Bachelorarbeit, 2017
130 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Was bedeutet Sucht?
2.1 Definition
2.2 Suchtentstehung
2.3 Lebenswelt einer suchtkranken Person
3 Epidemiologie
4 Sucht und Familie
4.1 Auswirkungen der Suchterkrankung auf das Familiensystem
4.2 Auswirkungen der elterlichen Suchterkrankung auf die Eltern-Kind-Beziehung
4.3 Einfluss der elterlichen Suchterkrankung auf betroffene Kinder
5 Risiko- und Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern suchtkranker Eltern
5.1 Resilienz
5.2 Unterstützungsbedürftige Lebensbereiche
6 Hilfeangebote für Kinder suchtkranker Eltern in Deutschland
7 Konzeptentwicklung „VerSucht“
7.1 Theoretischer Hintergrund
7.2 Rahmenbedingungen
7.3 Module
7.4 Dokumentation
7.5 Evaluation
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Lebenswelt suchtbelasteter Familien zu erfassen und auf Basis einer detaillierten Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren ein präventives Gruppenkonzept für betroffene Kinder zu entwickeln, um deren positive Lebensentwicklung zu unterstützen.
4.1.2 Familienregeln
Wie auch in Familien ohne suchtkrankes Mitglied gelten für die Kinder suchtkranker Eltern Regeln, die das Alltagsleben bestimmen und nach denen sich ihr Verhalten richten soll. In diesen Familien sind jene Regeln aber häufig nicht entwicklungsförderlich. Eher wird durch die bestehenden Familienregeln den Kindern vermittelt, sie seien mit ihren Wünschen, Bedürfnissen, Sorgen und Nöten auf sich allein gestellt. Denn die Äußerung und Versuche zur Durchsetzung eigener Bedürfnisse würde das Familiensystem in weiteres Chaos stürzen und das Zusammenleben noch komplizierter gestalten (vgl. Arenz-Greiving, Erger, Körtel & Krasnitzky-Rohrbach, 2007, S. 18).
Verschiedene Autor*innen arbeiteten insgesamt sechs Familienregeln heraus, die im Folgenden näher erläutern werden. Die Ausprägungen der einzelnen Regeln sind dabei von Familie zu Familie individuell unterschiedlich (vgl. Arenz-Greiving, Erger, Körtel & Krasnitzky-Rohrbach, 2007, S. 18).
Die erste Regel lautet: „Rede nicht!“. Sie beinhaltet, dass weder innerhalb noch außerhalb der Familie über Probleme gesprochen werden darf. Aufkommende Schwierigkeiten werden verleugnet, verdrängt oder ihre Ursache auf andere projiziert. Die Suchtkrankheit wird geheim gehalten und das Fehlverhalten des abhängigen Elternteils relativiert. Dass Probleme unaussprechbar bleiben, vermittelt den Kindern, dass es keine Hoffnung auf Hilfe oder Besserung gibt. Die Kinder nehmen die innerfamiliären Schwierigkeiten deutlich wahr, beginnen aber, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln, da die Probleme von den Eltern dauerhaft verleugnet werden (vgl. Arenz-Greiving, 2007, S. 23, Arenz-Greiving, Erger, Körtel & Krasnitzky-Rohrbach, 2007, S. 18; Bertenghi, 1997, S. 141).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Situation von Kindern suchtkranker Eltern ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit.
2 Was bedeutet Sucht?: Dieses Kapitel liefert eine klinische Begriffsdefinition von Sucht und erläutert sowohl die Entstehung der Erkrankung als auch deren Auswirkungen auf die Lebenswelt der suchtkranken Person.
3 Epidemiologie: Das Kapitel bietet einen statistischen Überblick über die Verbreitung von Suchterkrankungen in Deutschland und deren Konsequenzen für die Risikogruppe der betroffenen Kinder.
4 Sucht und Familie: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Familiendynamik, der typischen Familienregeln sowie der Auswirkungen elterlicher Sucht auf die Eltern-Kind-Beziehung und die betroffenen Kinder selbst.
5 Risiko- und Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern suchtkranker Eltern: Dieses Kapitel fokussiert auf Resilienzkonzepte und identifiziert spezifische Lebensbereiche, die eine besondere Förderung benötigen.
6 Hilfeangebote für Kinder suchtkranker Eltern in Deutschland: Es wird ein Überblick über bestehende sozialarbeiterische Handlungsmöglichkeiten auf verschiedenen Interventionsebenen gegeben.
7 Konzeptentwicklung „VerSucht“: Dieser Abschnitt beschreibt das entwickelte Programmkonzept, von der Zielsetzung und Methodik bis hin zu den konkreten Modulen, der Dokumentation und Evaluation.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit ab.
Sucht, Suchtprävention, Kinder suchtkranker Eltern, Familiendynamik, Resilienz, Familienregeln, Soziale Arbeit, Co-Abhängigkeit, Hilfeangebote, Psychoedukation, Gruppenarbeit, Kindeswohl, Rollenübernahme, Präventionsprogramm, Dokumentation.
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Kindern suchtkranker Eltern und entwickelt ein präventives, kreatives Gruppenprogramm, um diese Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der familiären Situation, der Identifikation von Risiko- und Schutzfaktoren sowie der theoretischen Fundierung und praktischen Ausgestaltung eines ambulanten Hilfeangebots.
Das Ziel ist die Erstellung eines wissenschaftlich fundierten, beispielhaften Konzeptes namens „VerSucht“ zur effektiven Unterstützung und Resilienzförderung betroffener Kinder im ambulanten Bereich.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Methodik, um ausgehend von einer Analyse der Suchterkrankung und der familiären Lebenswelt das spezifische Hilfskonzept abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen analytischen Teil zur Suchtsituation in der Familie und einen konzeptionellen Teil, der das Gruppenprogramm und dessen praktische Durchführung detailliert beschreibt.
Zentrale Begriffe sind neben Sucht und Suchtprävention vor allem Resilienz, Familiendynamik, Gruppenarbeit und Kindeswohl.
Jedes Modul ist nach einem ähnlichen Muster strukturiert, beginnend mit Zielen und Hintergrundinformationen, gefolgt von einer konkreten Durchführung inklusive Begrüßungs- und Abschlussritualen.
Die Methode dient als strukturierte Konflikt- und Problemlösestrategie, die den Kindern hilft, ihr eigenes Handeln zu reflektieren, Impulse zu kontrollieren und Verantwortung zu übernehmen.
Die Evaluation dient der Validierung des Programms. Durch Befragungen von Kindern, Eltern und Gruppenleitern werden die Effektivität und Angemessenheit des Konzepts geprüft und kontinuierlich optimiert.
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