Examensarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Das kollektive Gedächtnis und moderne Gesellschaften
2.1 Theoretische Überlegungen
2.1.1 Systeme
2.1.2 Die Akkumulation von „Sinn“
2.1.3 Autopoiesis
2.2 Zusammenfassung
3. Die Flüchtlingskrise
3.1 Die Flüchtlingskrise und die Gesellschaft
3.2 Ursprung und Konsequenzen der Flüchtlingskrise
3.2.1 Ursachen
3.3 Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die Bundesrepublik Deutschland
3.3.1 Die Haltung der Regierung
3.3.2 Die Gegenbewegungen in der deutschen Gesellschaft
3.4 Zusammenfassung
4. Untersuchung printmedialer Berichterstattung
4.1 Allgemeines
4.2 Betrachtung und Analyse printmedialer Berichterstattung zur Flüchtlingskrise
4.2.1 Fragenkatalog
4.2.2 Kritik
4.3 Analyse und Interpretation printmedialer Berichterstattung
4.3.1 Bild Zeitung
4.3.2 „In Syrien zeigt der Despot seine Zähne“
4.3.3 „Aus Angst vor Attacken im Asylhotel: Sanitäter tragen schon Schutzwesten“
4.3.4 „AfD hofft bundesweit auf 20 Prozent“
4.3.5 Zwischenfazit
4.3.6 Süddeutsche-Zeitung
4.3.7 „Warum Assad kein Teil der Lösung ist“
4.3.8 „Was die Zuwanderung mit Deutschland macht“
4.3.9 „So berauscht sich die AfD an ihrem Erfolg“
4.3.10 Zwischenfazit
4.3.11 Frankfurter Allgemeine Zeitung
4.3.12 „Der Winter der Revolution“
4.3.13 „Die Folgen des Flüchtlingszuwachses für die deutsche Wirtschaft“
4.3.14 „Entscheidungssiege im Westen“
4.3.15 Zusammenfassung
5. Fazit, Kritik und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss printmedialer Berichterstattung auf das kollektive Gedächtnis moderner Gesellschaften am Beispiel der deutschen Flüchtlingskrise. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, wie Medien Informationen im Sinne systemtheoretischer Ansätze (Luhmann) verarbeiten und ob sie dabei objektiv berichten oder aus einem spezifischen gesellschaftlichen Standpunkt heraus argumentieren.
2.1.1 Systeme
Systeme sind das Grundkonstrukt der Systemtheorie. Diese stellen in gewisser Weise das Äquivalent zum cadres sociaux nach Maurice Halbwachs dar, zumindest wenn die Rede von sozialen Systemen ist. Zunächst aber muss geklärt werden, um was es sich bei dem soziologischen Begriff System überhaupt handelt. Nach der gängigen Auffassung werden Systeme folgendermaßen beschrieben:
„Systeme sind Konstruktionen unseres Verstandes. […] In der Wirklichkeit [aber] gibt es keine Systeme. Dort gibt es […] nur lauter einzelne Gegenstände. […] Aber wir können uns entschließen, beliebige Gegenstände zu einem System zu verknüpfen.“
Bei Systemen handelt es sich also um Konstruktionen, mit denen wir versuchen unsere Umwelt zu organisieren und unter Umständen sogar unser zukünftiges Handeln zu beeinflussen. Es wird immer der Versuch unternommen Fakten und Tatsachen zu systematisieren und organisieren, um unsere Geschichte zu verarbeiten und daraus zu lernen und zukünftiges Handeln abzuleiten. Genau diese Arbeit leistet das System nach der soziologischen Auslegung auch. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass es durch Beobachtung Themen aus der Umwelt ins Blickfeld des Systems rückt. Der Beobachtungsprozess wird als objektiv beschrieben. D.h. er nimmt Sachverhalte wahr und führt diese in ihrer tatsächlichen Form in das System ein.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die geschichtstheoretischen Ansätze von Halbwachs sowie Jan und Aleida Assmann ein und verknüpft diese mit der Zielsetzung, den Einfluss von Medien auf das kollektive Gedächtnis während der Flüchtlingskrise zu untersuchen.
2. Das kollektive Gedächtnis und moderne Gesellschaften: Dieses Kapitel erläutert die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und setzt sie in Bezug zu den Gedächtnistheorien, um moderne Gesellschaften als selbstreferentielle, sinnproduzierende Systeme beschreibbar zu machen.
3. Die Flüchtlingskrise: Hier wird der syrische Bürgerkrieg als externer Umwelteinfluss auf das System der deutschen Gesellschaft analysiert, einschließlich der Regierungsmaßnahmen und der Entstehung politischer Gegenbewegungen wie der AfD und Pegida.
4. Untersuchung printmedialer Berichterstattung: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Quellenanalyse von neun Artikeln aus Bild-Zeitung, Süddeutscher Zeitung und FAZ hinsichtlich Aufbau, Sprache und politischer Intention.
5. Fazit, Kritik und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die systemtheoretische Annahme, dass Medien selten objektiv agieren, sondern Informationen stets im Sinne ihres Standpunktes selektieren und interpretieren.
Systemtheorie, Kollektives Gedächtnis, Flüchtlingskrise, Massenmedien, Sinnakkumulation, Autopoiesis, Niklas Luhmann, Maurice Halbwachs, Journalismus, Berichterstattung, Politische Kommunikation, AfD, Identitätsbildung, Konstruktivismus, Soziale Systeme
Die Arbeit untersucht, wie printmediale Berichterstattung in Deutschland Informationen verarbeitet und ob diese Berichterstattung dazu beiträgt, das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft zu formen oder zu beeinflussen.
Die zentralen Themen sind die Systemtheorie nach Luhmann, Theorien des kollektiven Gedächtnisses, der Verlauf der Flüchtlingskrise und deren mediale Darstellung in verschiedenen überregionalen Zeitungen.
Ziel ist es zu klären, ob Zeitungen objektiv über die Flüchtlingskrise berichten oder ob sie als Teil eines sozialen Systems Informationen selektieren, um ein spezifisches Selbstbild oder ein Wertesystem der Gesellschaft zu stützen.
Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Einbettung in die Soziologie und Geschichtstheorie sowie eine qualitative Inhaltsanalyse (anhand eines W-Fragen-Katalogs) ausgewählter Zeitungsartikel.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Flüchtlingskrise und wertet neun Zeitungsartikel der Bild-Zeitung, Süddeutschen Zeitung und FAZ hinsichtlich ihrer sprachlichen Gestaltung und ideologischen Ausrichtung aus.
Systemtheorie, kollektives Gedächtnis, Flüchtlingskrise, Massenmedien, Sinnakkumulation und politische Kommunikation sind die prägenden Begriffe.
Die Analyse zeigt, dass die Bild-Zeitung stark wertende, emotionalisierte und formal auffällige Mittel nutzt, um Meinungen vorzugeben, während die FAZ in den untersuchten Beispielen deutlich sachlicher und nüchterner berichtet.
Sinn dient als zentrales Element zur Legitimation des sozialen Systems; die Akkumulation von Sinn durch Kommunikation hilft der Gesellschaft, Identität zu stiften und Ereignisse wie die Flüchtlingskrise in ein bestehendes Weltbild einzuordnen.
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