Bachelorarbeit, 2012
47 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Michail Gorbačev und Boris El´cin vor dem Putsch
2.1. Politische Positionen und Charaktere
2.1.1. Boris El´cin
2.1.2. Michail Gorbačev
2.2. Von der politischen zur persönlichen Auseinandersetzung – das Verhältnis von Gorbačev und El´cin bis zum Oktoberplenum 1987
2.3. Das Oktoberplenum des Zentralkomitees 1987
2.4. Gorbačev und El´cin 1987 bis 1991
3. Der August-Putsch 1991
3.1. Reaktion von Boris El´cin auf den Putsch
4. Gorbačev und El´cin nach dem Putsch
4.1. Die Entmachtung Gorbačevs
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des August-Putsches von 1991 auf das politische und persönliche Verhältnis zwischen Michail Gorbačev und Boris El´cin. Dabei wird analysiert, wie sich die Beziehung vom Ende der 1980er Jahre bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion entwickelte, wobei insbesondere die unterschiedlichen Charaktere, die politischen Stile und die Eskalation im Machtkampf zwischen beiden Kontrahenten im Zentrum der Betrachtung stehen.
2.1.1. Boris El´cin
Boris El´cins politischer Charakter wurde bereits in seiner Kindheit geprägt. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen während der Zwangskollektivierung der 1930er Jahre auf und verinnerlichte früh eine Abneigung gegen Stalin. Diese begründete El´cin später mit der Verhaftung seines Vaters: „Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie mein Vater mitten in der Nacht abgeholt wurde, obwohl ich damals erst sechs Jahre alt war.“ Weiter erhielt Boris El´cin seitens der Familie keine positive politische Prägung. Schon während seiner Schulzeit entwickelte er eine natürliche Führungsqualität: „All die Jahre hindurch war ich der Anführer, der immer etwas ausheckte.“ Daneben offenbarte Boris El´cin noch andere Charaktereigenschaften, die seinen späteren politischen Stil maßgeblich beeinflussten: „Dickköpfigkeit, Rauflust, Aufsässigkeit und Gerechtigkeitssinn.“ Beispielhaft zeigte sich dies, als El´cin bei einer Zeugnisverleihung während seiner Schulzeit eine spontane Rede hielt, in der er die Schikanen einer Lehrerin anprangerte. Damit zeigte er neben einem mutigen Gerechtigkeitssinn die Bereitschaft, für andere einzutreten. Die oben zitierte Rauflust wird auch durch folgende Äußerung El´cins bestätigt: „[…] weil ich ja ständig irgendwelche Probleme und Schwierigkeiten habe, ständig mit irgendjemand kämpfe […].“ Weiter bemerkte El´cin über seine Jugendzeit: „It was a constant fight.“ Beide Zitate machen deutlich, dass er Konfrontationen bereits in seiner Jugend gewohnt war, was seinen Charakter nachhaltig prägte. Der Journalist Thomas Roth stellte hinsichtlich des politischen Stils bei Boris El´cin eine „Vorwärtsverteidigung“ fest, wonach er dazu neigte, eine Konfrontation zu beginnen, um daraus einen Vorteil zu ziehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung des Endes der Sowjetunion und definiert die Forschungsfrage bezüglich des politischen und persönlichen Verhältnisses von Gorbačev und El´cin.
2. Michail Gorbačev und Boris El´cin vor dem Putsch: Dieses Kapitel analysiert die biographischen Hintergründe, Charaktere und die Entwicklung des rivalisierenden Verhältnisses der beiden Akteure bis zum Oktoberplenum 1987.
3. Der August-Putsch 1991: Dieser Abschnitt behandelt die Ereignisse des Putsches und beleuchtet die Rolle Boris El´cins als zentraler Akteur beim Widerstand gegen das Notstandskomitee.
4. Gorbačev und El´cin nach dem Putsch: Das Kapitel untersucht die nachhaltige Machtverschiebung zugunsten El´cins, die schließlich zur Entmachtung Gorbačevs und dem Zerfall der Sowjetunion führte.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bewertet die Auswirkungen der persönlichen und politischen Konfrontation der beiden Kontrahenten auf das Ende der Union.
Michail Gorbačev, Boris El´cin, August-Putsch, Sowjetunion, KPdSU, Perestroika, Machtkampf, Oktoberplenum 1987, Politikstil, Charakteranalyse, Russische Föderation, Zerfall, Führungspersonen, Reformpolitik, Glasnost
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Beziehung zwischen den sowjetischen Politikern Michail Gorbačev und Boris El´cin und deren Einfluss auf den Zusammenbruch der Sowjetunion.
Zentral sind die Charakterstudien beider Akteure, der politische Machtkampf zwischen ihnen sowie die Zäsur durch den August-Putsch 1991.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss des Putsches im August 1991 auf das politische und persönliche Verhältnis zwischen den beiden Protagonisten zu bestimmen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Biographien, Erinnerungen und Fachliteratur basiert, um die Interaktionen und Rivalitäten chronologisch aufzuarbeiten.
Im Hauptteil wird die Entwicklung der Kontrahenten von ihren Anfängen über die zunehmenden Spannungen nach 1985 bis hin zur Eskalation während des Putsches und der anschließenden Entmachtung Gorbačevs detailliert dargestellt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtkampf, Perestroika, August-Putsch, politische Rivalität und der Zerfall der Sowjetunion.
Das Plenum markierte den vorläufigen Höhepunkt ihrer Spannungen und war der Auslöser für eine deutliche Verschlechterung der persönlichen sowie politischen Beziehung.
El´cin nutzte seine aktive Rolle im Widerstand gegen den Putsch, um sich als Retter der Demokratie zu inszenieren und die politisch geschwächte Position Gorbačevs gezielt für den Ausbau seiner eigenen Machtbasis zu nutzen.
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