Bachelorarbeit, 2017
71 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definition Work-Life-Balance
2.2 Ziele und Vorteile des Work-Life-Balance Konzepts
2.3 Gesellschaftliche Entwicklungen
2.3.1 Demografischer Wandel
2.3.2 Globalisierung
2.3.3 Wandel der Arbeitswelt
2.3.4 Wertewandel
2.4 Grundlegende Modelle
2.4.1 Modell der Work-Life-Balance Wippe nach Kastner
2.4.2 Work-Life-Balance Modell nach Seiwert
2.4.3 Belastungs-Beanspruchungs-Konzept nach Rohmert
3 Work-Life-Balance Instrumente
3.1 Flexibilisierung der Arbeitszeit
3.1.1 Gleitzeit
3.1.2 Teilzeit
3.1.3 Job-Sharing
3.1.4 Arbeitszeitkonten
3.1.5 Interim Manager
3.1.6 Bewertung
3.2 Flexibilisierung des Arbeitsortes
3.2.1 Telearbeit
3.2.2 Bewertung
3.3 Flankierende Maßnahmen
3.3.1 Kinderbetreuung
3.3.2 Pflege von Angehörigen
3.3.3 Bewertung
3.4 Betriebliches Gesundheitsmanagement
3.4.1 Präventive Maßnahmen
3.4.2 Fitness- und Erholungsangebote
3.4.3 E-Fasten
3.4.4 Bewertung
4 Bewertung der Work-Life-Balance Instrumente
4.1 Auditierungsverfahren
4.2 Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016
5 Zusammenfassung
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Instrumente zur Förderung und Verbesserung der Work-Life-Balance von Beschäftigten in der deutschen Wirtschaft zu erläutern und deren praktische Anwendung zu bewerten. Dabei soll untersucht werden, wie Unternehmen durch familienfreundliche und gesundheitsfördernde Maßnahmen ihre Arbeitgeberattraktivität steigern und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unterstützen können.
2.4.1 Modell der Work-Life-Balance Wippe nach Kastner
Das Modell der Work-Life-Balance Wippe von Kastner beschäftigt sich mit der komplexen Betrachtung der Gesundheit, die es gilt auf lange Sicht zu erhalten (vgl. hierzu und zum Folgenden Collatz; Gudat 2011, S. 31f.). Laut diesem Modell gibt es Dynamiken und wechselseitige Beziehungen, die zwischen Personal, Situation und Organisation bestehen. Vorrangig gilt es, die Balance zwischen einerseits den Anforderungen und Belastungen und andererseits den Ressourcen zu erhalten. Dies soll die Abbildung 1 veranschaulichen.
Auf der linken Seite dieser Wippe nehmen Belastungen der Umwelt (zum Beispiel Lärm) und die tätigkeitsbezogenen Anforderung zu (vgl. hierzu und zum Folgenden Kastner 2013, S. 38f.). Zeitgleich zu diesen Prozessen müssen aber auch Ressourcen aufgebaut werden, um die Anforderungen zu meistern und Belastungen auszubalancieren. Jedoch wird aus Gründen des Zeitmangels oftmals mehr Wert auf die Erledigung der Anforderungen gelegt als auf den Aufbau von Ressourcen. Ressourcen sind aber zum einen wichtig, um Anforderungen zu meistern, andererseits muss ein Mindestmaß an Belastung bestehen, damit Ressourcen überhaupt aufgebaut werden können (vgl. hierzu und zum Folgenden Collatz; Gudat 2011, S. 31f.). Die Metapher der Wippe soll veranschaulichen, dass der Mensch versuchen muss, die beiden Seiten Anforderungen/Belastungen und Ressourcen auszubalancieren und zu verhindern, dass eine Seite komplett abfällt. Ein Absinken der Anforderungen und Belastungen hat Überforderung der Person zur Folge Wohingegen die Konsequenz des Abfallens der Ressourcen eine Unterforderung darstellt.
Um dieses Wippen beziehungsweise Abkippen zu einer der beiden Seiten zu vermeiden, besitzt der Mensch Anforderungs- und Ressourcenpuffer (vgl. hierzu und zum Folgenden Kastner 2013, S.39f.). Wie bereits erwähnt, existieren Anforderungen und Belastungen auf personaler, organisationaler und situationaler Dimension, dies gilt auch für die Puffer. Personale Anforderung stellen beispielweise Perfektionismus und Ehrgeiz dar. Aufgabenanforderungen, Lärm, Temperatur und Verschmutzung der Arbeitsumgebung gehören hingegen zur situativen Ebene. Beispiele für organisationale Anforderungen spiegeln sich in der Rolle beziehungsweise Position des Arbeitsnehmers wider. Diesen Anforderungen und Belastungen stehen die Anforderungs und Belastungspuffer, wie zum Beispiel Stressresistenz (personal), Handlungsspielraum und soziale Hilfestellungen (situational) und genügend Personal auf organisationaler Ebene, entgegen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben ein und definiert das Ziel der Arbeit, Instrumente zur Work-Life-Balance zu bewerten.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis, definiert den Begriff Work-Life-Balance und beleuchtet gesellschaftliche Entwicklungen sowie grundlegende Modelle wie die Wippe nach Kastner.
3 Work-Life-Balance Instrumente: Der Hauptteil stellt verschiedene Instrumente zur Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilisierung sowie flankierende Maßnahmen und betriebliches Gesundheitsmanagement detailliert vor.
4 Bewertung der Work-Life-Balance Instrumente: Dieses Kapitel bewertet die vorgestellten Maßnahmen anhand des Audits berufundfamilie und des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2016.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die wichtigsten theoretischen und praktischen Erkenntnisse der Arbeit.
6 Fazit: Das Fazit zieht ein abschließendes Resümee über die Notwendigkeit von Work-Life-Balance Maßnahmen und den künftigen Forschungsbedarf.
Work-Life-Balance, Arbeitszeitflexibilisierung, Telearbeit, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Personalpolitik, Familienfreundlichkeit, Demografischer Wandel, Mitarbeiterbindung, Vereinbarkeit, Ressourcenmanagement, Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, Wertewandel, Unternehmenskultur, Elternzeit, Pflegeverantwortung
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Bewertung verschiedener Instrumente, die Unternehmen einsetzen können, um die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu fördern.
Die Arbeit fokussiert sich auf Arbeitszeitmodelle, Flexibilisierung des Arbeitsortes, flankierende Familienleistungen und das betriebliche Gesundheitsmanagement.
Ziel ist es, die genannten Instrumente theoretisch zu beschreiben und ihre praktische Wirksamkeit sowie Eignung für Unternehmen zu bewerten.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und eine Auswertung von bestehenden Studien, wie dem Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit, um Best-Practice-Beispiele und Wirkungszusammenhänge aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Maßnahmen zur Flexibilisierung (Gleitzeit, Job-Sharing, Telearbeit), Unterstützungsmöglichkeiten für Familien und pflegende Angehörige sowie Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Arbeitszeitflexibilisierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gesundheitsmanagement und Mitarbeiterbindung.
Es verdeutlicht das notwendige Gleichgewicht zwischen Belastungen einerseits und persönlichen sowie situativen Ressourcen andererseits, um psychische Gesundheit zu erhalten.
Es dient dazu, die ständige digitale Erreichbarkeit zu begrenzen, um Mitarbeiter vor Überlastung und Burn-out zu schützen.
Sie dienen als präventive Maßnahme, um Ausfälle von qualifizierten Mitarbeitern abzufangen und den Verbleib von Beschäftigten in ihren Rollen zu sichern, wenn diese eine Auszeit benötigen.
Führungskräfte werden als entscheidender Erfolgsfaktor angesehen, da nur durch ihre Vorbildfunktion und aktive Unterstützung eine Work-Life-Balance-Kultur im Unternehmen verankert werden kann.
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