Bachelorarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 1,0
1. Hinführung: Relevanz – Intention – Vorgehen
2. Die Strafe als Form des pädagogischen Handelns in Erziehungsratgebern
2.1. Definition Erziehungs- und Elternratgeber
2.2. Definition pädagogisches Handeln
2.3. Definition und Konzeptualisierung der Strafe
3. Analyse von Erziehungsratgebern
3.1. Erziehungsratgeber I
3.1.1. Kurze Vorstellung
3.1.2. Strafe
3.2. Erziehungsratgeber II
3.2.1. Kurze Vorstellung
3.2.2. Strafe
3.3. Erziehungsratgeber III
3.3.1. Kurze Vorstellung
3.3.2. Strafe
4. Kritische Diskussion
5. Resümee
Diese Bachelorarbeit untersucht die Problemgeschichte des Strafens in der Kindererziehung, indem sie analysiert, wie drei ausgewählte Erziehungsratgeber aus unterschiedlichen zeithistorischen Kontexten das Konzept der Strafe beschreiben und begründen. Ziel ist es, die Wandlungen in der erzieherischen Betrachtungsweise von Sanktionen transparent zu machen und das Spannungsfeld zwischen pädagogischem Handeln und elterlichen Strafpraktiken aufzuzeigen.
3.1.2. Strafe
Obgleich Kunkel – wie auch die übrigen Autoren – keine konkrete Definition von Strafe vornimmt, versucht sie den Begriff dennoch zu spezifizieren. So räumt sie zunächst ein, dass Erziehung nicht bedeute, „das Kind bedingungslos dem Willen der Erwachsenen zu unterwerfen, sondern in ihm die Fähigkeit zu selbstständiger Gewissensentscheidung zu wecken und die Willensbereitschaft zum ethisch richtigen Handeln zu schulen“ (ebd., S. 180). Die damit verbundenen intentionalen Bemühungen von Seiten des Kindes können sodann „den Druck der Strafe notwendig machen“ (ebd., S. 180). Neben der Herausstellung dieses ersten Merkmals der Strafe, also des ihr inhärenten Drucks, konstatiert sie das Ziel, welches weniger eine „Erniedrigung des Kindes durch Willkür oder Machtentfaltung der Erwachsenen“ (ebd., S. 180), als vielmehr eine Unterstützung für die kindliche Willensbildung zu repräsentieren hat.
Strafen sollten demnach nicht instrumentalisiert werden, um den Zögling dem Erwachsenen intentional zu unterwerfen, sondern um seine Willensbildung, welche ihrerseits zum rechten Handeln befähigen soll, zu fördern (vgl. ebd., S. 180). In diesem Kontext ist zu konzedieren, dass nicht – zumindest nicht an dieser Stelle – konkretisiert wird, wie eben jene intentionale Formung ohne eine Unterordnung unter den elterlichen Willen realisiert werden kann. Ebenso fraglich bleibt, ob eine erzieherische Willensbildung durch Strafe nicht zwangsläufig zunächst in der Vorgabe bzw. Projektion des elterlichen Willens auf den des Kindes besteht, der Zögling erst im Lauf der Zeit zum rechten Handeln befähigt und somit auch sein eigener Wille erst allmählich ausgebildet wird.
1. Hinführung: Relevanz – Intention – Vorgehen: Das Kapitel erläutert die Bedeutung des Themas Strafe in der Erziehung und legt das methodische Vorgehen der Ratgeberanalyse dar.
2. Die Strafe als Form des pädagogischen Handelns in Erziehungsratgebern: Hier werden zentrale Begriffe wie Ratgeber, pädagogisches Handeln und Strafe definiert und in einen erziehungswissenschaftlichen Kontext eingeordnet.
3. Analyse von Erziehungsratgebern: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung dreier Ratgeber, wobei deren jeweiliger zeithistorischer Hintergrund sowie die spezifische Begründung von Strafe analysiert werden.
4. Kritische Diskussion: Es findet eine vergleichende Reflexion der drei untersuchten Werke statt, um die Vergleichbarkeit und die Entwicklung der erzieherischen Ansätze zu bewerten.
5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die den Wandel von autoritären hin zu humanistischen Ansätzen innerhalb der erzieherischen Strafpraxis verdeutlicht.
Erziehungsratgeber, pädagogisches Handeln, Strafe, Körperstrafe, Erziehungsmittel, Kindheit, Aggression, elterliche Erziehung, Willensbildung, Disziplin, Sanktion, Erziehungsgeschichte, Familienpädagogik, natürliche Konsequenzen, Autorität.
Die Arbeit untersucht, wie Erziehungsratgeber aus verschiedenen Jahrzehnten das Thema Strafe in der Erziehung behandeln, beschreiben und legitimieren.
Im Mittelpunkt stehen die pädagogische Begründung von Sanktionen, der Wandel des Eltern-Kind-Verhältnisses und die Auseinandersetzung mit kindlicher Aggression.
Das Ziel ist es, die Problemgeschichte des Strafens zu dokumentieren und aufzuzeigen, wie sich die Empfehlungen in Ratgebern über die Zeit hinweg verändert haben.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und kritische Diskussion von Primärliteratur (Ratgebern) vor dem Hintergrund erziehungswissenschaftlicher Theorien.
Der Hauptteil analysiert drei spezifische Ratgeber (von 1961, 1988 und 2001) hinsichtlich ihrer Aussagen zu Strafmaßnahmen und pädagogischen Erziehungsstilen.
Zentrale Begriffe sind Erziehungsratgeber, Strafe, pädagogisches Handeln, Kindheit, Aggression und der historische Wandel der elterlichen Erziehungsmethoden.
Der Ratgeber von 1961 ist noch stärker autoritär geprägt und befürwortet unter bestimmten Bedingungen die körperliche Züchtigung, während spätere Werke diese zunehmend ablehnen.
Besonders in den moderneren Ratgebern dienen natürliche oder logische Konsequenzen als alternative Form der Sanktion, um Strafe von willkürlicher Machtausübung abzugrenzen.
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