Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Kenmu-Restauration
2.1. Zeitlicher und politischer Rahmen
2.2. Die Genkô-Zeit und die Kenmu-Restauration
2.3. Die Legende des Kusunoki Masashige
2.3.1. Die Mittel des taiheiki
2.3.2. Legendarische Ereignisse
2.3.2.1. Kusunoki Masashige schließt sich Kaiser Godaigo an
2.3.2.2. Die Kämpfe Masashiges vor der Kenmu-Restauration
2.3.2.3. Vor der Schlacht am Minatogawa
2.3.2.4. Der Tod Masashiges
2.3.3. Die Person Kusunoki Masashige
2.4. Masashiges Bedeutung für die Kenmu-Restauration
3. Die Meiji-Restauration
3.1. Der Tenno
3.1.1. kôdô und bushidô
3.1.2. Die neue Rolle des shintô
3.2. Neuerungen im Erziehungssystem der Meiji-Zeit
3.3. Die Bedeutung der Kenmu-Restauration
3.4. Der Kusunoki Masashige der Meiji-Zeit
3.4.1. Der Bezug zu Saigô Takamori
3.4.2. Einfluss auf „Kamikaze“
3.4.3. Kusunoki Masatsura
3.4.4. Posthume Ehrungen Masashiges
4. Fazit
Die Arbeit untersucht die historische sowie legendarische Figur des Kusunoki Masashige und analysiert, wie sein Bild während der Meiji-Zeit instrumentalisiert wurde, um einen nationalen Heldenkult zu begründen, der bedingungslose Kaisertreue und Selbstopferung als zentrale Tugenden propagierte.
2.3.2.1. Kusunoki Masashige schließt sich Kaiser Godaigo an
Auf der Flucht vor dem bakufu, welches seine Umsturzpläne aufgedeckt hatte, ließ Kaiser Godaigo sich in einem Kloster auf dem Berg Kasagi nieder. Das taiheiki schildert das erste Zusammentreffen Godaigos und Kusunoki Masashiges als Ergebnis einer Botschaft des Himmels in Form eines Traumes. Der Legende zufolge hatte Godaigo einen Traum von einem immergrünen Baum, unter dem ein nach Süden ausgerichteter Thron, auf welchem er Platz nehmen sollte, stand. Als er diesen Traum deutete und das Zeichen für Süden und Baum kombinierte, ergab sich daraus das Wort kusunoki (Kampferbaum). Unter dem Schutz dieses Baumes sollte er, nach eigener Interpretation des geträumten, wieder die Herrschaft über das japanische Volk ergreifen und regieren können. (vgl. Morris 1989: 139) Er ließ nach einem Mann namens Kusunoki schicken, und tatsächlich gab es einen Krieger, der Kusunoki Masashige hieß und in einem nahegelegenen Dorf wohnte. Dieser schloss sich nach einem kurzen Gespräch ohne zu überlegen dem Tenno an. (vgl. Koike/Roggendorf 1941: 141)
Von hoher Bedeutung ist in dieser Szene der Zusatz „ohne den Gedanken an richtig oder falsch“ (zehi no shian ni mo oyobazu) (Morris 1989: 454). Von Beginn an wird Kusunoki Masashige als bedingungslos kaisertreuer Samurai dargestellt. Ein Zögern hätte dieses Bild entwertet und die stimmige Gesamtkomposition gestört. Laut Morris soll dieser Zusatz auch die selbstlose und uneigennützige Art, in welcher er sich der kaiserlichen Sache verschrieb, verstärken. Eine weitere Auffälligkeit, die in späteren Passagen des taiheiki wiederholt wird, ist das Motiv Masashiges als ein Geschenk des Himmels, wie es schon in der Traumdeutung angewandt wurde.
1. Einleitung: Vorstellung des Phänomens Heldenverehrung und der Forschungsfrage nach der Nationalisierung des gescheiterten Helden Kusunoki Masashige in der Meiji-Zeit.
2. Die Kenmu-Restauration: Historische Einordnung der Ära, Analyse der legendarischen Überlieferungen im taiheiki und Darstellung der Person Kusunoki Masashige.
3. Die Meiji-Restauration: Untersuchung der parallelen Strukturen zur Kenmu-Restauration sowie der Instrumentalisierung von Ideologie, Schulbildung und Heldenkult im modernen Staat.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung von Masashige als weitgehend leerer, aber hochfunktionaler Projektionsfläche für nationale Ethik und Kaisertreue.
Kusunoki Masashige, Meiji-Restauration, Kenmu-Restauration, taiheiki, Kaisertreue, Staats-Shintô, bushidô, Tenno, Patriotismus, Nationalerziehung, Kamikaze, Legendenbildung, Samurai, Geschichte Japans, Instrumentalisierung.
Die Arbeit analysiert, wie der mittelalterliche Krieger Kusunoki Masashige während der Meiji-Zeit von der Regierung instrumentalisiert wurde, um ein Idealbild der bedingungslosen Kaisertreue für die japanische Bevölkerung zu erschaffen.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Kenmu-Restauration, die literarische Legendenbildung im taiheiki, die Bedeutung des Staats-Shintô sowie die Rolle des japanischen Erziehungswesens bei der Verbreitung nationaler Werte.
Die Forschungsfrage lautet: „Kusunoki Masashige: Nationalisierung eines gescheiterten Helden in der Meiji-Zeit?“ Ziel ist es, den Prozess zu beleuchten, durch den eine mittelalterliche Figur zu einem modernen staatlichen Symbol wurde.
Die Autorin nutzt eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse, indem sie zeitgenössische Quellen (wie das taiheiki), historische Abhandlungen und moderne Sekundärliteratur auswertet, um das Konstrukt des Heldenbildes kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des mittelalterlichen Hintergrunds von Masashige und seiner Rolle in der Kenmu-Restauration sowie die detaillierte Analyse seiner Funktionalisierung im Rahmen der Meiji-Staatsbildung, inklusive der Verbindung zu Kamikaze-Piloten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kaisertreue, Nationalisierung, Heldenkult, taiheiki und Meiji-Restauration charakterisiert.
Die Regierung legitimierte den südlichen Hof, da Kusunoki Masashige – das Modell kaisertreuer Aufopferung – diesen unterstützt hatte. Es war unvorstellbar, dass ein solches Vorbild für eine „illegitime“ Sache gestorben sein könnte.
Ab 1910 erreichte der Moralunterricht fast alle Kinder und vermittelte durch Geschichten über Helden wie Masashige Werte wie Familienloyalität und die Bereitschaft, für den Kaiser zu sterben, um so ideale Untertanen zu formen.
Durch die Propagierung seiner angeblichen letzten Worte („Sieben Leben“) und der Verwendung seines Wappens (kikusui) wurde Masashige zum ultimativen Vorbild für ehrenvolles Sterben für den Tenno im Zweiten Weltkrieg stilisiert.
Trotz seiner Bekanntheit sind die gesicherten historischen Fakten über sein Leben spärlich. Sein Image ist weniger durch historische Wahrheit als durch die Bedürfnisse späterer Generationen konstruiert, was ihn zu einer Projektionsfläche für beliebige Ideale macht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

