Bachelorarbeit, 2016
56 Seiten, Note: 13,0
1 Einleitung
2 Annäherung an den Begriff der Adoleszenz
2.1 Die Bedeutsamkeit der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung in der Adoleszenz
2.2 Krisen- und Störungspotenziale in der Adoleszenz
2.2.1 Identitätskrisen und -störungen
2.3 Charakteristika der Adoleszenz-Darstellung in medialen Erzeugnissen
3 Vorstellung und Analyse der Untersuchungsgegenstände
3.1 Adoleszenz als Leitmotiv in Buffy the Vampire Slayer
3.1.1 Willow Rosenberg und Identitätskrise
3.2 Stephen Kings Carrie als Adoleszenzroman
3.2.1 Carrietta White und Identitätsstörung
4 Adolescence is Hell oder: Warum sich die Adoleszenz als Leitmotiv in medialen Erzeugnissen innerhalb des Horror, Science Fiction- und Fantasy-Genres eignet
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Adoleszenzphase als krisenhaftes Geschehen und zentrales Leitmotiv in der Fernsehserie Buffy the Vampire Slayer sowie im Roman Carrie von Stephen King verwendet wird. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Darstellung von Identitätsfindungsprozessen und die Verknüpfung von krisenhaften Entwicklungen mit den spezifischen Genre-Elementen von Horror, Fantasy und Science Fiction.
Die Bedeutsamkeit der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung in der Adoleszenz
Damit vollends nachvollzogen werden kann, von welchem Belang die Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung in der Adoleszenz sind, soll zuerst eine Erläuterung derjenigen Begriffe erfolgen, die mit diesen beiden Entwicklungsaufgaben grundlegend zusammenhängen.
Der allgemeine Persönlichkeitsbegriff, den Helmut Remschmidt seinen spezifischen Überlegungen zur Persönlichkeitsentwicklung in der Adoleszenz zugrundelegt, rekurriert auf Gordon Allport: Er konstatiert, dass die Persönlichkeit eines Menschen als eine dynamische Ordnung zu verstehen ist, die bestimmte, sogenannte psychophysische Systeme in ihm ausbildet, welche wiederum die unverwechselbare Assimilation des Individuums an seine Umwelt regulieren. Da die Persönlichkeit als eine ebensolche dynamische Ordnung aufgefasst wird, ist sie demnach dazu in der Lage, sich verschiedentlich herauszubilden und umzuwandeln. Zu den psychophysischen Systemen zählt man in der Regel die Wesenszüge, Eigentümlichkeiten und Verhaltensweisen des Individuums.
Auf Basis dieser Konkretisierung des Persönlichkeitsbegriffs wird die Entwicklung der Persönlichkeit während der Adoleszenzphase demgemäß von vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und von teils unvermittelt eintretenden Umbrüchen begleitet; dennoch gestaltet sich die Persönlichkeitsentwicklung tendenziell konstant, zumindest im Hinblick auf signifikante Wesenszüge des Heranwachsenden, die die Einzigartigkeit seiner Persönlichkeit festlegen und dementsprechend relativ stabil sind. Entscheidend für die Verwirklichung von Entwicklungspotenzialen der adoleszenten Persönlichkeit sind dabei die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Heranwachsenden umgeben. Auch die sozialen Verhältnisse, in denen sich das adoleszente Individuum befindet – beispielsweise zum Ausdruck gebracht durch Auseinandersetzungen mit verschiedenen Interessen und Wertvorstellungen, die der Heranwachsende erfährt – und das Vorhandensein einer spezifischen Bezugsgruppe beeinflussen die Persönlichkeitsentwicklung in der Adoleszenzphase. In einer Bezugsgruppe hat der Heranwachsende nämlich die Möglichkeit, sozial geprägte und beständige Berührungspunkte auszubilden, die wiederum seine eigene Persönlichkeit festigen. Erfährt der Heranwachsende eine derartige zwischenmenschliche Unterstützung einer Bezugsgruppe, die als kollektive Identität eine wesentliche Priorität in seinem Leben darstellt, dann ist dies gegebenenfalls für ein positives Verständnis seiner eigenen Identität zuträglich.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Adoleszenz als krisenhaftes Leitmotiv in Buffy the Vampire Slayer und Carrie mittels einer Figurenanalyse zu untersuchen.
2 Annäherung an den Begriff der Adoleszenz: Dieses Kapitel erläutert transdisziplinär den Begriff der Adoleszenz und grenzt ihn von der Pubertät ab, wobei die Bedeutung soziokultureller Rahmenbedingungen betont wird.
2.1 Die Bedeutsamkeit der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung in der Adoleszenz: Dieser Abschnitt beschreibt die Identitätsfindung als elementare Entwicklungsaufgabe, die eng mit der Ausbildung von Ich-Identität und der Bewältigung von Krisen verknüpft ist.
2.2 Krisen- und Störungspotenziale in der Adoleszenz: Hier werden Adoleszentenkrisen als häufige, aber potenziell produktive Momente dargestellt, während destruktive Störungen als Folge inadäquater Bewältigung markiert werden.
2.2.1 Identitätskrisen und -störungen: Das Kapitel differenziert zwischen normalen Irritationen der Adoleszenz und tiefgreifenden Identitätsstörungen, die oft in gestörten Eltern-Kind-Beziehungen wurzeln.
2.3 Charakteristika der Adoleszenz-Darstellung in medialen Erzeugnissen: Es erfolgt eine Gattungsbestimmung des Adoleszenzromans und dessen Übertragbarkeit auf andere Medien unter Berücksichtigung des Konzepts der Initiation.
3 Vorstellung und Analyse der Untersuchungsgegenstände: Dieser Abschnitt leitet die praktische Analyse ein, in der die beiden gewählten Werke auf ihre spezifische Thematisierung der Adoleszenz hin untersucht werden.
3.1 Adoleszenz als Leitmotiv in Buffy the Vampire Slayer: Das Kapitel analysiert, wie die Serie übernatürliche Elemente als Metaphern für adoleszente Sorgen und Krisen einsetzt.
3.1.1 Willow Rosenberg und Identitätskrise: Der Teil beleuchtet Willows Entwicklung zur Hexe als Prozess ihrer Identitätsfindung und wie Magie dabei ihre inneren Konflikte und Identitätsdualität widerspiegelt.
3.2 Stephen Kings Carrie als Adoleszenzroman: Diese Analyse arbeitet heraus, warum Carrie trotz Horror-Elementen als klassischer Adoleszenzroman mit einer problematischen Identitätsentwicklung gelesen werden kann.
3.2.1 Carrietta White und Identitätsstörung: Die Untersuchung zeigt auf, wie Carries familiäre Unterdrückung und soziale Isolation in eine destruktive Identitätsstörung und einen Amoklauf münden.
4 Adolescence is Hell oder: Warum sich die Adoleszenz als Leitmotiv in medialen Erzeugnissen innerhalb des Horror, Science Fiction- und Fantasy-Genres eignet: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass diese Genres sich besonders effektiv zur Versinnbildlichung adoleszenter Krisen eignen, da sie innerpsychische Transformationsprozesse durch übernatürliche Phänomene externalisieren können.
Adoleszenz, Identitätsfindung, Identitätskrise, Identitätsstörung, Buffy the Vampire Slayer, Carrie, Stephen King, Leitmotiv, Entwicklungsaufgabe, Magie, Telekinese, Adoleszenzroman, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Horror-Genre.
Die Arbeit untersucht die Adoleszenz als eine Lebensphase, die in populären medialen Erzeugnissen häufig als krisenhaftes Geschehen und zentrales, wiederkehrendes Motiv (Leitmotiv) dargestellt wird.
Die Autorin analysiert die Fernsehserie Buffy the Vampire Slayer (speziell die Figur Willow Rosenberg) und den Roman Carrie von Stephen King.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese beiden unterschiedlichen Werke die Adoleszenz als problembeladene Phase thematisieren und wie übernatürliche Fähigkeiten (Magie bzw. Telekinese) als Metaphern für adoleszente Ängste und Identitätssuche dienen.
Die Arbeit nutzt eine transdisziplinäre Herangehensweise, die Literaturwissenschaft, Psychologie und Soziologie verbindet, um Identitätskrisen und Charakteristika der Adoleszenz-Darstellung in fiktiven Texten und Serien systematisch zu analysieren.
Themen sind unter anderem die Persönlichkeitsentwicklung, die Abgrenzung von Adoleszenz und Pubertät, die Rolle von Eltern-Kind-Beziehungen sowie die Ausprägung von Identitätsstörungen im Kontext von Horror- und Fantasy-Genres.
Adoleszenz, Identitätsfindung, Identitätskrise, Buffy the Vampire Slayer, Carrie, Identitätsstörung und Metaphorik.
Der Begriff beschreibt Willows gespaltene Identität, die durch konfligierende Anteile ihrer Persönlichkeit entsteht, welche sich besonders deutlich in ihrem Gebrauch von Magie und ihrer Auseinandersetzung mit der "Vampire Willow" aus einem alternativen Universum manifestieren.
Die Metapher "High School is Hell" verweist auf den enormen sozialen Druck, die Überforderung durch neue Lebenssituationen und die Ängste der Heranwachsenden, die in diesen Genres durch monströse oder übernatürliche Erscheinungen wörtlich abgebildet werden.
Die Telekinese fungiert im Roman als ein psychisches Ventil, das in Stressmomenten und Krisen der Adoleszenz ausbricht. Sie symbolisiert einerseits die Emanzipationsversuche von der Mutter, führt aber letztlich zu einer destruktiven Identitätsstörung.
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