Bachelorarbeit, 2014
48 Seiten, Note: 2,0
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Einleitung
Kapitel 1. Was sind Werkverträge?
1.1. Definition des Werkvertrages
1.2. Historische Entwicklung des Werkvertrages
1.2.1. Werkverträge als Instrument zur Umgehung des Anwerbestopps von 1973
1.2.2. Werkvertragsabkommen mit MOE-Staaten ab Ende der 1980er Jahre
1.2.3. Werkverträge mit Einführung der Arbeitsmarktreformen und der EU-Osterweiterung 2004
1.2.4. Werkverträge als Ersatz für Leiharbeit durch die BAG Entscheidung am 14.12.2010
1.3. Werkvertrag versus Arbeitsvertrag
Kapitel 2. Ursachen des Einsatzes von Werkverträgen in Konkurrenz zum Arbeitsvertrag
2.1. BAG-Entscheidung vom 14. Dezember 2010
2.2. Mindestlöhne in der Zeit- und Leiharbeitsbranche
2.3. Werkverträge und Scheinselbstständigkeit
2.4. Problematik Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertrag
Kapitel 3. Abgrenzung Werkvertrag vom Arbeitsvertrag
3.1. Übersicht der Abgrenzungsmerkmale
3.2. Erläuterung der einzelnen Abgrenzungsmerkmale
3.2.1. Merkmal „festgelegtes Arbeitsergebnis“
3.2.2. Merkmal „weisungsgebunden“
3.2.3. Merkmal „Arbeitszeiten“
3.2.4. Merkmal „Zeitpunkt der Vergütung“
3.2.5. Merkmal „Eigentum der Ausrüstung, Werkzeuge“
3.2.6. Merkmal „Geltung von arbeitsrechtlichen Spezialgesetzen“
3.2.7. Merkmal „Versteuerung des Werklohnes“
3.2.8. Merkmal „Eingliederung in die Betriebsorganisation“
3.3. Fazit Abgrenzungsmerkmale Werkvertrag vs. Arbeitsvertrag
Kapitel 4. Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung von „Scheinwerkverträgen“
4.1. Standpunkt der Arbeitgeber und Unternehmer
4.2. Standpunkt der Gewerkschaften
4.3. Standpunkt der etablierten politischen Parteien
4.3.1. CDU/CSU
4.3.2. FDP
4.3.3. SPD
4.3.4. Die Linke
4.3.5. Bündnis 90 / Die Grünen
4.4. Lösungen durch den Gesetzgeber
4.5. Selbstkontrolle und Eigeninitiative der Wirtschaft
Kapitel 5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem legitim genutzten Werkvertrag und dem missbräuchlichen Einsatz als „Scheinwerkvertrag“, um arbeitsrechtliche Standards zu unterlaufen. Ziel ist es, klare Abgrenzungsmerkmale zur Identifikation von Missbrauchsfällen zu definieren und rechtssichere Lösungsmöglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufzuzeigen.
3.2.1. Merkmal „festgelegtes Arbeitsergebnis“
Beim Werkvertrag muss das Arbeitsergebnis konkret und genau beschrieben werden. Hier kommt es auf die Erstellung eines neu zu errichtenden Werkes oder die Veränderung eines bestehenden Werkes an, welches nach § 631 II BGB mit Erfolg erbracht werden muss. Liegt das Merkmal „konkretes Arbeitsergebnis mit Erfolg“ nicht vor, handelt es sich nur um die Verrichtung und Erbringung von Diensten mittlerer Art und Güte und damit um einen Arbeitsvertrag bzw. bei echter selbstständiger Beschäftigung um einen Dienstvertrag.
Kapitel 1. Was sind Werkverträge?: Definition des Werkvertrags und dessen historische Verwendung als Instrument zur Umgehung arbeitsrechtlicher Beschränkungen seit den 1970er Jahren.
Kapitel 2. Ursachen des Einsatzes von Werkverträgen in Konkurrenz zum Arbeitsvertrag: Untersuchung der ökonomischen Anreize und rechtlichen Entwicklungen, insbesondere nach dem BAG-Urteil von 2010, die zur Flucht in den Werkvertrag führten.
Kapitel 3. Abgrenzung Werkvertrag vom Arbeitsvertrag: Detaillierte Darstellung von acht Abgrenzungsmerkmalen zur Unterscheidung zwischen Werkvertrag, Dienstvertrag und Arbeitsvertrag.
Kapitel 4. Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung von „Scheinwerkverträgen“: Analyse der konträren Standpunkte von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Parteien sowie Diskussion gesetzgeberischer Lösungsansätze.
Kapitel 5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassender Rückblick auf die Problematik und die Notwendigkeit einer komplexen, gesetzgeberischen Neuregelung zum Schutz der Arbeitnehmer.
Werkvertrag, Arbeitsrecht, Scheinwerkvertrag, Arbeitnehmerüberlassung, Arbeitsmarktreformen, BAG-Entscheidung, Lohndumping, Scheinselbstständigkeit, Tarifstandards, Mindestlohn, Abgrenzung, Outsourcing, Mitbestimmung, Gesetzgeber, Betriebsorganisation.
Die Arbeit thematisiert die Problematik von Werkverträgen im deutschen Arbeitsrecht und deren missbräuchliche Verwendung zur Umgehung von Arbeitnehmerrechten.
Im Zentrum stehen die Abgrenzung zum regulären Arbeitsverhältnis, die ökonomischen Beweggründe für Unternehmen sowie politische Lösungsansätze gegen Lohndumping.
Das Ziel ist die klare Definition von Merkmalen, die einen Werkvertrag von einem verdeckten Arbeitsverhältnis unterscheiden, um Missbrauch wirksam bekämpfen zu können.
Es erfolgt eine fundierte juristische Analyse anhand gesetzlicher Bestimmungen (BGB), aktueller BAG-Rechtsprechung sowie eine Auswertung politischer Positionspapiere.
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Ursachen für den Werkvertragseinsatz, bietet eine detaillierte Abgrenzungstabelle und diskutiert die Standpunkte der Sozialpartner und Parteien.
Zentrale Begriffe sind Werkvertrag, Scheinwerkvertrag, Arbeitnehmerüberlassung, Abgrenzungsmerkmale, Lohndumping und Mitbestimmungsrechte.
Der Werkvertrag schuldet einen konkreten Erfolg und ist durch Weisungsungebundenheit sowie fehlende Eingliederung in die Betriebsorganisation gekennzeichnet, im Gegensatz zur persönlichen Abhängigkeit beim Arbeitsvertrag.
Die BAG-Urteile, insbesondere zum Thema Leiharbeit und CGZP, haben die Attraktivität von Leiharbeit reduziert und Unternehmen dazu bewegt, verstärkt auf Werkverträge auszuweichen.
Die Arbeit benennt fünf spezifische Kriterien; bereits wenn drei davon erfüllt sind, besteht der dringende Verdacht einer Scheinselbstständigkeit, die als Schwarzarbeit sanktioniert werden kann.
Sie sind ein legitimer Bestandteil der Wirtschaft zur Erbringung spezifischer Leistungen, werden jedoch kritisch betrachtet, sobald sie zur Umgehung geltender Sozialstandards missbraucht werden.
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