Magisterarbeit, 2002
54 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Die Aufgabe der Hermeneutik
2.1. Verdeckung der Sprache
2.2. Reflexion und Selbstreflexion
2.3. Verstehen als wirkungsgeschichtlicher Vorgang
3. Sprache und Gespräch
3.1. Motivation
3.2. Die Kunst
3.3. Das Gespräch als Spiel
4. Verstehen
4.1. Dichtung als Aufdeckung
4.2. Interpretation und Deutung
5. Zusammenfassung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der hermeneutischen Schriften von Hans-Georg Gadamer unter besonderer Berücksichtigung ihrer Anwendung auf die Lyrik, insbesondere auf den Gedichtzyklus „Atemkristall“ von Paul Celan, um ein tieferes Verständnis von Sprache, Verstehen und Wahrheit zu erlangen.
3.2. Die Kunst
Auch das nicht-sprachliche Kunstwerk fällt in den Aufgabenbereich der Hermeneutik. Denn auch dieses sagt uns allen etwas.
Das Kunstwerk wird wie Literatur überliefert: Es ist abhängig vom Geschmack und dem bewahrenden Willen der späteren Generation, das Bewahren und Überliefern der Sprache, die das Kunstwerk selber mit sich trägt. Es sagt einem jedem etwas, als „wäre es eigens ihm gesagt“, wodurch das Gesagte und damit auch das Kunstwerk selbst zu etwas Gegenwärtigem und Gleichzeitigem wird. Man begegnet sich selbst bei der Begegnung mit einem Kunstwerk, eine „Selbsterkenntnis des Geistes“. Dies bedeutet eine Gleichzeitigkeit zwischen dem Werk und dem Betrachter.
Das Kunstwerk konfrontiert uns mit uns selbst. Es macht uns betroffen, da das Gesagte wie eine Entdeckung erscheint, eine Aufdeckung von etwas Verdecktem. Die gefühlte Vertrautheit mit dem Werk erschüttert uns, und bringt das Gewohnte zum Einsturz: „Es ist nicht nur das „Das bist du!“, das es in einem freudigen und furchtbaren Schreck aufdeckt - es sagt uns auch: „Du mußt dein Leben ändern.“ „All dies Stutzen und Staunen und im Verstehen Nichtweiterkommen ist offenkundig immer auf Weiterkommen, auf eindringlichere Erkenntnis angelegt!“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Gadamers Hermeneutik ein und setzt den Fokus auf die Analyse lyrischer Texte, speziell Paul Celans, als Herausforderung für das Verstehen.
2. Die Aufgabe der Hermeneutik: Dieses Kapitel thematisiert die Sprachlichkeit als grundlegendes Phänomen, beleuchtet die Rolle der Reflexion und definiert Verstehen als einen wirkungsgeschichtlichen Prozess.
3. Sprache und Gespräch: Der Abschnitt untersucht die motivierte Natur der Sprache, die Funktion der Kunst als Spiegel des Selbst sowie den spielerischen Charakter des verstehenden Gesprächs.
4. Verstehen: Dieses Kapitel konzentriert sich auf das Verstehen von Dichtung als einen Prozess der Aufdeckung und diskutiert die methodischen Herausforderungen bei Interpretation und Deutung.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentrale Bedeutung des hermeneutischen Ansatzes für das Verständnis der Welt und die Rolle des Gesprächs als Medium zur Wahrheitssuche.
Hermeneutik, Hans-Georg Gadamer, Paul Celan, Lyrik, Verstehen, Sprache, Dichtung, Interpretation, Deuten, wirkungsgeschichtlicher Vorgang, Horizontverschmelzung, Sinnverhüllung, Atemkristall, Wahrheit, Dialog.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der hermeneutischen Theorie von Hans-Georg Gadamer auf das Verständnis lyrischer Dichtung.
Die zentralen Themen sind das Wesen der Hermeneutik, die Rolle der Sprache, die Dynamik des Verstehens sowie die spezifische Bedeutung von Lyrik als Gegenstand der Interpretation.
Ziel ist es, durch die Gadamer'sche Perspektive einen Zugang zum „richtigen“ Verstehen komplexer, sinnverhüllter Lyrik zu finden.
Die Arbeit nutzt die hermeneutische Reflexion, um die Texte Gadamers und exemplarisch die Lyrik von Paul Celan zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert die Aufgaben der Hermeneutik, das Wesen der Sprache und des Gesprächs sowie die spezifischen Anforderungen beim Verstehen und Deuten von Dichtung.
Wichtige Begriffe sind Hermeneutik, wirkungsgeschichtlicher Vorgang, Sprachlichkeit, Dichtung, Interpretation und Horizontverschmelzung.
Celans Lyrik zeichnet sich durch eine spezifische „Sinnverhüllung“ aus, die das Verstehen zur „großen Eigenleistung“ macht und somit das hermeneutische Vorgehen besonders herausfordert.
Gadamer deutet diesen Titel als den lautlosen Übergang zwischen Aus- und Einatmen, in dem sich das Gedicht in „reine Gestalt“ auskristallisiert.
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