Bachelorarbeit, 2015
95 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffsklärungen
2.1 Jugendliche
2.2 Kompetenzen
2.3 Freiwilliges Engagement
3 Freiwilliges Engagement - Eine Annäherung
4 Forschungsstand
5 Kompetenztypologien
5.1 Soziale Kompetenzen
5.2 Kommunikative Kompetenzen
5.3 Emotionale Kompetenzen
5.4 Fachkompetenzen
5.5 Methodenkompetenzen
6 Empirischer Teil
6.1 Methodische Vorgehensweise
6.2 Auswertung
6.3 Beschreibung des Samples
7 Darstellung der Ergebnisse
8 Diskussion der Ergebnisse
9 Fazit
Diese Arbeit analysiert die individuellen Kompetenzgewinne von Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren, die sich freiwillig im Bereich Sport und Bewegung in Deutschland engagieren. Ziel ist es, durch qualitative Interviews mit drei Freiwilligen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport absolviert haben, Erkenntnisse über Lernprozesse und Kompetenzentwicklung in diesem informellen Bildungskontext zu gewinnen.
Kompetenzerwerb von Jugendlichen im Rahmen freiwilligen Engagements
In zunehmendem Maß sind wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Sozialwissenschaften dem Kompetenzerwerb und Lernprozess von Jugendlichen im freiwilligen Engagement gewidmet (vgl. Reichwein & Freund 1992; Auerbach & Wiedemann 1997; Lehmann 2005; Reinders 2006; Schwab 2006; Thomas, Chang & Abt 2006 & Faust 2013). Weitere empirische Studien liefern sowohl Hübner (2010), welche eine qualitative empirische Studie im Feld der Stadtranderholungsmaßnahmen angefertigt hat, innerhalb derer sie freiwilliges Engagement als Lern- und Entwicklungsraum analysierte, als auch Hansen (2008), der eine empirische Studie zu Lernprozessen in Vereinen durchgeführt hat. Jedoch ist kritisch anzumerken, dass die anschließenden Annahmen der Studien meist normativ sind und nicht auf empirischen Daten basieren.
Fischer (2002) hat Jugendliche aus Ostdeutschland befragt, welche Erfahrungen sie während ihres freiwilligen Engagements gemacht haben und kam zu dem Befund, dass sie eine Reihe von Kompetenzen erworben haben. Darunter fielen verstärkt soziale Kompetenzen wie zum Beispiel Kooperationsfähigkeit, Respekt und Toleranz. Dazu kamen persönlichkeitsbildende Kompetenzen wie beispielsweise ein gestärktes Selbstbewusstsein oder Selbstwirksamkeitsüberzeugungen. Zusätzlich konnte sie feststellen, dass je nach Verband spezifisches Fachwissen erlangt wurde, wie beispielsweise zu Natur- und Umweltschutz (vgl. Fischer 2002). Laut Fischer sind Gelegenheitsstrukturen, Einsatzbereitschaft, Gemeinschaft und Kommunikation sowie Verbandseinbindung entscheidend für den Kompetenzgewinn (vgl. 2002, S. 328ff.). Schwab (2006) stellt fest, dass Jugendliche, die freiwillig als Jugendleiter in Baden-Württemberg tätig waren, Bildungseffekte im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, sozialem Lernen und lebenspraktischen Fertigkeiten erfahren. Richter, Jung und Riekmann (2007) haben eine empirische Untersuchung bei einer Hamburger Jugendfeuerwehr durchgeführt und konnten feststellen, dass die verantwortungsvolle Übernahme von freiwilligen Tätigkeiten dazu führt, dass bei den Jugendlichen dadurch solidarisches Handeln und demokratische Bildungsprozesse gefördert werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende gesellschaftliche Relevanz des freiwilligen Engagements in Deutschland und definiert das Ziel der Arbeit, den Kompetenzerwerb von Jugendlichen im Sportbereich zu untersuchen.
2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe "Jugendliche", "Kompetenzen" und "Freiwilliges Engagement", um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Ausarbeitung zu schaffen.
3 Freiwilliges Engagement - Eine Annäherung: Es wird die Struktur und Entwicklung des freiwilligen Engagements, insbesondere in Sportvereinen, sowie der zeitliche Aufwand und die Aufgabenbereiche der Freiwilligen dargestellt.
4 Forschungsstand: Hier werden bestehende wissenschaftliche Debatten und empirische Studien zum Thema Ehrenamt und Kompetenzerwerb bei Jugendlichen zusammengefasst und kritisch reflektiert.
5 Kompetenztypologien: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Kompetenzbereiche wie soziale, kommunikative, emotionale, fachliche und methodische Kompetenzen, die für die Analyse der Interviews relevant sind.
6 Empirischer Teil: Der methodische Aufbau der Arbeit wird beschrieben, inklusive der qualitativen Interviewführung mit drei Freiwilligen, der Auswertungsstrategie nach Mayring und einer Beschreibung des Samples.
7 Darstellung der Ergebnisse: Die zentralen Aussagen der interviewten Freiwilligen zu ihren Tätigkeiten, Erfahrungen und wahrgenommenen Kompetenzzuwächsen werden strukturiert präsentiert.
8 Diskussion der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden in Bezug auf den Forschungsstand und die theoretischen Kompetenztypologien diskutiert und interpretiert.
9 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den Kompetenzgewinn durch freiwilliges Engagement zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Ergebnisse.
Freiwilliges Engagement, Jugend, Sportverein, Kompetenzerwerb, Sozialkompetenz, Personalentwicklung, Ehrenamt, Informelles Lernen, Selbstwirksamkeit, Soziales Kapital, Qualitative Forschung, Verantwortungsübernahme, Belastbarkeit, Methodenkompetenz, Bildungsbiographie.
Die Arbeit untersucht, welche Kompetenzen Jugendliche erwerben, wenn sie sich freiwillig in Sportvereinen engagieren.
Die Arbeit behandelt Themen wie informelle Bildungsprozesse, die Struktur des freiwilligen Engagements im Sport, Kompetenztypologien und die praktische Reflexion durch Interviews.
Das Ziel ist es, mittels qualitativer Experteninterviews individuelle Kompetenzgewinne zu analysieren, die Jugendliche während eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Sport erzielen.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsmethode, bestehend aus halbstrukturierten Interviews, die anschließend mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands und der Kompetenzbegriffe sowie den empirischen Teil, in dem Interviewdaten zu Aufgaben, Belastungen und persönlichen Entwicklungen der Probanden analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind Freiwilliges Engagement, Kompetenzerwerb, Jugend, Sport, informelles Lernen, Verantwortung und persönliche Weiterentwicklung.
Der Sportverein fungiert als informeller Bildungsort, der Jugendlichen Gelegenheiten bietet, Verantwortung zu übernehmen, sich in Gruppen zu engagieren und soziale Kompetenzen außerhalb der Schule zu festigen.
Konflikte mit Kindern oder anderen Vereinsmitgliedern fordern und fördern laut den Interviews die Entwicklung von emotionalen Kompetenzen wie Empathie, Frustrationstoleranz und diplomatisches Geschick bei der Konfliktlösung.
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