Bachelorarbeit, 2015
34 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Ausgangssituation
3. Crimen pecuniarum repetundarum
4. Actio prima
4.1. Exordium
4.2. Argumentatio
4.3. Peroratio
4.4. Die Folgen
5. Die Rede gegen Verres – nur ein „Kunstprodukt“ Ciceros?
6. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit analysiert die rhetorischen Strategien und Appelle Ciceros in seiner actio prima gegen Verres, um die ausschlaggebenden Faktoren für seinen Erfolg als Ankläger zu identifizieren und die Rolle des öffentlichen Drucks sowie die Einflussnahme auf die Geschworenen zu beleuchten.
4.1. Exordium
Am Anfang seiner Rede spricht Cicero die Richter direkt an und konfrontiert diese mit der schlechten Ansicht über die Senatoren und Gerichte. So hätten die Menschen in Rom und den Untertanengebieten die Meinung, dass aufgrund von Bestechungen keine vermögende Person trotz größter Schuld verurteilt werden könnte. Mit dieser Aussage setzt er die iudices unter Druck und suggeriert, dass die Senatoren mit der Verurteilung von Verres ihr Vertrauen zurückgewinnen und ihr Monopol in den Gerichten behalten könnten. So macht er auch gleich am Beginn seiner Rede deutlich, dass die Vormacht der Senatoren in den Gerichten gefährdet ist, ohne jedoch die lex Aurelia beim Namen zu nennen. Daraus ist zu schließen, dass sich die Senatoren sehr wohl bewusst waren, dass während des Prozesses massive Einschnitte in ihren Befugnissen geplant wurden.
Cicero sieht mit diesem Gerichtsverfahren einen „Scheidepunkt“ erreicht, an dem nur noch eine Verurteilung von Verres Schlimmeres verhindern könnte. Weiterhin gibt er seine Motivation für den Prozess wieder: Er habe die Anklage gegen Verres zum Wohle des römischen Volkes angenommen, damit die Senatoren und Gerichte wieder an Ansehen gewännen. Mit dieser captatio benevolentiae stellt er ihnen stark übertrieben vor Augen, dass ein „richtiges“ Urteil eine Rehabilitierung des Senatorenstandes herbeiführen werde. Angesichts der starken Beteiligung der Senatoren an dem offensichtlichen Amtsmissbrauch durch Verres, ist dies aber eher ein dürftiges Versprechen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach Ciceros Erfolg als Ankläger vor und umreißt die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel der Untersuchung.
2. Die Ausgangssituation: Das Kapitel beschreibt die Machtverhältnisse und die wirtschaftlichen Bedingungen in Sizilien während der Statthalterschaft des Verres.
3. Crimen pecuniarum repetundarum: Hier werden die juristischen Grundlagen des Erpressungsprozesses sowie die historische Entwicklung der entsprechenden Gesetzgebung dargestellt.
4. Actio prima: Dieser Hauptteil analysiert die Struktur und die rhetorischen Mittel der Anklagerede, gegliedert in Exordium, Argumentatio, Peroratio und die prozessualen Folgen.
5. Die Rede gegen Verres – nur ein „Kunstprodukt“ Ciceros?: Das Kapitel diskutiert kritisch, ob die überlieferte Rede die tatsächlich gehaltene Performance widerspiegelt oder ein späteres literarisches Konstrukt darstellt.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der rhetorischen Strategien Ciceros zusammen und unterstreicht die Bedeutung seiner Appelle für den Prozessverlauf.
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Die Arbeit untersucht die juristischen und rhetorischen Hintergründe von Ciceros erster Rede gegen den römischen Statthalter Verres und wie Cicero die Geschworenen von dessen Schuld überzeugte.
Die Schwerpunkte liegen auf der römischen Rechtsprechung (Repetundenprozesse), der rhetorischen Struktur antiker Anklagereden und der politischen Situation in Rom um 70 v. Chr.
Es soll geklärt werden, welche Faktoren – insbesondere die rhetorischen Appelle – zum erfolgreichen Schuldspruch gegen Verres führten und inwieweit Cicero die Richter manipulativ unter Druck setzte.
Die Autorin kombiniert eine chronologische Analyse der Rede mit dem Vergleich zu antiken Quellen sowie eine Einordnung in den zeitgenössischen historischen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Exordiums, der Argumentatio und der Peroratio, wobei Ciceros taktischer Einsatz von Drohungen und Versprechungen gegenüber den Richtern zentral ist.
Cicero ergänzt die Beweise durch eine gezielte emotionale und psychologische Lenkung der Richter, indem er sie an ihre Verantwortung gegenüber der res publica und den drohenden Machtverlust an die Ritter erinnert.
Cicero nutzt die drohende Reform des Gerichtswesens geschickt als Druckmittel, um die Senatoren zu einer Verurteilung zu bewegen, damit diese ihre Vormachtstellung nicht verlieren.
Cassius Dio kritisiert, dass Ciceros publizierte Reden stark bearbeitete „Kunstprodukte“ seien, die seine tatsächlichen rhetorischen Schwächen vor Gericht verbergen sollten.
Die Arbeit erkennt Ciceros hohe rhetorische Qualität an, betont aber gleichzeitig, dass er die Reden für die Veröffentlichung gezielt optimiert hat, um als homo doctus und erfolgreicher Politiker zu glänzen.
Glabrio als vorsitzender Richter spielt eine Schlüsselrolle; durch die direkte Ansprache und den Verweis auf dessen Vorfahren versucht Cicero, ihn persönlich auf eine unvoreingenommene, strenge Prozessführung festzulegen.
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