass das Verstehen eines Gedichts eine Eigenleistung des Lesers erfordert, wobei der Sinn nicht verborgen ist, sondern sich im Vollzug des Lesens erschließt.
Es beschreibt die Tatsache, dass wir Texte immer vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte und der bisherigen Interpretationsgeschichte verstehen. Wir stehen in einer Tradition, die unser Verstehen unbewusst mitformt.
Gadamer wandte sich gegen die Tendenz, geistige Phänomene rein physiologisch oder methodisch zu reduzieren. Er wollte aufzeigen, dass es Wahrheitserfahrungen (z.B. in der Kunst) gibt, die sich der naturwissenschaftlichen Methode entziehen.
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