Diplomarbeit, 2015
83 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Historische Beweggründe der Entstehung eines der Sharia entsprechenden Bankensystems
2.1 Historische Entwicklung eines zinsfrei arbeitenden Bankinstituts
2.1.1 Entstehungsphasen des islamischen Finanzsektors
2.1.2 Das Interesse am Islamischen Finanzsektor in der westlichen Welt
2.2 Einführende Bemerkungen zum Islam
2.2.1 Begriffsabgrenzung „Islam versus Muslim“
2.2.2 Basiswissen Islam
2.3 Scharia und Fiqh als islamische Rechtskraft
2.3.1 Die vier Primären Rechtsquellen der Scharia
2.3.2 Der Koran
2.3.3 Die Sunna
2.3.4 Die Ijma
2.3.5 Die Qiyas
2.3.6 Charakterisierung der Muslime
2.3.7 Die Rechtsschulen
2.3.8 Fünf-Säulensystem im Islam
3 Einführung in das islamische Wirtschaftssystem
3.1 Mikroökonomie in islamischen Wirtschaftsordnung
3.1.1 Kritik an Theorie der ökonomischen Rationalität
3.1.2 Grundlegende Vorgaben / Handweisungen zum Konsum– und Investitionsverhalten muslimischer Gesellschaft
3.1.3 Die Systematisierung von Nachfrage der Verbraucher
3.2 Makroökonomische Relationen in der islamischer Wirtschaftsordnung
3.2.1 Makroökonomische Instrumentalisierung der fundamentalen Prinzipen des Islams
3.2.2 Die Abschaffung von Zinsinteressen
3.2.3 Die Intuition vor dem Hintergrund „Profit – Sharing“
3.2.4 Verbot der Ausbeutung und Verschwendung im Konsum
3.2.5 Die Intuition vor dem Hintergrund „Zakat“
3.2.6 Fazit: Der Islam und sein Wirtschaftssinn im Vergleich zur konventionellen Ökonomie
3.3 Einführung in Konzept des Islamic Banking
3.3.1 Prinzipien des Islamic Banking
3.3.2 Historische Entwicklung des Zinses
3.3.3 Kategorien des Zinsverbots (Riba)
3.3.4 Verbot der Spekulation (Gharar)
3.3.5 Verbot des Glücksspiels (Maysir)
3.3.6 Soziale und ethische Ausschlusskriterien
3.3.7 Gewinn und Verlustverteilung (Profit und Loss-Sharing)
3.4 Scharia konforme Investitions- und Finanzierungstechniken im Überblick
3.4.1 Fremdkapitalstützende Scharia Techniken
3.4.2 „Murabahah Finanzierung“
3.4.3 Bay Salam
3.4.4 „Istisnaa Kontrakt“
3.4.5 Eigenkapitalstützende Scharia Techniken
3.4.6 „Mudarabah Finanzierung“
3.4.7 „Musharakah – Finanzierung“
3.5 Einführung ins Risikomanagement des Islamic Banking
3.5.1 Das Kreditrisiko
3.5.2 Das Marktrisiko
3.5.3 Equity-Risiken islamischer Finanzinstitute
3.5.4 ROI und Solvenz Risiken islamischer Finanzinstitute
3.5.5 Treasury Risiken islamischer Finanzinstitute
3.5.6 Governance Risiken
3.6 Abschließende Runde „Anforderungen an islamischen Finanzsektor“
3.6.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.6.2 Harmonisierung und Standardisierung
3.6.3 Regulierung und Aufsicht
3.6.4 Rechnungslegung, Reporting und Steuern
4 Konzept des Islamic Banking, erklärt am Fallbeispiel eines spieltheoretischen Modells
4.1 Ausgangssituation von Akteuren auf Ebene konventioneller Marktwirtschaft vs. Akteure in islamischer Marktwirtschaft
4.1.1 Ausgangssituation auf Ebene konventioneller Marktwirtschaft
4.1.2 Ausgangssituation auf Ebene einer islamischen Marktwirtschaft
4.1.3 Ergebnisauswertung – Auszahlungsmatrix
4.1.4 Auswertung Fallbeispiel: Marktwirtschaft Deutschland
4.1.5 Auswertung Fallbeispiel: Marktwirtschaft Iran
5 Zusammenfassung und kritische Würdigung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die grundsätzlichen Unterschiede zwischen dem konventionellen Bankwesen und dem Islamic Banking auf Basis mikroökonomischer und makroökonomischer Erklärungsansätze zu untersuchen und analytisch zu begründen. Hierbei wird insbesondere analysiert, wie religiöse Restriktionen der Scharia das unternehmerische Gewinnstreben und das wirtschaftliche Verhalten steuern.
3.1.1 Kritik an Theorie der ökonomischen Rationalität
Das Gesetz der ökonomischen Rationalität wurde zum Gegenstand intensiver Kritik, während es als eine Art „Nutzen-Analyse“ in die Wirtschaftstheorie eingegangen ist. Hierbei sind zwei dieser Kritikpunkte ausschlaggebend. Zum einen ist der Utilitarismus zu nennen, welcher als die logische Folge des Lehrsatzes des „Rationalismus“ angesehen werden kann, eine Aburteilung in Betracht seiner angenommenen These als explizierendes, eine scheinbare Unzulänglichkeit zu erweisen vermag in Tatsachen von Politikhandweisungen in denen Staaten, Regierungen sowie auch Bürokratien wirklich funktionieren. Schumpeter kommentiert, dass die Theorie des Utilitarismus‘ auf einem individualistischen, empirischen und rationalen Vorgehen auf der Basis der Sozialökonomie beruhe, stellt aber fest, dass:
Individualismus in diesem Zusammenhang nicht notwendigerweise Empirismus oder Rationalismus einbindet,
auch Empirismus in diesem Sinn nicht unmittelbar Individualismus und Rationalismus impliziert
und ebenso Rationalismus nicht zwingenderweise Individualismus und Empirismus enthält.
Ein weiterer Kritikpunkt des Postulats der ökonomischen Rationalität richtet sich auf die Behauptung, dass nicht alle Haushalte eine Maximierungsabsicht hegen, und, wenn eine Maximierung angestrebt wird, diese in Form einer Funktion weder als konsequent noch als transitiv stimmig zu befürworten ist. Jedoch argumentiert Becker dagegen und beweist, dass im Falle von irrationalem Verhalten von bestimmten privaten Haushalten in Abhängigkeit von Impulsivität und Trägheit gekennzeichnet ist und der Durchschnittsverbrauch bei möglichen Verschiebungen von teuren zu relativ günstigen Preisangeboten die Entscheidungsregel immer mit Verfügbarkeit der Ware ermittelbar ist. Aber das irrationale Handeln von Individuen, welche ihre Entscheidungen auf der Basis von Impulsivität oder Trägheit fällen und damit nicht an relativ preiswerten Warenangeboten teilhaben, um Arbitragegewinne oder gar einen spezifischen Nutzenvorteil zu erlangen, bedeutet nicht nur eine Divergenz zu den oben genannten Entscheidungsregeln, welche sich auf Verhältniswarenpreise stützen, sondern würde sogar mit der Einführung einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Warenbündeln und auf der alleinigen Grundlage relativer Rohstoffpreise verschärft negativ ausfallen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Islamic Banking als zinsfreies alternatives Bankensystem ein, insbesondere vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der jüngsten Finanzmarktkrise.
2 Historische Beweggründe der Entstehung eines der Sharia entsprechenden Bankensystems: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge und Entwicklungsphasen des islamischen Bankwesens sowie die theoretischen Grundlagen des Islams und der Scharia als Rechtsquelle.
3 Einführung in das islamische Wirtschaftssystem: Dieser Abschnitt behandelt die mikroökonomischen und makroökonomischen Prinzipien der islamischen Wirtschaftsordnung, einschließlich des Zinsverbots, des Zakat-Systems und spezifischer Finanzierungstechniken.
4 Konzept des Islamic Banking, erklärt am Fallbeispiel eines spieltheoretischen Modells: In diesem Kapitel wird das Verhalten von Akteuren in der konventionellen Marktwirtschaft mit jenem in einer islamischen Marktwirtschaft anhand eines spieltheoretischen Modells vergleichend analysiert.
5 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Das Fazit stellt die erarbeiteten Unterschiede zwischen beiden Systemen gegenüber und bewertet die Bedeutung von religiösen Vorgaben für ein stabiles Wirtschaftsverhalten.
Islamic Banking, Scharia, Zinsverbot, Riba, Zakat, Mikroökonomie, Makroökonomie, Spieltheorie, Nash-Gleichgewicht, Gewinnbeteiligung, Finanzinstrumente, Wirtschaftsethik, Islamische Wirtschaftsordnung, Risikomanagement, Governance.
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen konventionellen Banken und dem Islamic Banking sowie die zugrunde liegenden mikroökonomischen Erklärungsansätze für ein gewinnorientiertes Handeln ohne Zinsforderung.
Die zentralen Felder umfassen die Scharia-konforme Gestaltung von Finanzprodukten, das islamische Wirtschaftssystem als Orientierungssystem und die empirische sowie spieltheoretische Untersuchung von Marktverhalten.
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Unterschiede in den Geschäftspraktiken zwischen konventionellen und islamischen Banken analytisch mithilfe mikroökonomischer Theorien zu begründen.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Herleitung sowie spieltheoretische Modelle, um das Verhalten von Akteuren in unterschiedlichen wirtschaftlichen Kontexten zu vergleichen.
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen der Scharia, der islamischen Wirtschaftsordnung, spezifischen Finanzierungstechniken (wie Murabahah oder Mudarabah), dem Risikomanagement islamischer Banken sowie einer spieltheoretischen Auswertung.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Islamic Banking, Scharia, Zinsverbot, Riba, Zakat und spieltheoretische Verhaltensanalyse charakterisieren.
Das Zinsverbot basiert auf der religiösen Vorgabe, keine spekulativen Gewinne aus Geldleihe zu generieren, sondern eine gewinn- und verlustorientierte Teilhabe zwischen den Vertragsparteien zu fördern.
Im deutschen Fallbeispiel führt das Streben nach individuellem Eigennutz oft zu Dilemmata bei Vertragserfüllungen, während im iranischen Beispiel islamische Vorgaben und die moralische Bindung der Akteure das Handeln in Richtung fairer Austauschprozesse beeinflussen.
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