Bachelorarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 1,3
1. Aktuelle Debatte zum Einfluss von Studiengebühren
2. Determinanten von Bildungsentscheidungen
2.1. Studiengebühren in Deutschland: Institutionelle Rahmenbedingungen
2.2. Handlungstheoretische Erklärungsansätze für Bildungsentscheidungen
2.2.1. Die Humankapitaltheorie
2.2.2. Entscheidungsmodell nach Gambetta (1987)
2.2.3. Der Signalingansatz nach Spence (1973)
3. Befunde zum Einfluss von Studiengebühren
3.1. Bruckmeier und Wigger (2014)
3.2. Aktueller Forschungsstand zum Einfluss von Studiengebühren auf die Studierneigung von Hochschulzugangsberechtigten
3.2.1. Internationale Perspektive
3.2.2. Befunde zu Auswirkungen der Studiengebühren in Deutschland
3.3. Weitere Auswirkungen von Studiengebühren
3.4. Effekte auf bestimmte Subgruppen
4. Fazit & Ausblick
4.1. Handlungsempfehlungen
4.2. Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert den Einfluss von Studiengebühren auf das Einschreibeverhalten von Studienberechtigten in Deutschland, um auf Basis der existierenden wissenschaftlichen Literatur eine fundierte Aussage über die bildungspolitischen Auswirkungen dieser Maßnahmen zu treffen.
2.2.1. Die Humankapitaltheorie
Ein traditioneller Beitrag zur Erklärung von Bildungsentscheidungen liefert der US-Ökonom und Nobelpreisträger Becker (1993) in seinem Werk zur Bildung von Humankapital, dass in den Sechzigerjahren entstanden und später weiterentwickelt worden ist.
Seine ökonomische Theorie besagt, dass ein Individuum sich für eine Bildungsmaßnahme entscheidet, sofern die Kosten dieser Maßnahme die zu erwartenden (abgezinsten) Erträge nicht übersteigen. Dabei sind die Kosten eines Studiums in zwei Arten aufzuteilen. Unter den direkten Kosten sind Kosten zu verstehen, die während des Studiums entstehen und bezahlt werden müssen, beispielsweise die Mietkosten, Fahrtkosten oder eben auch Studiengebühren. Als indirekt werden sogenannten Opportunitätskosten bezeichnet, das heißt Kosten, die nicht direkt monetär ins Gewicht fallen. Viel mehr erscheinen sie in erster Linie in Form von entgangenem Einkommen, das aufgrund des Studiums nicht erzielt werden konnte.
Becker stellt diesen Entscheidungsmechanismus anhand des neoklassischen Angebot-Nachfrage-Modells dar, indem die optimale Menge an Bildungsinvestitionen im Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve zu finden ist. In Abbildung 1 wird dieses Modell illustriert.
1. Aktuelle Debatte zum Einfluss von Studiengebühren: Einleitung in die Thematik der Wiedereinführung von Studiengebühren in Baden-Württemberg und der damit verbundenen politischen sowie gesellschaftlichen Diskussion.
2. Determinanten von Bildungsentscheidungen: Beschreibung der ökonomischen und soziologischen Rahmenbedingungen sowie theoretischer Modelle zur Entscheidungsfindung bei der Wahl für ein Studium.
3. Befunde zum Einfluss von Studiengebühren: Umfassende Analyse empirischer Studien über die Wirkung von Studiengebühren auf die Einschreiberaten, sowohl im internationalen Vergleich als auch konkret in Deutschland.
4. Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der uneinheitlichen Forschungsergebnisse sowie Diskussion von Handlungsempfehlungen wie nachgelagerten Studiengebühren und Transparenzmaßnahmen.
Studiengebühren, Humankapitaltheorie, Bildungsentscheidungen, Einschreibeverhalten, Mobilitätsprozesse, Signalingansatz, Bildungsfinanzierung, Hochschulzugangsberechtigte, empirische Evidenz, Chancengleichheit, Studienfinanzierung, nachgelagerte Studiengebühren, Bildungsökonomie.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Studiengebühren auf die Entscheidung von Hochschulzugangsberechtigten, ein Studium aufzunehmen oder sich für eine bestimmte Hochschule zu entscheiden.
Die zentralen Themen umfassen ökonomische Entscheidungstheorien (z.B. Humankapitaltheorie), empirische Analysen zu Einschreibequoten sowie die Auswirkungen von Studiengebühren auf das Wanderungsverhalten und die Bildungsfinanzierung.
Ziel ist es, die vorhandene Literatur systematisch zu analysieren, um zu bewerten, ob Studiengebühren tatsächlich einen signifikanten negativen Einfluss auf die Studienneigung haben oder ob die empirische Grundlage für politische Entscheidungen gegen Gebühren kritisch zu hinterfragen ist.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, bei der verschiedene empirische Studien und ökonomische Modelle (wie Differenz-in-Differenzen-Ansätze) verglichen und auf ihre methodische Belastbarkeit hin geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle für Bildungsentscheidungen, einen detaillierten Überblick über internationale Studien sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen empirischen Forschungslage.
Wichtige Begriffe sind Studiengebühren, Bildungsentscheidung, Einschreibeverhalten, Humankapitaltheorie, Signalingansatz, empirische Evidenz und nachgelagerte Studiengebühren.
Diese Methode wird häufig genutzt, um den kausalen Effekt von Studiengebühren zu isolieren, indem Bundesländer mit Gebühren (Versuchsgruppe) mit gebührenfreien Ländern (Kontrollgruppe) vor und nach der Einführung verglichen werden.
Als konstruktive Lösung werden nachgelagerte Studiengebühren (nach australischem Vorbild) diskutiert, um die finanzielle Belastung für Studierende zu mindern und gleichzeitig die soziale Selektion zu vermeiden.
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