Bachelorarbeit, 2015
52 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zur Entstehung und Semantik des Anerkennungsbegriffs im wissenschaftlichen Diskurs
2.1 Eine Einführung in die wissenschaftliche Begriffs- und Bedeutungsgeschichte und die philosophische Bedeutung von Anerkennung
2.2 Die „Karriere“ des Anerkennungsbegriffs seit Ende des 20. Jahrhunderts und seine Bedeutungsfacetten im wissenschaftlichen Diskurs
2.3 Der Anerkennungsbegriff und -diskurs in der Erziehungswissenschaft – eine kritische Auseinandersetzung
3 Das Bedürfnis des Kindes nach Anerkennung
4 Die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth – Intersubjektive Anerkennung als Grundlage für die Entwicklung einer positiven Selbstbeziehung
4.1 Eine Einführung in Honneths anerkennungstheoretische Konzeption
4.2 Die drei Formen intersubjektiver Anerkennung nach Honneth
4.2.1 Liebe als affektive Form von Anerkennung
4.2.2 Recht als kognitive Form von Anerkennung
4.2.3 Solidarität oder soziale Wertschätzung als dritte Form der Anerkennung
5 Mangelnde Anerkennung im Kindesalter als Ursprung für aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen
5.1 Definition der Begriffe Aggression und aggressives Verhalten
5.2 Aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen aufgrund mangelnder Anerkennung im Kindesalter – Eine Darstellung zwei verschiedener Erklärungsansätze
5.2.1 Aggression als Folge des beim Kind unzureichend erfüllten Bedürfnisses nach Anerkennung
5.2.2 Die Ausbildung aggressiven Verhaltens aufgrund einer gestörten Identitätsbildung im Zuge mangelnder wechselseitiger Anerkennung
6 Schlussteil
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen mangelnder Anerkennung im Kindesalter und der Ausbildung von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine unzureichende Erfahrung von zwischenmenschlicher Anerkennung zu einer gestörten Identitätsbildung führt und somit als Ursprung für destruktive Aggressionen fungieren kann.
Die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth – Intersubjektive Anerkennung als Grundlage für die Entwicklung einer positiven Selbstbeziehung
Der 1949 in Essen geborene, deutsche Sozialphilosoph Axel Honneth, lehrt gegenwärtig als Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt und als Professor für Humanities an der Columbia University in New York. Er gilt als einer unter jenen, die innerhalb des deutschsprachigen Raums, den Begriff Anerkennung, erstmals umrissen haben (vgl. Borst 2003, S. 100). Sein wohl bedeutsamstes Werk diesbezüglich ist Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, das 1992 erstmalig erschienen ist. Dieses liefert bis heute „(…) die wohl differenzierteste und detaillierteste aktuelle Auseinandersetzung mit dem Anerkennungskonstrukt (…)“ (Kaletta 2008, S. 21). Die darin angeführte anerkennungstheoretische Konzeption, wird in dieser Arbeit angesichts der pädagogischen Fragestellung deshalb zum theoretischen Bezugspunkt, da sie im Rahmen der erziehungswissenschaftlichen Debatte um Anerkennung einen bedeutsamen Stellenwert einnimmt, und diese ihr wesentlich beeinflusst wird (vgl. Balzer 2014, S. 44). Sein Anerkennungskonzept ist im Rahmen der Pädagogik deshalb von großer Bedeutung, weil es den Stellenwert pädagogisch gelungener Beziehungen in einer systematischen Art und Weise hervorbringt. Des Weiteren impliziert es die Intention, pädagogisches Handeln so zu gestalten, dass Beziehungen, die durch Anerkennung gekennzeichnet sind, ermöglicht werden. Damit einhergehend zeigt Honneths Konzeption auch die notwendigen Voraussetzungen für jene Zielerreichung auf (vgl. Schäfer / Thompson 2010, S. 18).
Der Erfolg Honneths kennzeichnet sich insbesondere dadurch, dass er es geschafft hat, den Anerkennungsbegriff zu einem eigenständigen, zentralen Begriff der Ethik, und damit zu einer Begrifflichkeit der Begründungstheorie von Moral, zu erheben.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Anerkennungsthematik ein und formuliert die zentrale These, dass mangelnde Anerkennung im Kindesalter einen Ursprung für aggressives Verhalten darstellt.
2 Zur Entstehung und Semantik des Anerkennungsbegriffs im wissenschaftlichen Diskurs: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die philosophischen Wurzeln des Anerkennungsbegriffs sowie dessen zunehmende Bedeutung in den Sozial- und Erziehungswissenschaften.
3 Das Bedürfnis des Kindes nach Anerkennung: Hier wird das fundamentale Anerkennungsbedürfnis des Kindes definiert und die Notwendigkeit einer bedürfnisorientierten Erziehung für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung betont.
4 Die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth – Intersubjektive Anerkennung als Grundlage für die Entwicklung einer positiven Selbstbeziehung: Dieses Kapitel stellt Honneths Konzept der drei Anerkennungsformen (Liebe, Recht, Solidarität) vor, welche als Basis für eine gelingende Identitätsentwicklung dienen.
5 Mangelnde Anerkennung im Kindesalter als Ursprung für aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte mit der Entstehung von Aggressionen und erläutert zwei Erklärungsansätze für die Ausbildung destruktiven Verhaltens bei mangelnder Anerkennung.
6 Schlussteil: Der Schlussteil fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Anerkennungstheorie für die pädagogische Praxis sowie die Notwendigkeit, frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Anerkennung, Aggression, Kindesalter, Identitätsbildung, Axel Honneth, Selbstbeziehung, Selbstwertgefühl, Bedürfnisorientierte Erziehung, Pädagogik, Sozialisation, Intersubjektivität, Liebe, Recht, Solidarität, Destruktives Verhalten
Die Arbeit untersucht den ursächlichen Zusammenhang zwischen mangelnder zwischenmenschlicher Anerkennung in der Kindheit und der späteren Entwicklung von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen.
Die zentralen Themenfelder sind die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth, die kindliche Bedürfnisthematik, die Identitätsentwicklung und verschiedene psychologische sowie pädagogische Erklärungsmodelle für Aggression.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu begründen, dass mangelnde Anerkennung im Kindesalter als Ursprung für aggressives Verhalten gilt und eine gestörte Selbstbeziehung des Kindes zur Folge haben kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche basiert und sozialphilosophische sowie entwicklungspsychologische Ansätze (wie die von Axel Honneth und Abraham Maslow) miteinander verknüpft.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Anerkennung und Bedürfnisse geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Anerkennungstheorie nach Honneth und der Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Entstehung von Aggressionen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Anerkennung, Identitätsbildung, Aggression, Selbstbeziehung und das Bedürfnis des Kindes charakterisiert.
Die Arbeit zeigt auf, dass die Liebe als affektive Form der Anerkennung essenziell für die Entwicklung von Selbstvertrauen ist. Bleibt diese aus, kann dies zu psychischen Lücken führen, die sich in Wut oder destruktivem Verhalten äußern.
Jesper Juul nutzt den Begriff der Gleichwürdigkeit als Synonym für Anerkennung, was bedeutet, dass sich Menschen in einer Beziehung gegenseitig in ihrer Würde als eigenständige Wesen respektieren, unabhängig von ihrer Leistung.
Eine gestörte Selbstbeziehung entsteht laut Honneth, wenn die drei Formen der Anerkennung (Liebe, Recht, Wertschätzung) nicht oder nur unzureichend erfahren werden, was zu einer Schädigung des Selbstvertrauens, der Selbstachtung oder der Selbstschätzung führt.
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