Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Einführung und Fragestellung
1.2 Methode, Quellenlage und Forschungsstand
1.3 Klassifikationsproblematik
1.4 Aufbau
1.5 Allgemeine Anmerkungen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Eingrenzung zentraler Begriffe
2.2 Freihandelstheorie
2.3 Relevanz des industriellen Sektors für eine Volkswirtschaft
2.4 Erziehungszollargument
3 Aktuelle wirtschaftliche Situation Tansanias
3.1 Situation des verarbeitenden Gewerbes
3.2 Herausforderungen des verarbeitenden Gewerbes
3.3 Handelsbeziehungen zwischen Tansania und den EU-Staaten
3.4 Industrie- und Handelspolitik
4 Economic Partnership Agreement zwischen EAC- und EU-Staaten
4.1 Historischer Hintergrund, Ziele und Aufbau
4.2 Regelungen und ihre Auswirkungen auf das verarbeitende Gewerbe
4.2.1 Zollsätze
4.2.2 Stillstand-Klausel
4.2.3 Exportsteuern /-zölle
4.2.4 Quantitative Restriktionen
4.2.5 Subventionen
4.2.6 Weitere Maßnahmen
4.3 Schutzmaßnahmen
4.3.1 Antidumping- und Ausgleichszölle
4.3.2 Multilaterale Schutzmaßnahmen
4.3.3 Bilaterale Schutzmaßnahmen
5 Fazit
6 Bibliographie
6.1 Primärquellen
6.2 Sekundärquellen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berechtigung der tansanischen Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verdrängung junger Industrien durch das geplante Economic Partnership Agreement (EPA) zwischen den Staaten der East African Community (EAC) und der Europäischen Union. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die im Abkommen enthaltenen Schutzmaßnahmen ausreichen, um den industriellen Sektor Tansanias vor einer durch Marktöffnung induzierten Konkurrenz aus der EU zu schützen.
4.3 Schutzmaßnahmen
Um bei möglichen Eintritt von negativen Folgen eingreifen zu können, sind sogenannte Schutzmaßnahmen Teil der „Trade defence measures“186 des EAC-EU-EPAs. Die nachfolgend dargestellten Sachverhalte bilden Ausnahmen, um von den vorgestellten Regelungen des EAC-EU-EPAs abweichen zu dürfen. Unter den Handelsabwehrmaßnahmen findet sich auch ein Artikel zum speziellen Schutz von infant industries. Im Folgenden werden die drei Artikel der Schutzmaßnahmen kurz vorgestellt und ihre Wirkungsweise diskutiert. Besonders im Fokus steht hierbei der Schutz von infant industries.
4.3.1 Antidumping- und Ausgleichszölle
Sowohl den EAC- als auch den EU-Staaten ist es nach Artikel 48 sowohl individuell als auch kollektiv nach Erwägung von Alternativen erlaubt, Antidumping- oder Ausfuhrzölle zu erheben.187 Antidumping- beziehungsweise Ausgleichszölle können auf Importe erhoben werden, die „zu niedrigeren Preisen eingeführt werden, als sie auf dem heimischen Markt des Exportlandes üblich sind, oder für die im Exportland Prämien bzw. Subventionen gewährt werden“188. Sie dienen den Schutz des importierenden Marktes vor wettbewerbsverzerrenden Preisen. Antidumping- und Ausgleichszölle werden erhoben, um den Preisvorteil durch Exportsubventionen auszugleichen.189
Diese Schutzvorrichtung gibt der tansanischen Regierung die Möglichkeit, das verarbeitende Gewerbe teilweise vor Preisen zu schützen, die durch Subventionen eine wettbewerbsverzerrende Wirkung haben. Somit stellen Antidumping- und Ausgleichszölle ein wichtiges Politikinstrument dar.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des tansanischen Widerstands gegen das EAC-EU-EPA ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zum Schutz junger Industrien.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale wirtschaftswissenschaftliche Konzepte wie die Freihandelstheorie und das Erziehungszollargument (infant industry argument) für die weitere Analyse definiert.
3 Aktuelle wirtschaftliche Situation Tansanias: Das Kapitel beleuchtet die strukturellen Schwächen des verarbeitenden Gewerbes und analysiert die Ausgangslage der Handelsbeziehungen zu den EU-Staaten.
4 Economic Partnership Agreement zwischen EAC- und EU-Staaten: Eine detaillierte Untersuchung der Regelungen des EPA, insbesondere hinsichtlich Zollabbau, Schutzmaßnahmen und deren Auswirkungen auf die tansanische Industrie.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und bewertet, ob die Schutzinstrumente im EPA ausreichen, um die tansanischen Industrien vor einer Verdrängung zu bewahren.
6 Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Bachelorarbeit auf.
Tansania, Economic Partnership Agreement, EPA, Industrialisierung, verarbeitendes Gewerbe, EAC, Europäische Union, Handelspolitik, Erziehungszollargument, infant industries, Liberalisierung, Zollunion, Schutzmaßnahmen, Welthandel, Wirtschaftsentwicklung.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Economic Partnership Agreement (EPA) zwischen der EAC und der EU auf das verarbeitende Gewerbe in Tansania, mit einem besonderen Fokus auf den Schutz junger Industrien.
Die zentralen Themen umfassen die Freihandelstheorie, die industrielle Situation in Tansania, die Auswirkungen asymmetrischer Handelsliberalisierung und die Wirksamkeit handelspolitischer Schutzmechanismen.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Angst der tansanischen Regierung vor einer Verdrängung einheimischer Industrien durch das EAC-EU-EPA berechtigt ist und ob die Schutzmaßnahmen im Abkommen ausreichen, um infant industries zu schützen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturstudie, die im Hauptteil durch eine evaluierende Dokumentenanalyse des Handelsabkommens sowie eine statistische Auswertung ergänzt wird.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und der Status quo der tansanischen Wirtschaft erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der EPA-Regelungen, insbesondere der Zollbestimmungen und der Schutzinstrumente.
Zentrale Begriffe sind neben EPA und Tansania vor allem infant industries, Industrialisierung, Liberalisierung und Zollpolitik.
Das verarbeitende Gewerbe gilt als entscheidender Motor für Wachstum und Beschäftigung, ist jedoch in Tansania durch eine schwache Ausgangsposition besonders anfällig für ausländische Konkurrenz.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Schutzmaßnahmen in ihrer Flexibilität stark begrenzt sind und eher als kurzfristige Handelsabwehr denn als nachhaltiges entwicklungspolitisches Instrument dienen.
Es dient als theoretische Legitimation für zeitlich begrenzte protektionistische Eingriffe, um Industrien in einem frühen Entwicklungsstadium den Aufbau einer Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen.
Kritisiert werden vor allem die zeitlichen Befristungen (sunset provisions), die Komplexität der Implementierung bei fehlenden institutionellen Kapazitäten und die Einschränkung des politischen Handlungsspielraums für eine eigenständige Industriepolitik.
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