Diplomarbeit, 2004
151 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Basel II und die Bedeutung der Bankenregulierung
2.1 Die historische Entwicklung von Basel II
2.2 Die drei Säulen von Basel II
2.2.1 Säule 1: Mindesteigenkapitalanforderungen
2.2.2 Säule 2: Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
2.2.3 Säule 3: Marktdisziplin
2.3 Die Auswirkungen von Basel II auf die Kreditwirtschaft
3 Erfassung des Kreditrisikos nach Basel II
3.1 Standardansatz
3.2 IRB-Ansätze
3.2.1 Risikogewichtungsfunktionen und Risikokomponenten
3.2.2 Vergleich der Risikogewichtungsfunktionen
3.2.3 Interpretation der Risikogewichtungsfunktionen
4 Probability of default im fortgeschrittenen IRB-Ansatz
4.1 Anforderungen und Einflussfaktoren
4.1.1 Vorgehensweise bei der Schätzung
4.1.2 Ratingsysteme
4.2 Schätzverfahren
4.2.1 Allgemeine Schätzverfahren
4.2.2 Schätzverfahren im Ein-Faktor-Modell
4.2.3 Schätzverfahren bei kontinuierlichen Beobachtungen
4.3 Backtesting
4.3.1 Konfidenzbänder für die Prognose
4.3.2 Konfidenzbänder für die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis der Ausfallquote
5 Loss given default im fortgeschrittenen IRB-Ansatz
5.1 Anforderungen und Einflussfaktoren
5.2 Schätzverfahren
5.2.1 Berechnung des LGD für ausgefallene Kredite aus historischen Daten
5.2.2 Schätzung des LGD
5.3 Backtesting
5.3.1 Bootstrapping
5.3.2 Simulation durch eine Betaverteilung
6 Exposure at default im fortgeschrittenen IRB-Ansatz
6.1 Anforderungen und Einflussfaktoren
6.2 Schätzverfahren
6.2.1 Andere Verpflichtungen und widerrufliche Kreditzusagen
6.2.2 Eventualverbindlichkeiten
6.3 Backtesting
7 Prozyklizität und Stresstests
7.1 Prozyklizität
7.2 Konzeption von Stresstests
7.2.1 Risikofaktoren
7.2.2 Stressniveau
8 Simulation eines Kundenportfolios
8.1 Probability of Default
8.1.1 Datenbasis
8.1.2 Schätzung PD
8.1.3 Validierung PD
8.2 Stresstest
8.2.1 Datenbasis
8.2.2 Simulationsmethode
8.2.3 Simulationsergebnisse
9 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die drei zentralen Risikofaktoren im fortgeschrittenen IRB-Ansatz von Basel II (Probability of Default, Loss Given Default, Exposure at Default) zu beschreiben, konforme Schätz- und Validierungsmethoden zu entwickeln sowie Möglichkeiten zur Konzeption von Stresstests zu diskutieren und anhand eines Beispielportfolios zu simulieren.
3.2.1 Risikogewichtungsfunktionen und Risikokomponenten
Kredite an Staaten, Banken und Unternehmen erhalten im Basisansatz und im fortgeschrittenen Ansatz eine weitgehend identische Risikogewichtungsfunktion. Die gewichteten Risikoaktiva (RWA) für einen Kredit errechnen sich wie folgt:
Gewichtete Risikoaktiva = K * 12,50 * EAD
wobei die Eigenkapitalanforderung K in Prozent sich folgendermaßen zusammensetzt:
K = LGD * [ Φ( (Φ^-1(PD) + sqrt(ρ(PD)) * Φ^-1(0,999)) / sqrt(1 - ρ(PD)) ) - PD ] * ( 1 / (1 - 1,5 * b(PD)) ) * ( 1 + (M - 2,5) * b(PD) )
mit der Restlaufzeitanpassung b:
b = (0,11852 - 0,05478 * log(PD))^2
und der Korrelation ρ:
ρ = 0,12 * ( (1 - exp(-50 * PD)) / (1 - exp(-50)) ) + 0,24 * ( 1 - ( (1 - exp(-50 * PD)) / (1 - exp(-50)) ) )
1 Einleitung: Stellt das Ziel der Arbeit vor, die Methoden zur Schätzung und Validierung von Risikoparametern unter Basel II zu erarbeiten und mittels Simulationen zu illustrieren.
2 Basel II und die Bedeutung der Bankenregulierung: Erläutert die historische Entwicklung, das Drei-Säulen-Modell von Basel II und dessen Auswirkungen auf das Finanzsystem.
3 Erfassung des Kreditrisikos nach Basel II: Diskutiert die verschiedenen Ansätze zur Bewertung von Kreditrisiken sowie die Ausgestaltung der Risikogewichtungsfunktionen.
4 Probability of default im fortgeschrittenen IRB-Ansatz: Behandelt Anforderungen, Schätzverfahren und Validierungsmethoden für die Ausfallwahrscheinlichkeit.
5 Loss given default im fortgeschrittenen IRB-Ansatz: Beschreibt Einflussfaktoren, Berechnungsmethoden und Validierungsstrategien für die Verlustquote bei Ausfall.
6 Exposure at default im fortgeschrittenen IRB-Ansatz: Analysiert die Bestimmung der Forderungshöhe bei Ausfall, insbesondere bei außerbilanziellen Geschäften.
7 Prozyklizität und Stresstests: Untersucht das Phänomen der Prozyklizität und erörtert Konzepte zur Durchführung von Stresstests.
8 Simulation eines Kundenportfolios: Illustriert die zuvor diskutierten Methoden anhand eines künstlich generierten Beispielportfolios und durchgeführter Stresstests.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftigen Herausforderungen bei der Umsetzung der IRB-Ansätze.
Basel II, Kreditrisiko, IRB-Ansatz, Ausfallwahrscheinlichkeit, PD, Verlustquote, LGD, Forderungshöhe, EAD, Stresstest, Prozyklizität, Validierung, Backtesting, Risikogewichtung, Simulation.
Die Arbeit behandelt die methodische Schätzung und Validierung der drei zentralen Risikoparameter (PD, LGD, EAD) im Rahmen des fortgeschrittenen IRB-Ansatzes gemäß Basel II.
Neben der theoretischen Herleitung der regulatorischen Anforderungen fokussiert sich die Arbeit auf die praktische Umsetzung der Parameterschätzung, das Backtesting sowie die Konzeption von Stresstests zur Beurteilung der Eigenkapitalausstattung.
Das Ziel ist die Entwicklung und Vorstellung von Methoden, die konform mit Basel II sind, um Risikoparameter zu validieren, sowie die Durchführung von Simulationen zur Illustration dieser Methoden an einem Beispielportfolio.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse der regulatorischen Anforderungen mit statistischen Ansätzen (z.B. Bootstrapping, Betaverteilungen, Ein-Faktor-Modelle) zur Schätzung und Validierung der Parameter sowie zur Durchführung von Stresstests mittels Monte-Carlo-Simulationen.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der einzelnen Risikokomponenten (PD, LGD, EAD), die Diskussion prozyklischer Effekte von Basel II und die praktische Anwendung der Methoden auf ein simuliertes Kundenportfolio.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Basel II, Risikomanagement, IRB-Ansatz, PD, LGD, EAD, Stresstests und Validierung definieren.
Im fortgeschrittenen IRB-Ansatz muss die Bank im Gegensatz zum Basisansatz nicht nur die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), sondern auch die Verlustquote (LGD) und die Forderungshöhe (EAD) auf Basis eigener Daten selbst schätzen.
Basel II fordert den Nachweis, dass das interne Ratingsystem konsistent und genau arbeitet. Das Backtesting dient dazu, die geschätzten Risikoparameter regelmäßig gegen realisierte Daten zu prüfen und bei Abweichungen notwendige Anpassungen vorzunehmen.
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