Bachelorarbeit, 2012
88 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Grundlagen zur Mockumentary
1.1 Herleitung des Begriffes und Definitionsversuch
1.1.1 Wer hat´s erfunden?
1.2 Abgrenzung zu anderen Film-Genres
2 Medientheoretische Einbettung der Mockumentary
2.1 Die Wirklichkeit des Films
2.1.1 Gegenüberstellung der fiktionalen und dokumentarischen Filmrealitäten
2.2 Bezugspunkt Dokumentarfilm
2.2.1 Selbstverständnis und Anspruch der Filmemacher
2.2.2 Darstellungsformen der Filme
2.2.3 Erwartungshaltung des Publikums
2.3 Inszenierung von Authentizität
2.4 Exkurs: Fälschung oder Fake?
2.4.1 Beispiel: Die Born-Affäre
3 Strategien und Intentionen der Mockumentary
3.1 (Pseudo-) Authentisierungsstrategien der Mockumentary
3.2 Die ‚Mock-docness’ der Mockumentary
3.2.1 Grad 1: Parodie
3.2.2 Grad 2: Kritik
3.2.3 Grad 3: Dekonstruktion
4 Filmbeispiele
4.1 Beispiel 1: DAS FEST DES HUHNES
4.1.1 Daten, Stab und Besetzung
4.1.2 Kurzinhalt
4.1.3 Sequenzprotokoll
4.1.4 (Pseudo-) Authentisierungsstrategien
4.1.5 Grad der ‚Mock-docness’
4.2 Beispiel 2: TOD EINES PRÄSIDENTEN
4.2.1 Daten, Stab und Besetzung
4.2.2 Kurzinhalt
4.2.3 Sequenzprotokoll
4.2.4 (Pseudo-) Authentisierungsstrategien
4.2.5 Grad der ‚Mock-Docness’
4.3 Beispiel 3: MUXMÄUSCHENSTILL
4.3.1 Daten, Stab und Besetzung
4.3.2 Kurzinhalt
4.3.3 Sequenzprotokoll
4.3.4 (Pseudo-) Authentisierungsstrategien
4.3.5 Grad der ‚Mock-docness’
5 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die enge, oft reflexive Bezogenheit des Mockumentary-Genres auf den Dokumentarfilm. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, auf welche Weise und mit welcher Intention Mockumentaries dokumentarische Macharten adaptieren, um Authentizität vorzutäuschen oder zu dekonstruieren.
Die Wirklichkeit des Films
Für alle Menschen, die einen Film sehen, ist der Filmemacher in diesem Moment der Schöpfer eines Ausschnitts ihrer Wirklichkeit.
„[Der Film] spiegelt […] Realität auf eine spezifische Art und Weise: durch Betonung, Interpretation, Verzerrung, Kommentierung, Fiktionalisierung, Dramatisierung, Raffung, Dehnung etc. Der Film erschafft damit [s]eine eigene filmische Realität, die auf die vermeintlich wirkliche Realität verweist, von ihr aber unterscheidbar ist.“
Implizit verdeutlicht dieses Zitat, dass sich Wirklichkeitsmodelle automatisch pluralisieren, wenn sich der Wirklichkeitsbegriff von der Realität löst. Eine absolute Unterteilung in „wirklich“ und „nicht wirklich“ macht demnach keinen Sinn.
Auch wenn eine erschöpfende Darstellung der Diskussion um das konstruktivistische Wirklichkeitsverständnis an dieser Stelle nicht geleistet werden kann, scheint in diesem Zusammenhang jedoch erwähnenswert, dass es nach dem konstruktivistischen Verständnis nicht die eine „objektive“ Realität gibt, sondern dass sich jeder Mensch mithilfe der individuell unterschiedlichen Wahrnehmung und deren Verarbeitung durch das Bewusstsein seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Nach dieser Auffassung kann es keine objektive Darstellung in den Medien geben, da die abgebildete Realität immer die Konstruktion eines Subjekts ist, das diese aus seiner individuellen Disposition heraus interpretiert: „Medien liefern nach dem konstruktivistischen Verständnis damit zwar Aussagen über die Realität, sind aber darin zugleich Teil der Realität und konstituieren diese damit letztlich erst.“ Wirklichkeit ist also immer abhängig von den jeweiligen „[…] biologischen, kognitiven und soziokulturellen Bedingungen, denen sozialisierte Individuen in ihrer sozialen und natürlichen Umwelt unterworfen sind.“ Die Wirklichkeit wird von audiovisuellen Medien folglich nicht reproduziert, sondern innerhalb bestimmter Konventionen und Passformen inszeniert.
1 Grundlagen zur Mockumentary: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsherleitung und definiert die Mockumentary als hybride, dokufiktionale Form, wobei erste Abgrenzungen zu verwandten Genres vorgenommen werden.
2 Medientheoretische Einbettung der Mockumentary: Hier wird das Verhältnis von Fiktion und Dokumentation beleuchtet, indem die Wirklichkeitskonstruktion des Films und die verschiedenen Realitätsmodi des Dokumentarfilms nach Bill Nichols diskutiert werden.
3 Strategien und Intentionen der Mockumentary: Das Kapitel analysiert, wie Mockumentaries durch (Pseudo-)Authentisierungsstrategien eine dokumentarische Lesart etablieren, und führt die Kategorisierung nach den "Graden der Mock-docness" ein.
4 Filmbeispiele: Anhand von drei ausgewählten Mockumentaries wird die praktische Anwendung der zuvor erarbeiteten Analyseraster demonstriert und der jeweilige Grad der filmischen Reflexivität bestimmt.
5 Resümee: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei die Mockumentary erneut als Mischform charakterisiert wird, die durch die Imitation dokumentarischer Rhetorik kritische Distanz zum Genre und zur Medienkompetenz des Zuschauers schafft.
Mockumentary, Dokumentarfilm, Fiktion, Authentizität, Authentisierungsstrategien, Medienkompetenz, Realität, Inszenierung, Parodie, Dekonstruktion, Reflexivität, Filmtheorie, Pseudo-Doku, Mock-docness, Filmanalyse.
Die Arbeit untersucht das hybride Genre der Mockumentary und analysiert, wie diese Filme durch die Imitation dokumentarischer Stile eine scheinbare Authentizität erzeugen, um den Zuschauer zu unterhalten, zu kritisieren oder das Genre selbst zu dekonstruieren.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen Fakten und Fiktion im Film, die medientheoretische Verankerung des Dokumentarfilms und die Analyse von Strategien, die Filmemacher nutzen, um ein Werk als „echte“ Dokumentation erscheinen zu lassen.
Das Ziel ist es, die spezifischen Mechanismen und Intentionen hinter der Mockumentary-Form aufzuzeigen und zu verstehen, warum und wie diese Filme die dokumentarische "Machart" adaptieren.
Die Arbeit basiert auf einer medientheoretischen Literaturanalyse und einer exemplarischen Filmanalyse, bei der drei konkrete Beispiele anhand eines entwickelten Rasters und erstellter Sequenzprotokolle untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine medientheoretische Einbettung, die Definition und Diskussion von Authentisierungsstrategien sowie die detaillierte Untersuchung von drei Filmbeispielen, um diese verschiedenen Kategorien der "Mock-docness" zuzuordnen.
Die wichtigsten Begriffe sind Mockumentary, Authentizität, Reflexivität, Dokumentarfilm-Stilmittel, Medienspezifische Inszenierung und Fiktions-Fakten-Unterscheidung.
Während eine Fälschung (Fake) im kriminellen oder propagandistischen Sinne meist versucht, nicht entdeckt zu werden, zeichnet sich eine Mockumentary dadurch aus, dass sie ihren fiktionalen Charakter bewusst oder im Laufe der Zeit offenlegt und somit ein "Spiel" mit dem Zuschauer betreibt.
Das Schema dient der Kategorisierung von Mockumentaries in drei Grade (Parodie, Kritik, Dekonstruktion), abhängig von der Intention des Filmemachers, der Art der Code-Aneignung und der geforderten Zuschauer-Reflexion.
Sie dienen als empirische Grundlage für die Analyse, um die im theoretischen Teil identifizierten Authentisierungsmuster (wie Off-Sprecher oder Found-Footage) in den untersuchten Filmen präzise nachzuweisen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

