Bachelorarbeit, 2005
41 Seiten, Note: 1,7
1.) Einleitung
2.) Definition, Erscheinungsformen und Ausmaß der Steuerhinterziehung
2.1.) Abgrenzung der Steuerhinterziehung von der Steuerausweichung
2.2.) Ausmaß der Steuerhinterziehung
2.2.1.) Die Größe der Schattenwirtschaft
2.2.2.) Ausmaß der Kapitalflucht
3.) Ursachen der Steuerhinterziehung
3.1.) Das Grundmodell rationaler Steuerhinterziehung
3.1.1.) Einführung in das Grundmodell
3.1.2.) Ergebnisse des Grundmodells
3.1.3.) Kritik des Grundmodells
3.2.) Der steuerpsychologische Ansatz
3.2.1.) Steuermentalität
3.2.2.) Steuerbelastung und Steuerbelastungsempfinden
3.2.2.1.) Direkte und indirekte Besteuerung
3.2.2.2.) Euphemistische Deklaration und Freiheitseinschränkungen
3.2.2.3.) Unfairness des Steuersystems
3.2.2.4.) Empirische Untersuchung des subjektiven Belastungsgefühls
3.2.3.) Steuermoral
3.2.4.) Ergebnisse des steuerpsychologischen Ansatzes
4.) Auswirkungen der Steuerhinterziehung und Maßnahmen gegen selbige
4.1.) Folgen der Steuerhinterziehung
4.2.) Gewährung einer Steueramnestie
5.) Ausblick und Verbesserungsmöglichkeiten
Ziel dieser Arbeit ist es, die Steuerhinterziehung über eine rein ökonomische Betrachtungsweise hinaus unter Einbeziehung steuerpsychologischer Faktoren zu analysieren, um ein umfassendes Verständnis für die Ursachen, den Umfang und die gesellschaftlichen Auswirkungen dieses Phänomens zu erlangen sowie Ansätze für staatliche Gegenmaßnahmen zu bewerten.
3.1.3.) Kritik des Grundmodells
Das Modell geht von Menschen aus, die ihren Nutzen maximieren wollen und dieses ausschließlich über ihr Einkommen bzw. dem daraus resultierenden Konsum erreichen können. Aspekte wie ein Sinn für gesellschaftliche Gerechtigkeit, Altruismus oder eine Sensibilität für soziale Normen werden hier nicht betrachtet. Jeder einzelne der aufgezählten Punkte kann aber, im Ausmaß abhängig von den Präferenzen eines Individuums, zu einem Nutzengewinn bei Befolgen bzw. einem Nutzenverlust bei Verstoß führen. Ein schlechtes Gewissen nach einer getätigten Steuerhinterziehung, welches eventuell die an Weihnachten ansteigende anonyme Spendentätigkeit zugunsten der Finanzämter erklären könnte, kann einen Menschen ebenso belasten wie ein hoher Steuersatz. Andererseits ist es durchaus vorstellbar, dass ein Mensch von Stolz erfüllt sein kann, wenn er in seinem gesamten bisherigen Leben, nicht nur in Bezug auf seine Steuererklärung, immer ehrlich und korrekt gewesen ist.
Damit soll jedoch nicht impliziert werden, dass der Tatbestand der Steuerhinterziehung ein Hirngespinst traditioneller Ökonomen sei, vielmehr ist eine differenziertere Betrachtung der Gesellschaft angebracht, deren Mitgliederspektrum von überaus altruistischen Menschen, bis hin zum homo oeconomicus der traditionellen ökonomischen Theorie reicht. Innerhalb einer Gesellschaft sollten sich somit drei, sich voneinander grob abgrenzende, Steuerzahlertypen identifizieren lassen: Zensiten, die nie hinterziehen, Steuerpflichtige, die manchmal hinterziehen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet und Individuen, die jede Verkürzungsmöglichkeit, seien sie legal oder illegal, zu ihrem Vorteil ausnutzen.
1.) Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Umfang, die Ursachen und Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung, wobei der Fokus auf steuerpsychologischen Instrumenten liegt.
2.) Definition, Erscheinungsformen und Ausmaß der Steuerhinterziehung: Dieses Kapitel grenzt legale Steuerausweichung von illegaler Steuerhinterziehung ab und versucht, das Volumen der Schattenwirtschaft und Kapitalflucht zu quantifizieren.
3.) Ursachen der Steuerhinterziehung: Hier wird das Grundmodell rationaler Steuerhinterziehung vorgestellt, kritisiert und um den steuerpsychologischen Ansatz ergänzt, der Faktoren wie Steuermentalität und Steuermoral untersucht.
4.) Auswirkungen der Steuerhinterziehung und Maßnahmen gegen selbige: Das Kapitel behandelt die gesellschaftlichen Folgen der Steuerhinterziehung und bewertet kritisch die Wirksamkeit von Steueramnestien als Instrument zur Rückführung in die Steuerehrlichkeit.
5.) Ausblick und Verbesserungsmöglichkeiten: Der Abschnitt diskutiert mögliche Wege zur Reduzierung der Steuerhinterziehung, primär durch eine Vereinfachung des Steuersystems und die Minderung des subjektiven Belastungsgefühls.
Steuerhinterziehung, Steuerpsychologie, Schattenwirtschaft, Kapitalflucht, Steuermentalität, Steuermoral, Steuerbelastung, Steuerbelastungsempfinden, homo oeconomicus, Steueramnestie, Steuergerechtigkeit, Chancenstruktur, Steuerausweichung, Fiskus, Subventionen.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Steuerhinterziehung. Dabei wird untersucht, warum Bürger Steuern hinterziehen, welches Ausmaß dieses Problem hat und welche Maßnahmen der Staat ergreifen kann, um Steuerehrlichkeit zu fördern.
Die zentralen Felder sind die Definition und Quantifizierung von Steuerhinterziehung, die theoretischen Ursachenforschung (ökonomisch vs. psychologisch), die Auswirkungen auf die Gesellschaft sowie die Bewertung von staatlichen Gegenmaßnahmen.
Das Ziel ist es, durch die Einbindung steuerpsychologischer Instrumente ein differenziertes Verständnis der Beweggründe für Steuerhinterziehung zu schaffen, um so effektivere Wege zur Bekämpfung dieses Problems aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, stellt ökonomische Modelle (Grundmodell rationaler Steuerhinterziehung) vor und wertet empirische Studien sowie Befragungsdaten zu psychologischen Faktoren wie Steuermentalität und -moral aus.
Im Hauptteil werden die theoretischen Erklärungsansätze für Steuerhinterziehung erläutert, die Rolle von "Risikogruppen" (insb. Selbstständige) analysiert und die Wirksamkeit von Kontrollmaßnahmen sowie Steueramnestien kritisch hinterfragt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Steuerpsychologie", "Steuermoral", "subjektives Belastungsgefühl", "Schattenwirtschaft" und "homo oeconomicus" charakterisiert.
Der Autor unterscheidet dies, weil die Steuermoral stärker vom subjektiven Empfinden abhängt als von der objektiven Steuerlast. Auch wenn die objektive Last niedrig ist, kann ein hohes subjektives Belastungsgefühl zu Steuerwiderstand führen.
Die Chancenstruktur ist entscheidend, da sie bestimmt, ob ein Steuerpflichtiger überhaupt die Gelegenheit hat, Steuern zu hinterziehen. Bestimmte Gruppen, wie etwa Selbstständige, verfügen über weit mehr Möglichkeiten zur Steuerverkürzung als Arbeitnehmer.
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