Masterarbeit, 2016
111 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Theoretische Grundlagen
2.1.1 Definition des Begriffs "Bioprodukt" bzw. "Ökoprodukt"
2.1.2 Definition des Begriffs "Qualität"
2.1.3 Qualitätsunsicherheit aufgrund von Informationsasymmetrie
2.1.4 Signaling und Screening zum Abbau von Qualitätsunsicherheit
2.1.5 Preis- Leistungs-Verhältnis
2.2 Grundlagen zu biologischen Lebensmitteln
2.2.1 Ökologischer Landbau
2.2.2 Konventioneller Landbau
2.2.3 Vergleich des ökologischen und konventionellen Landbaus
2.2.4 Qualitätsbegriff bei Bio-Lebensmitteln
3 Der deutsche Markt für Biolebensmittel
3.1 Bio-Lebensmittel gemäß gesetzlicher Grundlage
3.2 Marktüberblick: Kennzahlen und Produkte
3.2.1 Ökologischer Landbau: Welt - Europa - Deutschland
3.2.2 Struktur in Deutschland
3.2.3 Umsatzentwicklung
3.2.4 Produkte
3.2.5 Kennzeichnung der Produkte
3.2.6 Preise
3.3 Absatzkanäle für Bio-Lebensmittel
3.3.1 Direktvermarktung
3.3.2 Naturkostfachhandel
3.3.3 Konventioneller Lebensmitteleinzelhandel
3.4 Bio-Käufer: Zielgruppen und Kaufmotive
3.4.1 Zielgruppen von Bio-Käufern
3.4.2 LOHAS
3.4.3 Kaufmotive für Bio-Lebensmittel
3.5 Branchenstrukturanalyse nach Porter
4 Kaufbarrieren bei Bio-Lebensmitteln
4.1 Preisbarrieren
4.2 Informations- und vertrauensbezogene Kaufbarrieren
4.2.1 Opportunismusrisiko
4.2.2 Qualitätsunsicherheit
4.2.3 Wissensdefizit und geringe Transparenz
5 Implikationen für das Marketing
5.1 Marketingplan
5.2 Überwindung der Preisbarrieren
5.3 Überwindung der Informationsbarrieren
5.3.1 Vertrauensaufbau mittels Signaling
5.3.1.1 Reputationsaufbau
5.3.1.2 Selbstverpflichtung
5.3.2 Anreizschaffung für das Screening von Öko-Produkten
6 Fazit
Diese Masterthesis untersucht die bestehenden Kaufhemmnisse im deutschen Bio-Lebensmittelmarkt und erarbeitet Marketingstrategien, um das Vertrauen der Konsumenten zu stärken und den Marktanteil von Bio-Lebensmitteln über die 5%-Marke zu heben. Die Arbeit analysiert dabei sowohl theoretische Grundlagen der Informationsökonomie als auch spezifische Zielgruppenmerkmale und Absatzstrukturen.
2.1.3 Qualitätsunsicherheit aufgrund von Informationsasymmetrie
Aus informationsökonomischer Perspektive entstehen Informations- und Unsicherheitsprobleme aufgrund der Qualität eines Produkts. Dabei werden drei verschiedene Produkteigenschaften unterschieden: Such-, Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften (vgl. Kaas, 1995: S. 974f). Sucheigenschaften sind dem Konsumenten vor dem Kauf eines Produkts bekannt und können während des Kaufs festgestellt werden, wie z.B. Form, Farbe oder Preis. Erfahrungseigenschaften wiederum können erst nach dem Kauf überprüft werden, wie z.B. der Geschmack eines Lebensmittels oder die Haltbarkeit. Vertrauenseigenschaften sind für den Konsumenten nicht bzw. nur unverhältnismäßig hohen Kosten feststellbar. Beim Kauf von Bio-Äpfeln beispielsweise, ist die ökologische Herkunft eine Vertrauenseigenschaft, da diese allein anhand äußerlicher Merkmale schwerlich beurteilt werden kann (vgl. Sammer, 2007: S. 1).
Die ökologischen Eigenschaften eines Bio-Lebensmittels sind Vertrauenseigenschaften, deshalb ist besonders der Markt für ökologische Produkte durch Informations- und Unsicherheitsprobleme geprägt. Je nachdem ob es um Such-, Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften geht, liegen zwischen Nachfragern und Anbietern ungleiche Informationsverteilungen über die Produkteigenschaften, d.h. Informationsasymmetrien, vor. Bei Vertrauenseigenschaften besitzt der Anbieter mehr Informationen über die Eigenschaften eines Produkts als der Nachfrager, folglich ist der Informationsvorsprung des Anbieters bei Vertrauenseigenschaften am höchsten, fällt bei den Erfahrungseigenschaften geringer aus und ist bei den Sucheigenschaften am geringsten (vgl. Kolibius, 2001: S. 18f). Während der Anbieter in der Regel besser über die Qualität und Funktionalität seines Produkts informiert ist, weiß der Nachfrager besser um seine Bedürfnisse und Zahlungsbereitschaft (vgl. Kaas, 1990: S. 542). Im ersten Fall handelt es sich um „Hidden Characteristics“ oder verborgene Eigenschaften und im zweiten Fall um ein Beispiel von „Hidden Action“, also einer unbeobachtbarer Aktion. In jedem Fall hätte der Marktteilnehmer „im Dunkeln“ gerne die relevanten Informationen, doch für den besser informierten Marktakteur entstehen unter Umständen Anreize, die Informationen zu verheimlichen (vgl. Mankiw, 2004: S. 518). An dieser Stelle kommen die opportunistischen Anbieter ins Spiel, für die ein Anreiz besteht durch Informationsunterschlagung über Qualitätsmängel ihrer Produkte kurzfristige Gewinne zu machen, anstatt eine durch-
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des deutschen Bio-Lebensmittelmarktes ein, beleuchtet das Ziel der Agrarwende und definiert das Ziel der Arbeit, Wege zur Überwindung von Kaufhemmnissen aufzuzeigen.
2 Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie „Bioprodukt“ und „Qualität“ definiert und ökonomische Mechanismen wie Informationsasymmetrie, Signaling und Screening in den Kontext ökologischer Landwirtschaft gestellt.
3 Der deutsche Markt für Biolebensmittel: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Marktüberblick, analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Umsatzentwicklung und die spezifischen Absatzkanäle sowie die Zielgruppen der Bio-Käufer.
4 Kaufbarrieren bei Bio-Lebensmitteln: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Identifikation und Erläuterung von Preisbarrieren sowie Informations- und vertrauensbezogenen Barrieren, die den Kauf von Bio-Lebensmitteln hemmen.
5 Implikationen für das Marketing: Das Kapitel entwickelt auf Basis der vorangegangenen Analysen einen konkreten Marketingplan, der Strategien zur Überwindung von Preis- und Informationsbarrieren durch Signaling, Reputationsaufbau und Anreizschaffung liefert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit marketingpolitischer Maßnahmen, um durch mehr Transparenz und Vertrauensbildung das Marktpotenzial von Bio-Produkten weiter auszuschöpfen.
Bio-Lebensmittel, ökologischer Landbau, Marketing, Kaufbarrieren, Informationsasymmetrie, Qualitätsunsicherheit, Vertrauensaufbau, Signaling, Screening, LOHAS, Konsumentenverhalten, Agrarwende, Markttransparenz, Preisstrategie, Marktentwicklung
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Markt für Bio-Lebensmittel und analysiert, warum trotz gestiegener Nachfrage weiterhin Kaufhemmnisse bestehen und wie diese durch gezieltes Marketing überwunden werden können.
Im Fokus stehen die Grundlagen des ökologischen Landbaus, die ökonomischen Probleme der Qualitätsbeurteilung (Informationsasymmetrie), die Analyse von Konsumentenzielgruppen wie LOHAS sowie die Gestaltung effektiver Marketingstrategien.
Das primäre Ziel ist es, durch die Identifikation von Kaufbarrieren marketingrelevante Strategien abzuleiten, mit denen der Bio-Lebensmittelanteil am Gesamtmarkt gesteigert werden kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Anwendung ökonomischer Konzepte wie der Branchenstrukturanalyse nach Porter, ergänzt durch die Auswertung von Marktstudien und Konsumentendaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Marktanalyse, die Identifikation spezifischer Kaufbarrieren (preis- und informationsbedingt) sowie die Entwicklung eines Marketingplans zur Überwindung dieser Hürden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Bio-Qualität, Vertrauenseigenschaften, Informationsasymmetrie, Signaling, Preis-Leistungs-Verhältnis und Marketingstrategien im Bio-Sektor.
Da Bio-Lebensmittel oft sogenannte Vertrauenseigenschaften aufweisen, kann der Konsument die ökologische Qualität nicht unmittelbar prüfen. Diese Asymmetrie führt zu Misstrauen, welches durch geeignete Signale der Anbieter abgebaut werden muss.
Vertrauen kann durch Signaling-Instrumente wie den konsequenten Ausbau der Reputation, Transparenz der Produktionsprozesse (z.B. Webcams im Stall) und glaubwürdige Selbstverpflichtungen der Anbauverbände aufgebaut werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

