Bachelorarbeit, 2016
80 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Pädophilie
2.1.1. Definition nach ICD-10
2.1.2. Definition nach DSM-5
2.1.3. Begriffsproblematik: Pädophilie vs. Pädosexualität
2.2. Sexueller Missbrauch von Kindern
2.2.1. Rechtliche Grundlagen
2.2.2. Empirische Nachweise
2.2.3. Begriffsproblematik Sexueller Missbrauch vs. Pädosexuelle Gewaltausübung
3. Historischer Wandel
3.1. Entwicklung des Sexualstrafrechts
3.2. Die Punitivität der Gesellschaft
4. Die Täter
4.1. Erklärungsansätze zur Entstehung von Pädosexualität
4.1.1. Ätiologische Risikobedingungen für Pädosexualität
4.1.2. Situative Risikobedingungen für Pädosexualität
4.2. Typologie
4.2.1. Statistische Merkmale
4.2.2. Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale
5. Soziale Arbeit im Maßregelvollzug
5.1. Rechtliche Grundlagen
5.2. Aufgabenbereich
6. Soziale Arbeit im Strafvollzug
6.1. Rechtliche Grundlagen
6.2. Aufgabenbereich
7. Leitgedanken
8. Methoden in der Arbeit mit Straftätern
8.1. Motivationsarbeit
8.2. Hilfeplangespräch
8.3. Case-Management
8.4. Krisenintervention
8.5. Soziales Training
8.6. Beratungsgespräche
9. Besondere Herausforderungen
10. Exkurs: „Kein Täter werden“ – Ein Präventivnetzwerk
11. Die Soziale Arbeit mit Tätern pädosexueller Gewaltausübungen
12. Persönliche Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht sozialpädagogische Umgangsformen mit Tätern pädosexueller Gewaltausübungen. Ziel ist es, neue Perspektiven für die Täterarbeit aufzuzeigen, da eine reine Inhaftierung („Wegschließen“) das zugrunde liegende Problem nicht löst, und somit einen Beitrag zum Opferschutz durch effektive Täterarbeit zu leisten.
4.1. ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR ENTSTEHUNG VON PÄDOSEXUALITÄT
Um einem professionellen sozialpädagogischen Umgang mit Tätern pädosexueller Gewaltausübungen näher zu kommen, ist es erforderlich, die Ursachen der Tat und demnach die Geschichte des Täters zu kennen und zu verstehen. Zweifellos sind die Biografien der Täter unterschiedlich und individuell. Suer (1998) macht darauf aufmerksam, dass es die eine Antwort auf die Frage nach den Ursachen für Pädosexualität nicht gibt:
Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist ein multifaktorielles Geschehen, das zahlreiche Einzelaspekte enthält. Sexueller Mißbrauch hat niemals eine einzige Ursache, sondern stellt sich als eine unglückliche Verquickung von vielen Ursachen dar. (S. 153)
Einige solcher Ursachen sollen in den folgenden Teilkapiteln erläutert werden.
Zuvor stellt sich jedoch die Frage nach den biologischen Ursachen für die Pädosexualität. Wissenschaftlich ist noch nicht eindeutig geklärt, ob und inwiefern hormonelle Einflüsse, insbesondere Geschlechtshormone, unsere sexuelle Präferenz und Aggression beeinflussen. Aktuell wird die Theorie, „dass der Testosteron-Spiegel allein als relevante Einflussgröße auf die Neigung zu sexueller Gewalt“ verantwortlich ist, immer weniger in Betracht gezogen. (vgl. Fiedler, 2004, S. 380)
Vermutlich entwickelt sich die sexuelle Präferenz zu Kindern durch den Einfluss verschiedener biologischer und psychosozialer Faktoren während der Pubertät. Der Betroffene hat dementsprechend keinen Einfluss auf die Entwicklung der sexuellen Präferenz, er sucht sie sich nicht aus. (vgl. Netzwerk „Kein Täter werden, 2016a)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche und mediale Wahrnehmung von pädophilen Straftätern und definiert das Ziel der Arbeit, alternative sozialpädagogische Umgangsformen zur reinen Inhaftierung aufzuzeigen.
2. Definitionen: Dieses Kapitel differenziert zwischen Pädophilie als sexueller Präferenz und pädosexueller Gewaltausübung als strafbarem Verhalten und analysiert die rechtlichen sowie empirischen Grundlagen des sexuellen Kindesmissbrauchs.
3. Historischer Wandel: Hier wird die Entwicklung des Sexualstrafrechts von der Antike bis zur Gegenwart nachgezeichnet und der Einfluss gesellschaftlicher Punitivität auf den Umgang mit Straftätern diskutiert.
4. Die Täter: Das Kapitel befasst sich mit den Hintergründen der Täterschaft, erläutert ätiologische sowie situative Risikobedingungen und versucht eine Einordnung der Täter anhand von Typologien.
5. Soziale Arbeit im Maßregelvollzug: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und spezifischen Aufgaben der Sozialen Arbeit innerhalb des Maßregelvollzugs unter Berücksichtigung psychiatrischer Behandlungsbedarfe analysiert.
6. Soziale Arbeit im Strafvollzug: Dieses Kapitel stellt die Soziale Arbeit im Strafvollzug dar, wobei der Fokus auf Betreuung und Resozialisierung bei als schuldfähig geltenden Tätern liegt.
7. Leitgedanken: Der Fokus liegt hier auf dem ressourcenorientierten Arbeitsansatz, bei dem die Individualität des Klienten vor der bloßen Stigmatisierung durch die Krankheit im Vordergrund steht.
8. Methoden in der Arbeit mit Straftätern: Es werden praxisrelevante Methoden wie Motivationsarbeit, Hilfeplangespräche, Case-Management, Krisenintervention, Soziales Training und Beratungsgespräche detailliert erläutert.
9. Besondere Herausforderungen: Dieses Kapitel thematisiert die ethischen und praktischen Schwierigkeiten wie das „doppelte Mandat“ und die Notwendigkeit, professionelle Nähe-Distanz-Verhältnisse zu wahren.
10. Exkurs: „Kein Täter werden“ – Ein Präventivnetzwerk: Vorstellung eines spezialisierten Präventionsansatzes für Menschen mit pädophilen Neigungen zur Vermeidung von Straftaten.
11. Die Soziale Arbeit mit Tätern pädosexueller Gewaltausübungen: Zusammenführung der Erkenntnisse mit Fokus auf die professionelle Haltung der Sozialen Arbeit gegenüber dieser spezifischen Klientel.
12. Persönliche Schlussbetrachtung: Ein persönliches Resümee der Autorin, das die Unabdingbarkeit einer differenzierten Täterarbeit unterstreicht und Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf bietet.
Pädosexualität, Pädophilie, Sozialarbeit, Resozialisierung, Strafvollzug, Maßregelvollzug, Kindesmissbrauch, Täterarbeit, Prävention, Motivationsarbeit, Rückfallprävention, Fallmanagement, Ethik, Doppeltes Mandat, Tätertypologie.
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen einer sozialpädagogischen Arbeit mit Tätern pädosexueller Gewaltausübungen in Deutschland.
Zentrale Aspekte sind die Abgrenzung von Begrifflichkeiten, die historische Entwicklung der Rechtslage, die psychologischen Hintergründe der Täterschaft sowie konkrete Methoden der Sozialen Arbeit im Straf- und Maßregelvollzug.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen professioneller Täterarbeit für den Opferschutz hervorzuheben und Argumente gegen das rein repressive „Wegschließen“ von Sexualstraftätern zu liefern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Konzepte der Sozialarbeit sowie rechtlicher und statistischer Grundlagen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine definitorische Klärung, eine Analyse von Ursachen und Tätertypen sowie eine detaillierte Darstellung sozialarbeiterischer Methoden, von der Motivationsarbeit bis zum Case-Management.
Die zentralen Begriffe umfassen Pädosexualität, Resozialisierung, Täterarbeit, Maßregelvollzug, Strafvollzug und Rückfallprävention.
Die Unterscheidung ist essentiell, da Pädophilie eine sexuelle Ausrichtung bezeichnet, die für sich genommen nicht strafbar ist, während Pädosexualität die tatsächliche (strafbare) Handlung gegen ein Kind beschreibt.
Sozialarbeiter sind im Vollzug sowohl dem Hilfeauftrag als auch der staatlichen Kontrollpflicht verpflichtet, was eine ständige ethische Herausforderung in der Gestaltung der professionellen Beziehung zum Täter darstellt.
Aufgrund der besonderen sozialen Stellung von pädosexuellen Tätern innerhalb der Anstalt ist eine zusätzliche Konfrontation kontraproduktiv für den Resozialisierungsprozess.
Das Case-Management bietet einen strukturierten Rahmen, um verschiedene Unterstützungsangebote zu koordinieren und so den Täter gezielt auf ein straffreies Leben nach der Entlassung vorzubereiten.
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