Bachelorarbeit, 2016
41 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Internationaler Handel, Entwicklung und Hintergründe multilateraler, sowie bilateraler Handels- und Investitionsschutzabkommen
2.1 Internationaler Handel und Recht
2.2 Internationale Handelsabkommen im Rahmen multilateraler Koordination
2.3 Entwicklung bilateraler Handels- und Investitionsschutzabkommen
3. Die private Schiedsgerichtsbarkeit - Garantie für Rechtsschutz und Mechanismus zur Beilegung von Streitigkeiten
3.1 Die Private Schiedsgerichtsbarkeit - Eine Begriffseinordnung
3.2 Internationale Entwicklung privater Schiedsgerichtsbarkeit
3.3 Die theoretisch - ökonomische Begründung der privaten Schiedsgerichtsbarkeit
3.4 Allgemeine Vorteile der privaten Schiedsgerichtsbarkeit
4. Diskussion über die Chancen und Risiken der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit
4.1 Förderung von Direktinvestitionen
4.2 Verlust staatlicher Regulierungsfähigkeit und Gefährdung öffentlicher Finanzen
4.3 Umgehung und Aushöhlung des Rechtsstaates
5. Reformen der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit im Rahmen von CETA
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Instrument der privaten Schiedsgerichtsbarkeit, ordnet es handelspolitisch ein und analysiert es aus ökonomischer Perspektive, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP.
3.3 Die theoretisch - ökonomische Begründung der privaten Schiedsgerichtsbarkeit
Da die private Schiedsgerichtsbarkeit eine rechtliche Ausgestaltung des nationalen wie internationalen Rechtsrahmens darstellt (vgl. Kapitel 3.2) und zugleich infolgedessen die Anreizstruktur von Individuen beeinflusst, ist es evident, dass ein derartiges Instrument auf der ökonomischen Analyse des Rechts gründet (vgl. Rodi, 2014, S. 5 ff.).
Bei der ökonomischen Analyse des Rechts muss zwischen einer positiven und normativen Analyse unterschieden werden (vgl. van Aaken, 2004, S. 1 ff.). Bei der positiven Analyse kann die Analyse des Rechts bzw. die Ökonomie des Rechts, dazu dienen, die Folgen von Recht mit Hilfe der Theorie der rationalen Wahl zu erklären (Rational Choice Theorie). Die Ökonomie kann also hier einen zusätzlichen Beitrag zur Rechtswissenschaft leisten, um zu erklären, warum bestimmte Gesetze und Regeln für ein menschliches Zusammenleben existieren.
Aus der Neuen Institutionenökonomie ist Ökonomen bekannt, dass Institutionen menschliches Verhalten und damit die jeweiligen Anreizstrukturen von Individuen beeinflussen. So können beispielsweise Gesetze und Sanktionen als formelle Regeln bzw. Normen als informelle Regeln dazu beitragen, dass Individuen vor gesamtgesellschaftlich schädigenden Handlungen ausreichend abgeschreckt werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Individuen vor ihrer Handlung ihre Handlungsalternativen sowie die gegebenen Restriktionen in ihr individuelles Nutzen-Kosten-Verhältnis einbeziehen und auf Grundlage dieser Basis dann entscheiden.
Um schließlich die strategische Interaktion von Individuen besser analysieren zu können, wurde in der Mikroökonomie die sog. Spieltheorie methodisch entwickelt. Diese Methode soll nun dazu dienen eine spieltheoretische Situation des Vertragsrechts in Anlehnung an das Modell von Cooter und Ulen (2012) darzustellen. Das wesentliche Ziel besteht darin, die Wirkung und das Potenzial von Institutionen zur Erreichung von Stabilität und damit Kooperation besser nachvollziehen zu können.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Kritik an privaten Schiedsgerichten in Handelsabkommen wie TTIP und CETA und definiert das Ziel der Arbeit, diese ökonomisch und handelspolitisch zu untersuchen.
2. Internationaler Handel, Entwicklung und Hintergründe multilateraler, sowie bilateraler Handels- und Investitionsschutzabkommen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen des internationalen Handels, die Notwendigkeit von Kooperation und die Entwicklung von Handelsabkommen von GATT bis hin zu bilateralen Verträgen.
3. Die private Schiedsgerichtsbarkeit - Garantie für Rechtsschutz und Mechanismus zur Beilegung von Streitigkeiten: Es wird die Begriffseinordnung sowie die internationale Entwicklung der Schiedsgerichtsbarkeit beschrieben, gefolgt von einer ökonomischen Begründung mittels Spieltheorie und einer Erläuterung der allgemeinen Vorteile.
4. Diskussion über die Chancen und Risiken der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit: Dieser Teil analysiert kritisch, ob Investitionsschutzabkommen tatsächlich Investitionen fördern und beleuchtet Gefahren wie den Verlust staatlicher Regulierungsfähigkeit und die Aushöhlung des Rechtsstaates.
5. Reformen der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit im Rahmen von CETA: Das Kapitel stellt die handelspolitischen Reformansätze der Europäischen Kommission dar, die auf mehr Transparenz und definierte Rechtssicherheit im Rahmen von CETA abzielen.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass das bisherige System der privaten Schiedsgerichtsbarkeit zwar in zivilrechtlichen Bereichen sinnvoll ist, jedoch hinsichtlich demokratischer und rechtsstaatlicher Standards Defizite aufweist.
Private Schiedsgerichtsbarkeit, Investitionsschutzabkommen, BITs, Investitionsschiedsgerichtsbarkeit, ISDS, internationaler Handel, Spieltheorie, Rechtssicherheit, Regulierungsfähigkeit, Rechtsstaatlichkeit, CETA, TTIP, Transaktionskosten, Institutionenökonomie, Außenhandelstheorie.
Die Arbeit befasst sich mit der privaten Schiedsgerichtsbarkeit in internationalen Handels- und Investitionsschutzabkommen, einer in der Öffentlichkeit stark kritisierten Praxis zur Streitbeilegung.
Die zentralen Felder sind die ökonomische Analyse von Handelsabkommen, die Funktionsweise privater Schiedsgerichte sowie die kritische Auseinandersetzung mit deren Einfluss auf nationale Souveränität und öffentliche Finanzen.
Das Ziel ist die handelspolitische Einordnung und ökonomische Analyse des Instruments der privaten Schiedsgerichtsbarkeit, um eine fundierte Bewertung vor dem Hintergrund aktueller Reformdebatten zu ermöglichen.
Der Autor nutzt eine ökonomische Analyse des Rechts, wobei insbesondere spieltheoretische Modelle zur Veranschaulichung des Vertragsrechts und der Auswirkungen von Institutionen auf das Verhalten von Akteuren angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Schiedsgerichtsbarkeit, die Analyse von Chancen und Risiken für Investitionen sowie eine Untersuchung der Reformansätze, insbesondere am Beispiel des CETA-Abkommens.
Wichtige Begriffe sind Investitionsschutzabkommen, ISDS, Rechtsstaatlichkeit, Regulierungsfähigkeit, spieltheoretische Modellierung und internationale Handelsbeziehungen.
Der Autor führt diesen Fall als konkretes Beispiel für die Kritik an der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit an, da er zeigt, wie Konzerne staatliche Regulierungsmaßnahmen unter Druck setzen können.
CETA wird als mögliche "historische Zeitenwende" betrachtet, da die vorgesehenen Reformen – etwa die Einrichtung eines ständigen Gerichts mit Berufungsinstanz – eine Abkehr vom alten ISDS-System markieren könnten.
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