Examensarbeit, 2004
109 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Originäre Bedingungsfelder literarisch-ästhetischen Lernens
2.1 Das Märchen
2.1.1 Der Märchenbegriff
2.1.2 Themen und Inhalte
2.1.3 Der Aufbau
2.1.4 Stilistische Merkmale
2.1.5 Die Sprache
2.1.6 Das gegenwärtige Interesse
2.2 Kinder und Märchen
2.2.1 Das kindliche Denken
2.2.2 Die kindliche Märchenrezeption
2.2.3 Das Märchenalter
2.3 Das Literarische und das Ästhetische im Kontext des Lernens
2.3.1 Was ist literarisches Lernen?
2.3.2 Das Resultat: literarische Fähigkeiten
2.3.3 Ästhetik im Unterricht
2.3.4 Was sind ästhetische Erfahrungen?
2.3.5 Das Resultat: ästhetische Fähigkeiten
3. Das Literarisch-Ästhetische
3.1 Notwendige Voraussetzungen
3.2 Das Elementare: Imagination
3.3 Die Sprache als Zentrum des Interesses
3.4 Das Resultat: literarisch-ästhetische Fähigkeiten
4. Die derivative Funktion der Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten
4.1 Märchen als literarische Grundlage ästhetischer Erfahrungen
4.2 Was Märchen im Stande sind zu leisten
4.2.1 Erlauben sie Sprachspiele?
4.2.2 Lassen sie Implizites explizit werden?
4.2.3 Liefern sie zu verinnerlichende Muster?
4.2.4 Ermöglichen sie Transformationsprozesse?
4.2.5 Erlauben sie Individualität?
4.2.6 Enthalten sie Mündlichkeit und Schriftlichkeit?
4.2.7 Dienen sie der Imaginationsförderung?
4.3 Zusammenfassung
5. Präskriptive Bewertung
6. Der Einfluss der Medienlandschaft
6.1 Das Zeitalter der Medien
6.2 Kinder und Medien
6.3 Märchen und Medien
6.3.1 Märchen in der Medienlandschaft
6.3.2 Varianten der Imaginationsförderung
6.3.3 Die Begegnung mit Sprache
6.4 Zusammenfassung
7. Abschließende Bewertung
Die Arbeit untersucht, welche spezifische Funktion Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten von Grundschulkindern einnehmen und inwieweit sie diese Kompetenzen fördern können.
2.1.4 Stilistische Merkmale
In Bezug auf die zentrale Fragestellung ist es ferner von Bedeutung die spezifischen stilistischen Merkmale der Märchen darzustellen, da sie die Unterschiede zu anderen Textsorten verdeutlichen.
Im 20. Jahrhundert war es Max Lüthi, der sich intensiv mit europäischen Volksmärchen beschäftigt und wegweisende Bestimmungen in Bezug auf ihren Stil vorgenommen hat. Bis heute haben seine typisierenden Merkmale nicht an Gültigkeit verloren, und noch immer berufen sich Wissenschaftler der neueren Märchenforschung auf seine Feststellungen. Auch für die folgenden Ausführungen über den Märchenstil dienen Lüthis Erkenntnisse als Orientierung. Die fünf wichtigsten und kennzeichnendsten Merkmale eines Märchens sind demnach:
Eindimensionalität
Die erste Besonderheit der Märchen ist ihre Eindimensionalität. Unter diesem Begriff ist zu verstehen, dass jedes Märchen – so kurz es auch sein mag – die ganze Welt umfassen und somit als kleines Universum bezeichnet werden kann. In diesem gibt es sowohl die menschliche als auch die übermenschliche Seite, d. h. eine erfahrbare und erfassbare sowie eine scheinbar unbegreifliche Welt. Die Welt des Märchens deckt sich somit mit der des Menschen, denn auch diese setzt sich bekanntlich aus einer diesseitigen und einer jenseitigen Komponente zusammen. Der große und bedeutsame Unterschied besteht jedoch darin, dass Menschen zeitlebens und häufig vergeblich bemüht sind, das scheinbar unbegreifliche Jenseits mit ihrer Umwelt in Verbindung zu bringen und zu einer Dimension verschmelzen zu lassen. Die Märchen hingegen vereinen diese beiden Welten auf eine absolut selbstverständliche Art und bewältigen problemlos vermeintlich unlösbare Aufgaben, ohne dass diese Kombination die geringste Verwunderung hervorruft. Vollkommen selbstverständlich ist das Übernatürliche fester Bestandteil der Märchen. Genau diese Fähigkeit, zwei unvereinbare Welten unbefangen miteinander verkehren zu lassen, lässt das Märchen zu einem faszinierenden Werk der Eindimensionalität werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Märchen eine Funktion bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Kindern haben, und erläutert die theoretischen Ausgangspunkte.
2. Originäre Bedingungsfelder literarisch-ästhetischen Lernens: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen über Märchen, das kindliche Denken sowie Konzepte des literarischen Lernens und ästhetischer Erfahrungen.
3. Das Literarisch-Ästhetische: Hier werden notwendige Voraussetzungen und zentrale Elemente wie Imagination und die Sprache als Gegenstand des Lernprozesses theoretisch beleuchtet.
4. Die derivative Funktion der Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten: Das Hauptkapitel analysiert konkret, wie Märchen als literarische Grundlage die Sprachförderung, Imagination und Kreativität bei Kindern beeinflussen.
5. Präskriptive Bewertung: Eine wertende Zusammenfassung der Ergebnisse, die Märchen eine spezielle sprachentwicklungsrelevante Funktion zuschreibt.
6. Der Einfluss der Medienlandschaft: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Medien bei der Märchenrezeption und grenzt diese kritisch von der Wirkung mündlich erzählter Märchen ab.
7. Abschließende Bewertung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bekräftigt die Bedeutung des Erzählens für die Förderung kindlicher Kompetenzen.
Märchen, literarisches Lernen, ästhetische Erfahrung, Sprachentwicklung, Imagination, Kinder, Grundschule, Phantasie, Sprachförderung, Medien, Literatur, Individualität, narrative Muster, Symbolsprache.
Die Arbeit untersucht die Funktion, die Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Grundschulkindern spielen.
Die zentralen Felder umfassen die Märchengattung, kindliche Rezeption, literarisches Lernen, Ästhetik, Sprachentwicklung sowie den Einfluss moderner Medien.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Märchen aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften als wertvolle Grundlage zur Förderung sprachlicher und ästhetischer Kompetenzen dienen können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur zu Märchenpädagogik, Entwicklungspsychologie und Literaturdidaktik.
Der Hauptteil analysiert, welche spezifischen Fähigkeiten (wie Sprachspiele, Imagination oder Transformationsprozesse) durch Märchen explizit gefördert werden können.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Märchen, literarisches Lernen, Imagination, Sprachentwicklung, Medienlandschaft und Ästhetik.
Die Autorin argumentiert, dass mediale Adaptionen (Filme) oft die poetische Sprache berauben und somit weniger zur literarisch-ästhetischen Förderung beitragen als die erzählte Form.
Imagination gilt als konstitutive menschliche Fähigkeit, die durch die Offenheit und Abstraktion von Märchen angeregt wird und maßgeblich zur persönlichen Entwicklung beiträgt.
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