Examensarbeit, 2016
90 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Problemorientiertes und entdeckendes Lernen
2.1 Problemlösender Unterricht
3. Modelle im Geographieunterricht
3.1 Merkmale von Modellen
3.2 Funktion von Modellen und Modellkompetenzen
3.3 Arten von Modellen
3.3.1 Graphische Modelle
3.3.2 Konkrete Modelle
3.3.3 Semantische-, Bio- und Soziotechnische Modelle
4. Der experimentelle Algorithmus
5. Die pleistozäne Vereisung und ihre Auswirkungen – Sachanalyse
5.1 Gletscher
5.1.1 Gletscherbewegungen
5.2 Die glaziale Serie
5.3 Moränen
5.4 Oser und Kames
5.5 Toteis und Sölle
5.6 Sander und Urstromtäler
5.7 Eisstauseen und Zungenbecken
5.7.1 Der große Plöner See als postglaziales Relikt
6. Didaktische Analyse
6.1 Inhaltsfelder und Bildungsstandards
7. Konstruktion des Analogmodells Zungenbecken – methodische Analyse
7.1 Einstieg und Problemorientierung – Erste Unterrichtsstunde
7.2 Überblick und Hypothesen – Zweite Unterrichtsstunde
7.3 Bau der Analogmodelle – Dritte Unterrichtsstunde
7.4 Arbeit an den Modellen und Besprechung – Vierte Unterrichtsstunde
7.5 Reflexion, Fehlerquellendiskussion und Analogisierung – Fünfte Unterrichtsstunde
8. Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Modellbau im Geographieunterricht zur Förderung von problemlösendem und entdeckendem Lernen. Ziel ist es, ein konkretes Unterrichtskonzept zu entwickeln, das Schülern durch die selbstständige Konstruktion eines Analogmodells ein tieferes Verständnis für die glaziale Serie und die Entstehung von Zungenbecken ermöglicht.
3.1 Merkmale von Modellen
Der Begriff „Modell“ wird innerhalb vieler verschiedener Wissenschaften verwendet (vgl. Wirth, 1979, S. 129). Im Rahmen dieser Arbeit werden jedoch lediglich solche behandelt, die von geographischer Relevanz sind. Herbert Stachowiak definiert das Modell in einer Doppeldeutung als „(...) Abbild von etwas sowie als Vorbild für etwas (...)“ und in zweiter Deutung als „(...) Repräsentation eines bestimmten Originals (...)“ (vgl. Stachowiak, 1973, S. 129). Dabei besteht der von ihm aufgestellte Modellbegriff aus drei Hauptmerkmalen:
1. Das Abbildungsmerkmal eines Modells besagt, dass dieses stets eine Abbildung eines natürlichen oder künstlichen Originals ist.
2. Das Verkürzungsmerkmal definiert die Vereinfachung eines Modells zum Original und beinhaltet, dass lediglich Attribute wiedergegeben werden, welche dem Modellierer relevant zur Bearbeitung seines Problems erscheinen.
3. Das pragmatische Merkmal besagt, dass Modelle ihrem Original nicht eindeutig zugeordnet sind, sondern diese Zuordnung nur für bestimmte Zeitintervalle und unter der Prämisse der Zweckausrichtung geschieht (vgl. Stachowiak, 1973, S. 131 ff.).
Alle drei Merkmale heben die Relation zwischen Modell und Original hervor. So betrachtet bilden sie Teilaspekte der für jeweilige Fragestellungen bedeutsamen Wirklichkeit ab und es entsteht ein vereinfachtes System (vgl. Wirth, 1979, S. 129, zit. nach Wiktorin, 2014, S. 7).
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Relevanz von problemorientiertem Lernen und führt in die Konzeption der Unterrichtsreihe zur glazialen Serie ein.
2. Problemorientiertes und entdeckendes Lernen: Dieses Kapitel begründet theoretisch, warum entdeckendes Lernen die wissenschaftliche Grundbildung fördert.
3. Modelle im Geographieunterricht: Es werden die Funktionen und Kategorien von Modellen sowie deren wissenschaftstheoretische Bedeutung dargelegt.
4. Der experimentelle Algorithmus: Dieses Kapitel stellt das methodische Vorgehen vor, um wissenschaftliches Arbeiten in der Schule zu strukturieren.
5. Die pleistozäne Vereisung und ihre Auswirkungen – Sachanalyse: Eine fachwissenschaftliche Aufarbeitung der glazialen Prozesse, die für das Zungenbecken entscheidend sind.
6. Didaktische Analyse: Hier wird der Lehrplanbezug hergestellt und die didaktische Reduktion für das Unterrichtsprojekt begründet.
7. Konstruktion des Analogmodells Zungenbecken – methodische Analyse: Die praktische Umsetzung der Unterrichtsreihe, gegliedert in fünf Stunden, wird detailliert geplant.
8. Fazit: Eine abschließende Reflexion über den Erfolg und die Herausforderungen der Modellarbeit im Geographieunterricht.
Geographieunterricht, Modelle, glaziale Serie, Zungenbecken, problemorientiertes Lernen, entdeckendes Lernen, experimenteller Algorithmus, Pleistozän, Modellkompetenz, Scientific Literacy, Unterrichtskonzeption, geomorphologische Prozesse, Modellbau, Analogmodell, Didaktik.
Die Arbeit behandelt die Integration von Modellbau als Methode im Geographieunterricht, um Schülern komplexe geographische Prozesse wie die glaziale Serie verständlich zu machen.
Im Fokus stehen das problemorientierte Lernen, die Theorie des Modellierens in der Geographie sowie die fachlichen Hintergründe der pleistozänen Eiszeiten.
Ziel ist die Konzeption einer praxisnahen Unterrichtsreihe, in der Schüler selbstständig ein Analogmodell eines Zungenbeckens bauen, um durch dieses Experiment Erkenntnisse über geologische Prozesse zu gewinnen.
Die Arbeit orientiert sich am sogenannten experimentellen Algorithmus, der fünf Schritte von der Problemstellung über die Hypothesenbildung bis hin zur Interpretation umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Unterrichtsstunden: von der ersten Problemorientierung und Hypothesenbildung über den Bau des Modells in Kleingruppen bis hin zur Reflexion und Auswertung.
Wesentliche Begriffe sind "glaziale Serie", "Analogmodell", "problemorientiertes Lernen" und "Scientific Literacy".
Die Schüler nutzen Styroporplatten, die sie nach einer Schablone bearbeiten, um eine Vertiefung zu schaffen. Diese wird anschließend mit Sedimenten und Eisblöcken "geflutet", um die Ausschürfung durch Gletscher zu simulieren.
Es dient als lokales, geographisch relevantes Beispiel, das Schülern ermöglicht, eine direkte Verbindung zwischen der Theorie der glazialen Serie und ihrer unmittelbaren Umgebung herzustellen.
Sie ist entscheidend, damit die Schüler lernen, die Grenzen des Analogmodells zu erkennen und kritisch zu hinterfragen, wo das Modell die Realität vereinfacht oder möglicherweise verzerrt darstellt.
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