Bachelorarbeit, 2015
32 Seiten, Note: 2,7
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Interkulturelle kommunikative Kompetenz als Ziel des Fremdsprachenunterrichts
2.2 Der Begriff Kultur und der Erwerb einer fremden Kultur im Unterricht
2.3 Perspektivenwechsel und Fremdverstehen
2.4 Entwicklung eines Kriterienrasters
3 Lehrwerkanalyse
3.1 Einführung in das Konzept des Lehrwerks
3.2 Durchführung der Analyse
3.3 Ergebnisse und Auswertung
4 Ausblick auf Perspektiven zur Förderung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz in Lehrwerken
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Englisch-Lehrwerks „Context 21“ hinsichtlich der Förderung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz (IKK) von Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe. Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie das Lehrwerk Lernende befähigt, ihre eigene Kultur zu reflektieren, fremde kulturelle Perspektiven einzunehmen und in interkulturellen Situationen kompetent zu handeln.
2.3 Perspektivenwechsel und Fremdverstehen
In vorangegangenen Kapiteln wurde bereits angedeutet, dass SuS mit dem Erwerb von IKK befähigt werden, vor dem Hintergrund ihrer eigenen Kultur die eigene, aber auch fremde Kulturen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und sich bestenfalls kritisch mit ihnen auseinander zu setzen. Das Erlernen von Perspektivenwechseln ist also essentiell für den Erwerb der interkulturellen kommunikativen Kompetenz. Sie sollen es den SuS zum einen ermöglichen, die eigene, als selbstverständlich betrachtete Kultur und die damit verbundenen Prinzipien, Handlungen und Traditionen aus der Sicht eines anderen zu begreifen (Außenperspektive). Zum anderen sollen sie lernen nachzuvollziehen, wie sich ihr Gegenüber in seiner eigenen Perspektive wahrnimmt (Innenperspektive).
In keiner Art des Perspektivenwechsels wird die eigene Identität aufgegeben, eine absolut objektive Betrachtungsweise ist also nie möglich, eine Annäherung aber unbedingt wünschenswert (Bredella, 1999: 111-114). Da Perspektivenwechsel im Unterricht erlernt und angewendet werden soll, bedarf es möglichst vieler verschiedener Anreize, um ein solides Verständnis für die fremde Kultur in so vielen unterschiedlichen Situationen wie möglich zu schaffen. Bezogen auf ein im Unterricht verwendetes Lehrwerk heißt dies, dass nach Möglichkeit eine hohe Perspektivenvielfalt vorzufinden ist, verbunden mit Aufgabenstellungen, die die SuS immer wieder zu Perspektivenwechseln anregt.
Ein weiterer Begriff, den es näher zu betrachten gilt und der mit dem Perspektivenwechsel einhergeht, ist das Fremdverstehen. Laut Bredella (2000) kann er als Ziel des interkulturellen kommunikativen Unterrichts verstanden werden. Fremdverstehen bedeutet, dass durch das Einnehmen einer anderen Perspektive und der gleichzeitig dadurch entstehenden Distanz zur eigenen, der Versuch unternommen wird, etwas, zum Beispiel eine Kultur, in einem fremden Kontext zu verstehen (Bredella, 2000: XIX). Nünning ergänzt hierzu, dass das Ziel der Didaktik des Fremdverstehens erreicht sei, wenn das in der Schule erlernte Fremdverstehen auch in realen interkulturellen Situationen funktionieren würde, das Ziel eines lebensweltlichen Fremdverstehens wäre dann erreicht (Nünning, 2007: 128).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Vermittlung interkultureller kommunikativer Kompetenz vor dem Hintergrund zunehmender Migrationsbewegungen und definiert die Zielsetzung der Lehrwerkanalyse.
2 Theorie: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen der interkulturellen Kompetenz, definiert zentrale Begriffe wie Perspektivenwechsel und Fremdverstehen und leitet den Kriterienkatalog für die Analyse ab.
3 Lehrwerkanalyse: Der Hauptteil unterzieht zwei spezifische Kapitel des Lehrwerks „Context 21“ einer detaillierten Prüfung anhand des entwickelten Kriterienrasters, um das Potenzial zur Kompetenzförderung zu bewerten.
4 Ausblick auf Perspektiven zur Förderung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz in Lehrwerken: Das abschließende Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen zur zukünftigen Gestaltung von Lehrmaterialien und Unterrichtseinheiten.
Interkulturelle kommunikative Kompetenz, IKK, Fremdsprachenunterricht, Lehrwerkanalyse, Perspektivenwechsel, Fremdverstehen, Kontext 21, Rahmenlehrplan, Kriterienraster, kulturelle Identität, Stereotypisierung, Vorurteile, Innenperspektive, Außenperspektive.
Die Arbeit analysiert, inwieweit das Englisch-Lehrwerk „Context 21“ für die gymnasiale Oberstufe geeignet ist, interkulturelle kommunikative Kompetenz bei Schülern zu fördern.
Im Zentrum stehen die theoretische Fundierung von Kulturvermittlung, die Rolle von Perspektivenwechseln im Unterricht sowie die praktische Überprüfung von Aufgabenstellungen in einem konkreten Lehrbuch.
Ziel ist es, das Potenzial des Lehrwerks zur Vermittlung interkultureller Kompetenz systematisch zu untersuchen und festzustellen, ob es die Schüler dazu anregt, kulturelle Normen kritisch zu hinterfragen.
Die Autorin nutzt eine qualitative Lehrwerkanalyse, basierend auf einem selbst entwickelten Kriterienkatalog, der sich aus didaktischen Theorien und offiziellen Rahmenlehrplänen ableitet.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung von Kriterien zur Förderung von IKK und die anschließende Anwendung dieser Kriterien auf zwei ausgewählte Kapitel des Lehrwerks „Context 21“.
Wichtige Begriffe sind interkulturelle kommunikative Kompetenz, Perspektivenwechsel, Fremdverstehen, Lehrwerkanalyse und kulturelle Identität.
Diese Kapitel wurden gewählt, da sie aufgrund ihrer thematischen Schwerpunkte wie „National Identity and Diversity“ ein hohes Potenzial für die Vermittlung interkultureller Inhalte bieten und somit eine exemplarische Analyse ermöglichen.
Das Lehrwerk erfüllt die allgemeinen Vorgaben gut, zeigt jedoch Defizite bei der expliziten Aufforderung zu tiefgreifenden Perspektivenwechseln, wie sie für ein echtes Fremdverstehen notwendig wären.
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