Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung in die Thematik
2. Begriffsbestimmungen und Grundlagen von Leerverkäufen (Short selling)
2.1 Funktionsweise von Leerverkäufen
2.1.1 Gedeckter Leerverkauf (Covered short selling)
2.1.2 Ungedeckter Leerverkauf (Naked short selling)
3. Leerverkäufe als unterstützende Mechanismen der Wirtschaft
3.1 Anwendungsgebiete
3.1.1 Spekulation
3.1.2 Hedging
3.1.3 Informationsträger
3.1.4 Bereitstellung von Liquidität
3.2 Short selling und Markteffizienz
4. Risiken von Leerverkäufen und ihre negativen Auswirkungen auf den Finanzmarkt
4.1 Gefahrenpotentiale für den Markt
4.1.1 Die Brisanz von ungedeckten Leerverkäufen
4.1.2 Beeinträchtigung der Märkte und Marktmissbrauch
4.2 Leerverkäufe als Marktpraxis von Hedgefonds
4.2.1 Hedgefonds als gefährliche Marktmanipulatoren?
4.2.2 Hedgefonds in der Falle – Der short squeeze der VW-Aktie im Jahr 2008
5. Analyse internationaler Leerverkaufsverbote und – restriktionen
5.1 Deutschland
5.1.1 Das Leerverkaufsverbot ab 2008
5.1.2 Die BaFin und die Leerverkaufsregulierung
5.2 Großbritannien
5.2.1 Das Leerverkaufsverbot ab 2008
5.2.2 Die FSA und die Leerverkaufsregulierung
5.3 Vereinigte Staaten von Amerika
5.3.1 Die Leerverkaufsregulierung vor der Finanzkrise 2008
5.3.2 Das Leerverkaufsverbot ab 2008
5.3.3 Die SEC und die Leerverkaufsregulierung
6. Leerverkaufsregularien und perspektivische Regulierungsansätze
6.1 Verbote von Leerverkäufen
6.1.1 Generelles Verbot
6.1.2 Zeitlich und/ oder sachlich begrenztes Verbot
6.2 Erweitern von Transparenzanforderungen und Meldepflichten
6.2.1 Offenlegung gegenüber den Aufsichtsbehörden
6.2.2 Offenlegung gegenüber dem Markt
6.3 Weitere Regulierungsmöglichkeiten
6.3.1 Kennzeichnung von Leerverkaufstransaktionen (flagging/ marking)
6.3.2 Lokalisierungserfordernis (locate rule)
6.3.3 Eindeckungs- und Abwicklungsanforderungen (close out/ buy in)
6.3.4 Uptick-Rule
6.3.5 Circuit-Breaker
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Leerverkäufen im internationalen Kapitalmarkt unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen regulatorischer Eingriffe auf die Marktstabilität. Ziel ist es, die ökonomischen Funktionen von Leerverkäufen zu analysieren sowie die Wirksamkeit internationaler Regulierungsansätze, insbesondere nach der Finanzkrise 2008, kritisch zu hinterfragen.
3.1.3 Informationsträger
Der Finanzexperte und Hegefonds-Manager James S. Chanos beschreibt Leerverkäufer als Finanzmarktakteure, die frühzeitig bemerken, sobald bei bestimmten Finanztiteln etwas nicht plausibel ist, um dies andere Investoren aufzuzeigen. Leerverkäufe können somit wichtige Informationen enthalten und diese in den Markt einbringen. Bei der Tätigung seines Leergeschäfts drückt der Verkäufer aus, dass er den Fundamentalwert des entsprechenden Finanztitels für am Markt überbewertet hält. Die Meinung des Leerverkäufers im Hinblick auf das verkaufte Wertpapier erhält durch den hohen Kapitaleinsatz des Spekulanten Nachdruck, da er dafür bereit ist sein eigenes Geld einzusetzen. Da der Leerverkäufer auf fallende Kurse am Markt spekuliert, gelangen mit diesen Geschäften negativen Erwartungshaltungen in den Kapitalmarkt, anhand derer die anderen Marktbeteiligten mit der Botschaft, dass die Aktientitel überbewertet zu sein scheinen, beeinflusst werden.
Dies ist ein wichtiger Marktmechanismus zur Verhinderung, dass die Marktpreise nur die Einschätzungen der optimistischen Investoren widerspiegeln.
Der Leerverkäufer kommt zu seiner Entscheidung, aufgrund öffentlicher, aber nicht bestätigter Informationen, die ihm bekannt sind und die er bspw. aus seiner Einschätzung des Marktumfelds oder aufgrund von Fehlentscheidungen der betroffenen Unternehmen ableitet. So setzt der Leerverkäufer bei überbewerteten Wertpapieren ein Gegengewicht zu dem optimistischen Kaufverhalten, der sog. Irrational Exuberance an den Finanzmärkten.
1. Einführung in die Thematik: Zusammenfassung der Wahrnehmung von Leerverkäufen im Kontext der Finanzkrise 2008 und der Ruf nach einer supranationalen Regulierung.
2. Begriffsbestimmungen und Grundlagen von Leerverkäufen (Short selling): Erläuterung der technischen Funktionsweise gedeckter und ungedeckter Leerverkäufe sowie der Bedeutung der Wertpapierleihe.
3. Leerverkäufe als unterstützende Mechanismen der Wirtschaft: Analyse der positiven ökonomischen Funktionen, wie Liquiditätssicherung, Hedging und Informationsbereitstellung für eine effiziente Preisfindung.
4. Risiken von Leerverkäufen und ihre negativen Auswirkungen auf den Finanzmarkt: Darstellung der Gefahren durch Marktmanipulation, Herdenverhalten und die spezielle Problematik ungedeckter Leerverkäufe am Beispiel des VW-Short-Squeeze.
5. Analyse internationaler Leerverkaufsverbote und – restriktionen: Vergleich der Regulierungsmaßnahmen in Deutschland, Großbritannien und den USA während und nach der Finanzkrise.
6. Leerverkaufsregularien und perspektivische Regulierungsansätze: Diskussion möglicher zukünftiger Regulierungsinstrumente wie Verbote, Meldepflichten, Kennzeichnungspflichten und der Rolle europäischer Aufsichtsstrukturen.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Notwendigkeit einer systembezogenen Regulierung und Ausblick auf die europäische Harmonisierung der Leerverkaufsregeln.
Leerverkäufe, Short selling, Finanzkrise, Marktmanipulation, Markteffizienz, Hedgefonds, Finanzmarktregulierung, BaFin, SEC, ungedeckte Leerverkäufe, Naked short selling, Transparenz, Liquidität, Finanzstabilität, EU-Leerverkaufsverordnung.
Die Bachelorthesis befasst sich mit der Rolle von Leerverkäufen am internationalen Kapitalmarkt und untersucht, inwieweit diese durch regulatorische Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte eingeschränkt werden sollten.
Zentral sind die Funktionsweise von Leerverkäufen, ihr Beitrag zur Markteffizienz, die damit verbundenen Risiken sowie die unterschiedlichen Ansätze zur Regulierung in den USA und Europa.
Das Ziel ist die Analyse, ob Leerverkäufe einen legitimen Marktimpuls geben oder als manipulatives Instrument die Marktstabilität gefährden, und wie eine effiziente Regulierung dieses Spannungsfeld adressieren kann.
Es handelt sich um eine rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung aktueller Fachpublikationen, Gesetzesvorhaben und Marktdaten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der positiven (Liquidität, Information) und negativen (Manipulation, systemisches Risiko) Markteffekte sowie eine detaillierte Gegenüberstellung internationaler Regulierungsansätze.
Die wichtigsten Schlagworte sind Leerverkäufe, Finanzkrise, Marktmanipulation, Markteffizienz, Hedgefonds und Regulierung.
Hedgefonds waren in einer „Short Squeeze“-Falle, da sie exzessiv auf fallende Kurse gesetzt hatten, während Porsche unerwartet große Anteile an VW erwarb, was zu einer massiven Verknappung des Angebots und damit zu extremen Kursanstiegen führte.
Da bei ungedeckten Leerverkäufen keine vorherige Wertpapierleihe stattfindet, besteht die Gefahr, dass die Lieferverpflichtungen nicht erfüllt werden können, was das Vertrauen in den Markt schwächt und als Täuschungsrisiko eingestuft wird.
Die Uptick-Rule soll verhindern, dass Leerverkäufe einen Abwärtstrend künstlich beschleunigen, indem sie Leerverkäufe nur dann zulässt, wenn der letzte Transaktionspreis eine leichte Steigerung aufwies.
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