Examensarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 1,0
1. Die Geschichte Breitenaus
1.1 Die Nutzung Breitenaus vor 1933
1.2 Das „frühe Konzentrationslager“ Breitenau 1933 bis 1934
1.2.1 Die Einweisung in das Konzentrationslager Breitenau
1.2.2 Haftgründe
1.2.3 Lageralltag
1.3 Exkurs: „Regionale Parallelwelten“
1.4 Die Auflösung des Konzentrationslagers Breitenau im März 1934
2. Arbeitserziehungslager Breitenau 1940-1945
2.1 Leitung und Organisation des Lagers
2.2 Die Bürokratische Organisation – Die Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen
2.3. Lageralltag
2.3.1 Das Strafsystem
2.3.2 Entlassungen
2.3.3 Lagerverwaltung, Lagergelände
2.3.4 Die Wachmannschaften
2.4 Unterschiedliche Häftlingsgruppen
2.4.1 Zwangsarbeiter
2.4.2 Schutzhäftlinge deutscher Herkunft
2.4.3 Weibliche Gefangene
2.5 Die Auflösung des AEL Breitenau
3. Zur Bedeutung außerschulischer Lernorte zu den NS-Verbrechen
3.1 Funktionen der NS-Gedenkstätte als außerschulischer Lernort
3.2 Ziele der Gedenkstättenpädagogik
3.3 Formen des pädagogischen Programms in Gedenkstätten
4. Die Gedenkstätte Breitenau
4.1. Gründung der Gedenkstätte
4.2 Die Beschreibung der Gedenkstätte
4.3 Die (neue) Dauerausstellung – Vermittlung mit Moderner Kunst
4.3.1 Die Konzeption des Rundgangs durch die Gedenkstätte
4.3.2 Die Ausstellungsräume
4.4 Pädagogische Programmatik – Was sollen Schüler lernen?
4.5 Zielsetzungen der Kunstausstellung Breitenaus
5. Kritik an dem Medium Kunst in Gedenkstätten
6. Die pädagogische Kommunikation in Breitenau
6.1 Die Transkriptionsregeln (GAT)
6.2 Die Transkriptionsausschnitte
6.2.1 Interpretation des ersten Transkriptauszugs
6.2.2 Interpretation des zweiten Transkriptauszugs
6.2.3 Interpretation des dritten Transkriptauszugs
6.3 Befunde und Schlussfolgerungen
7. Didaktische Legitimation und Überlegungen
8. Vor- und Nachbereitung des außerschulischen Lernorts Breitenau im Geschichtsunterricht
8.1 Inhaltliche Vorbereitung des Gedenkstättenbesuches
8.2 Didaktische und methodische Vorbereitung
9. Lernzielbestimmung
9.1 Frühes Konzentrationslager Breitenau
9.2 Arbeitserziehungslager Breitenau
9.3 Die Gedenkstätte
9.4 Funktionen einer Gedenkstätte
9.5 Die moderne Kunstausstellung
9.6 Soziale Lernziele
10. Für welche Lerngruppe ist der außerschulische Lernort geeignet?
10.1 Welche Methoden eignen sich?
10.2 Forschend-entdeckendes Lernen – „Spurensuche“
10.3 Handlungsorientierte Arbeitsformen
10.4 Problemorientiertes Lernen
10.5 Projektorientiertes Arbeiten
10.6 Auf welche Materialien kann zurückgegriffen werden?
10.7 Nachbereitung des Gedenkstättenbesuches Breitenaus
11. Themenvorschläge für einen Unterricht zur Vor- und Nachbereitung des Gedenkstättenbesuches Breitenau
12. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktischen Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Gedenkstätte Breitenau als außerschulischen Lernort. Ziel ist es, Konzepte für eine fundierte Vor- und Nachbereitung im Geschichtsunterricht zu entwickeln, um Schülern eine Auseinandersetzung mit den komplexen historischen Phasen des Ortes zu ermöglichen und eine präventive „Erziehung nach Auschwitz“ zu fördern.
2.3. Lageralltag
Im Vergleich zur ersten Phase des Konzentrationslagers Breitenau, im Zeitraum 1933-1934, war der Umgang mit den Häftlinge, in der Phase des AEL viel stringenter und brutaler. Von insgesamt 8500 Schutzhaftgefangenen in Breitenau wurden 32 ermordet. Im Gegensatz zu anderen Arbeitserziehungslagern kamen in diesem Lager vergleichsweise weniger Häftlinge ums Leben. Doch was bedeutet das für den Lageralltag und das allgemeine Bestrafungssystem in Breitenau? Das Arbeitserziehungslager Breitenau knüpfte, seit seiner Betriebnahme im Jahre 1940, an tradierte Lagerordnungen an, die schon vorher bestanden. Das frühere Personal, das übernommen wurde, veränderte meistens nicht ihren Umgang mit den Häftlingen. Während in Vernichtungslagern „Vernichtung durch Arbeit“ an der Tagesordnung stand, galt in den Arbeitserziehungslagern vielmehr das Credo: „Erziehung durch Arbeit“. Denkbar wäre, dass die Häftlinge Wirtschaftsfaktoren galten, was dazu führte, dass relativ wenige starben. Meiner Meinung nach zeigt dies den paradoxen ambivalenten Umgang mit den Inhaftierten, denn einerseits waren Häftlinge im Todesfall durch andere Arbeitskräfte ersetzbar, andererseits war man in Breitenau anscheinend bemüht, den Verlust an vermietbaren Häftlingen so gering wie möglich.
1. Die Geschichte Breitenaus: Historischer Überblick über die verschiedenen Nutzungsphasen des Ortes, vom ehemaligen Kloster über das frühe Konzentrationslager bis zur Rolle im NS-Staat.
2. Arbeitserziehungslager Breitenau 1940-1945: Detaillierte Betrachtung der zweiten Phase des Lagers, Fokus auf bürokratische Organisation, Zwangsarbeit und die Lebensbedingungen der Inhaftierten.
3. Zur Bedeutung außerschulischer Lernorte zu den NS-Verbrechen: Reflexion über die theoretischen Grundlagen und Zielsetzungen der Gedenkstättenpädagogik im Kontext politischer Bildungsarbeit.
4. Die Gedenkstätte Breitenau: Darstellung der heutigen Gedenkstätte, der Konzeption der Dauerausstellung mit moderner Kunst und der Herausforderung der Vermittlung für Schüler.
5. Kritik an dem Medium Kunst in Gedenkstätten: Kritische Auseinandersetzung mit den Risiken und Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung nationalsozialistischer Verbrechen.
6. Die pädagogische Kommunikation in Breitenau: Analyse von Transkripten aus Gedenkstättenführungen zur Untersuchung der pädagogischen Interaktionen und Lernprozesse.
7. Didaktische Legitimation und Überlegungen: Zusammenführung der theoretischen und praktischen Erkenntnisse für die schulische Vorbereitung.
8. Vor- und Nachbereitung des außerschulischen Lernorts Breitenau im Geschichtsunterricht: Konkrete Empfehlungen zur inhaltlichen und methodischen Strukturierung der Exkursion.
9. Lernzielbestimmung: Definition der Lernziele für die verschiedenen historischen Phasen Breitenaus.
10. Für welche Lerngruppe ist der außerschulische Lernort geeignet?: Diskussion der Eignung für verschiedene Jahrgangsstufen und Vorstellung geeigneter Methoden wie „Spurensuche“.
11. Themenvorschläge für einen Unterricht zur Vor- und Nachbereitung des Gedenkstättenbesuches Breitenau: Praktische Themenkataloge für die schülerzentrierte Projektarbeit.
12. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Gedenkstätte Breitenau als komplexem Lernort und Betonung der Notwendigkeit einer thematischen Systematisierung.
Breitenau, Gedenkstätte, Arbeitserziehungslager, Konzentrationslager, Gedenkstättenpädagogik, NS-Verbrechen, Außerschulischer Lernort, Politische Bildung, Geschichtsunterricht, Zwangsarbeit, Erinnerungskultur, Moderne Kunst, NS-Regime, Zeitzeugen, Pädagogische Kommunikation.
Die Arbeit untersucht die didaktische Einbindung der Gedenkstätte Breitenau in den Geschichtsunterricht und analysiert die pädagogischen Konzepte zur Vermittlung ihrer Geschichte als Konzentrations- und Arbeitserziehungslager.
Die Arbeit fokussiert auf das frühe Konzentrationslager (1933-1934), das Arbeitserziehungslager (1940-1945) sowie die heutige Gedenkstättenpädagogik, die moderne Kunst zur Vermittlung nutzt.
Das Hauptziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch eine fundierte Vor- und Nachbereitung die komplexe historische Identität Breitenaus erfassen können, ohne von der abstrakten Kunstausstellung oder der schwierigen Chronologie überfordert zu werden.
Der Verfasser nutzt eine Kombination aus historischer Forschung, Literaturanalyse und einer gesprächsanalytischen Untersuchung von Transkripten, die im Rahmen eines DFG-Projekts bei Gedenkstättenführungen entstanden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der verschiedenen Nutzungsphasen Breitenaus und eine fachdidaktische Diskussion über die Anwendung moderner Kunst in der Vermittlungsarbeit.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Gedenkstättenpädagogik, Affektives Lernen, Historische Authentizität, NS-Terrorsystem und die Differenzierung zwischen den einzelnen Lagerphasen.
Die Arbeit zeigt, dass die Abstraktion der Kunstexponate ohne eine gute Vorbereitung die Schüler verwirren kann. Besonders die Nivellierung der verschiedenen Lagerfunktionen durch künstlerische Darstellung erschwert das Verständnis der historischen Fakten.
Die Arbeit beleuchtet das paradoxe Verhältnis zwischen der Nutzung der Klosterkirche als Gotteshaus und der gleichzeitigen Funktion als Gefängnis, was als Sinnbild für das bewusste Wegschauen der lokalen Bevölkerung dient.
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