Bachelorarbeit, 2017
79 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil und Kontextualisierung
2.1 Die Konstruktion Geschlecht nach Judith Butler
2.2 Schnittstelle Habitus nach Pierre Bourdieu
2.3 (Un)Doing Gender
3 Trans*normaler Alltag – Lebensbedingungen und Datenlage
3.1 Begrifflichkeiten und Definitionen
3.2 Prävalenz
3.3 Suizidalität
3.4 Medizinische Aspekte
3.5 Recht und Gesetze
3.6 Diskriminierungen
4 Soziale Arbeit
4.1 Genesis und Geschichte gender- und diversitätsbewusster Sozialer Arbeit
4.2 Aktuelle Fachdebatte zu Gender- und Diversitätsbewusstsein
4.3 Social Justice und Diversity
5 Zusammenfassung
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit trans* Menschen in der Gesellschaft durch Pathologisierung und Fremdbestimmung ausgeschlossen werden und welche Konsequenzen dies für deren Selbstbestimmung hat. Zudem wird die Relevanz geschlechtergerechter und diversitätsbewusster Ansätze innerhalb der Sozialen Arbeit analysiert.
2.1 Die Konstruktion Geschlecht nach Judith Butler
Judith Butler ist Philosophin, Poststrukturalistin und Theoretikerin ohne gleichen, die mit ihrer dekonstruktivistischen Theorie über die Konstruktion von Geschlecht, Geschlechtsidentität, Begehren und Sexualpraxis maßgeblich zur Entstehung der Queer-Theory beigetragen hat. Daher scheint ihr diskurstheoretischer Ansatz als legitime Wahl, um im Folgenden genauer betrachtet zu werden. Butlers Theorie fußt auf den Annahmen, „dass die Produktivität diskursiver und sprachlicher Macht das fundamentale Konstruktionsprinzip von Wirklichkeit“ (Bublitz 2010: 8) ist und das biologische Geschlecht ebenso konstruiert ist wie die Geschlechtsidentität, also das soziale Geschlecht. Sie bricht somit mit der bis dahin vorherrschenden, von Simone de Beauvoir geprägten, feministischen Vorstellung, nur das soziale Geschlecht sei konstruiert, nicht aber das biologische. Sie kritisiert die feministische Theorie weiterhin insofern, als dass sie diese beschuldigt an der Produktion und Verfestigung binärer Normen, folglich auch der Konstruktion von Geschlecht beteiligt zu sein, da diese immer nur die Differenzen von Männern und Frauen aufzeigt und alle weiteren Geschlechter damit gänzlich ausschließt. Zwei zentrale Punkte sind bei der Konstruktion von Geschlecht, sozialem Geschlecht, Begehren und sexueller Praktik grundlegend: zum einen der Diskurs an sich und zum anderen der performative Sprechakt.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Pathologisierung von trans* Menschen ein und stellt die Leitfragen zur gesellschaftlichen Exklusion sowie zur Rolle der Sozialen Arbeit.
2 Theoretischer Teil und Kontextualisierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Geschlechtskonstruktion anhand von Judith Butler, Pierre Bourdieus Habituskonzept sowie den Konzepten des Doing und Undoing Gender.
3 Trans*normaler Alltag – Lebensbedingungen und Datenlage: Es erfolgt eine Analyse der statistischen Fakten, medizinischen Versorgungsaspekte, rechtlichen Rahmenbedingungen und der verschiedenen Formen von Diskriminierung im Alltag von trans* Personen.
4 Soziale Arbeit: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis der Sozialen Arbeit und stellt Ansätze wie Social Justice, Diversity sowie die Methode Mahloquet vor.
5 Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen theoretischen und empirischen Ergebnisse der Arbeit rekapituliert.
6 Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs formulierten Leitfragen und plädiert für eine gender- und diversitätsbewusste Transformation der professionellen Sozialen Arbeit.
Trans*, Geschlechtsidentität, Pathologisierung, Judith Butler, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Social Justice, Diversity, Doing Gender, Undoing Gender, Heteronormativität, Menschenrechte, Transition, Geschlechtsdysphorie, Intersektionalität
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Situation von trans* Menschen unter besonderer Berücksichtigung von Pathologisierungs- und Ausgrenzungsmechanismen sowie deren Folgen für die persönliche Selbstbestimmung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion von Geschlechtsnormen, den medizinischen und rechtlichen Anforderungen an Transitionsprozesse sowie der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung von Anerkennung und Gerechtigkeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse trans* Menschen fremdbestimmen und wie eine diversitätsbewusste Soziale Arbeit dazu beitragen kann, diese Strukturen aufzubrechen.
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf einer theoretischen Fundierung durch Judith Butlers poststrukturalistische Gendertheorie und Bourdieus Habituskonzept basiert und aktuelle Fachdiskurse in der Sozialen Arbeit analysiert.
Der Hauptteil analysiert Daten zur Prävalenz und Suizidalität, medizinische Behandlungsleitlinien, rechtliche Hürden wie das Transsexuellengesetz sowie Formen der Diskriminierung, einschließlich Mikroaggressionen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie trans*, Geschlechtsidentität, Pathologisierung, Diskriminierung und Social Justice definiert.
Die Autorin kritisiert die bestehende Abhängigkeit von Gutachten als Instrument der Fremdbestimmung und plädiert für ein entpathologisierendes, vertrauensbasiertes Coaching-Verhältnis.
Es bietet die theoretische Möglichkeit, Geschlechterdifferenzen als konstruierte Leistungen zu enttarnen und so die starren Normen der binären Geschlechterordnung im professionellen Handeln zu dezentralisieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

