Bachelorarbeit, 2016
62 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Hintergründe
2.1. Grundbegriffe und Abriss der Vorurteilsforschung
2.2. Analyse der Situation in Ostdeutschland
2.2.1. Situationsbeschreibung
2.2.2. Autoritarismus
2.2.3. Kontakthypothese
2.2.4. Relative Deprivation
2.3. Hypothesen
3. Methode
3.1. GMF-Survey
3.2. Stichprobenbeschreibung
3.3. Vorgehen und Material
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Statistik
4.1.1. Fremdenfeindlichkeit im Ost-West-Vergleich
4.1.2. Drittvariablen
4.1.3. Interkorrelationen
4.2. Inferenzstatistik
4.2.1. Vorgehen
4.2.1. Fremdenfeindlichkeit im Ost-West-Vergleich
4.2.2. Mediationsanalysen
5. Diskussion
5.1. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2. Methodische Reflexion - Grenzen der Untersuchung
5.3. Implikationen für Theorie und Praxis
5.4. Abschließende Gedanken
6. Literatur
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Ursachen für die empirisch belegten, höheren Fremdenfeindlichkeitswerte in Ostdeutschland im Vergleich zu Westdeutschland mittels einer Sekundäranalyse der GMF-Daten von 2011 zu identifizieren und zu erklären.
2.2. Analyse der Situation in Ostdeutschland
Viele Analysen Deutschlands wurden durch die Einmaligkeit der Wendesituation und Betrachtung der Anpassungsprozesse beider deutscher Staaten an die neue Situation angeregt. Beschreibungen und Erklärungen kommen aus allen denkbaren Fachbereichen, die Bandbreite der Themen und Perspektiven ist unüberschaubar. Daher beschränkt sich der Fokus dieser Arbeit auf den Zusammenhang zwischen Fremdenfeindlichkeit und deutsch-deutschem Vergleich.
Es gibt viele Texte und Analysen, die sich vor allem mit Konstrukten wie Autoritarismus (z. B. Lederer, 1995, 2000; Oesterreich, 1993, 2000; Zick & Henry, 2009), Benachteiligungsempfindungen (z. B. Heitmeyer & Grau, 2013; Klein et al., 2009; Schmitt & Maes, 2002), Kontakt mit AusländerInnen (z. B. Christ et al., 2014; Wagner, von Dick, Pettigrew, & Christ, 2003), Identifikation mit Deutschland (z. B. Becker, Christ, Wagner, & Schmidt, 2009) oder Desintegrationsprozessen (z. B. Heitmeyer & Imbusch, 2012; Mansel & Kaletta, 2009) beschäftigen und sich in verschiedener Intensität den Unterschieden des Ost-West-Vergleichs widmen. Eine Reihe von Analysen, die auf diesen Unterschied Bezug nehmen, entstand im Rahmen des GMF Projekts, in dessen Zentrum neben Fremdenfeindlichkeit weitere durch Vorurteile betroffene Gruppen standen.
Es stellt sich eingangs die Frage, ob es eine korrekte oder vorurteilsbesetzte Betrachtungsweise ist, die Bundesländer in Ost und West als Vergleichskategorien zusammen zu fassen, wenn es um erhöhte Fremdenfeindlichkeitswerte geht. In ihrem Artikel gehen Babka von Gostomski, Küpper und Heitmeyer (2007) dieser Frage nach und kommen zu dem Schluss, dass diese Zusammenfassungen gerechtfertigt sind, da sie nach Betrachtung aller Bundesländer feststellten, dass sich in den neuen Ländern die Werte in Hinblick auf Fremdenfeindlichkeit kaum unterscheiden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Fremdenfeindlichkeit ein und stellt fest, dass in Ostdeutschland empirisch höhere Werte verzeichnet werden, was die Suche nach erklärenden Ursachen motiviert.
2. Theoretische Hintergründe: Dieses Kapitel erarbeitet den aktuellen Forschungsstand zu Vorurteilen und stellt die relevanten psychologischen Konzepte wie Autoritarismus, Kontakthypothese und relative Deprivation vor.
3. Methode: Der methodische Teil beschreibt die Nutzung des GMF-Surveys 2011, die Stichprobenzusammensetzung sowie die Operationalisierung der verwendeten psychologischen Skalen.
4. Ergebnisse: Hier werden die statistischen Daten analysiert, wobei deskriptive Vergleiche und Mediationsanalysen den Einfluss von Autoritarismus, Kontakt und Deprivation auf den Ost-West-Unterschied belegen.
5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse, hinterfragt die methodischen Grenzen und leitet Implikationen für eine praxisorientierte politische und gesellschaftliche Arbeit ab.
6. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen und Forschungsarbeiten.
Fremdenfeindlichkeit, Ost-West-Vergleich, Autoritarismus, Kontakthypothese, relative Deprivation, Vorurteilsforschung, GMF-Survey, soziale Identität, Desintegration, Benachteiligungsempfinden, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Sozialisation, Diskriminierung, deutsch-deutsche Geschichte, Mediation.
Die Arbeit untersucht, warum in Ostdeutschland signifikant höhere Werte an Fremdenfeindlichkeit gemessen werden als in Westdeutschland.
Zentral sind die psychologischen Konstrukte Autoritarismus, Kontakterfahrungen mit Ausländern sowie individuelle und fraternale relative Deprivation.
Das Ziel ist es, durch eine Mediationsanalyse zu prüfen, ob die genannten psychologischen Faktoren den Ost-West-Unterschied in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit statistisch erklären können.
Die Arbeit basiert auf einer Sekundäranalyse repräsentativer Querschnittsdaten des GMF-Surveys 2011, die mittels T-Test und Mediationsanalysen statistisch ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, das methodische Vorgehen beschrieben und die Ergebnisse der statistischen Berechnungen dargestellt, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen.
Die wichtigsten Begriffe sind Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus, Kontakt zu Ausländern, relative Deprivation und Ost-West-Zugehörigkeit.
Autoritarismus korreliert stark mit Fremdenfeindlichkeit und dient im Modell als Erklärung für die Reaktion auf verunsichernde soziale Situationen, wie sie in der Nachwendezeit im Osten erlebt wurden.
Die Ergebnisse replizieren den Befund, dass mehr Kontakt zu Ausländern Fremdenfeindlichkeit reduziert, wobei Ostdeutsche aufgrund der demografischen Situation weniger Kontaktmöglichkeiten haben.
Obwohl beide Formen der Deprivation (individuell und fraternal) einen Einfluss zeigen, ist deren mediierende Wirkung in dieser Studie geringer als erwartet, was auf weitere komplexe Einflussfaktoren hindeutet.
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