Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Ahnung und Gegenwart
2.1. Zur Entstehung
2.2. Struktur des Romans
3. Gedichte
3.1. Befreiungskriege und patriotische Waldauffassung
3.2. Zwischen Natur und Stadt
3.3. Das Abbild unserer Zeit
4. Abschließende Betrachtung
5. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Element in der Lyrik von Joseph von Eichendorff, wobei der Roman Ahnung und Gegenwart als zentraler Bezugsrahmen dient. Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie zeitgeschichtliche und politische Ansichten Eichendorffs in seine Werke einfließen und welche Funktionen diese in den Gedichten einnehmen.
3.1. Befreiungskriege und patriotische Waldauffassung
Die vorangegangenen Darstellungen zur Entstehung und Struktur des Romans haben deutlich gemacht, dass sowohl sein Inhalt als auch seine Veröffentlichung eng mit den Befreiungskriegen zwischen 1813 und 1815 zusammenhängen. Bezogen auf die Fragestellung dieser Arbeit kann damit schon festgehalten werden, dass ein zeithistorisches politisches Ereignis eine zentrale Rolle für die Entstehung und Rezeption des Romans spielt. Deshalb liegt es nahe zu fragen, inwiefern die Befreiungskriege, Kriegshandlungen oder damit zusammenhängende politische oder patriotische Ansichten auch motivisch und inhaltlich zunächst im Roman und dann in seinen Gedichten wieder zu finden sind. Bereits der Briefwechsel Eichendorffs und die Inhaltszusammenfassung haben gezeigt, dass Kriegshandlungen in Ahnung und Gegenwart nicht nur Teil der Rahmenhandlung sind, sondern auch die Protagonisten Friedrich und Leontin im dritten Teil des Buches in Kämpfe verwickelt werden. Die Kämpfe gegen die Franzosen im ersten Teil des Buches aber auch zum Gegenstand einer Diskussion zwischen Friedrich, Leontin und ihrem Dichterfreund Faber.
Dieser trägt im dritten Kapitel Gedicht „an die Deutschen“ vor, das von einem verwundeten Ritter handelt, der „alle Feinde der deutschen Ehre“ herausfordert. Friedrich und Leontin loben das Gedicht, gleichzeitig zeigen sie sich jedoch verwundert darüber, dass Faber das Gedicht aufschrieb, als er floh, um nicht gegen die Franzosen zu Felde zieh’n zu dürfen. Dieses Verhalten, in dem poetische Worte von poetischen Taten getrennt werden, wird von Friedrich scharf kritisiert. In seinen Augen ist die „deutsche Ehre“ von den Taten ihrer „Ritter“, den „Dichtern“ abhängig. Dass hier gleichzeitig ein spezifischer Anspruch an die Rolle des Dichters in der Gesellschaft formuliert wird, soll im weiteren Verlauf der Arbeit nochmals Verlaufe der Arbeit nochmals aufgegriffen werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Eichendorffs Werk als unpolitisch zu bewerten ist und stellt das Erkenntnisinteresse an der politischen Dimension seiner Lyrik dar.
2. Ahnung und Gegenwart: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte und die komplexe Struktur des Romans, insbesondere das triadische Geschichtsbild.
3. Gedichte: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Gedichtgruppen im Roman unter den Aspekten der Befreiungskriege, der Natur-Stadt-Dichotomie und der Gesellschaftskritik.
4. Abschließende Betrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die politische Relevanz der untersuchten Gedichte trotz ihrer unterschiedlichen Ausprägung.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Joseph von Eichendorff, Ahnung und Gegenwart, politische Lyrik, Befreiungskriege, Naturmetaphorik, deutsche Romantik, Gesellschaftskritik, zeitgeschichtlicher Kontext, Adelskritik, Waldmotiv, Literaturanalyse, Ideologie, Geschichtsbild, Dichterrolle, Rezeptionsgeschichte.
Die Arbeit untersucht die politische Dimension in der Lyrik von Joseph von Eichendorff und hinterfragt die traditionelle Einschätzung, Eichendorff sei ein unpolitischer Dichter.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Dichtung und Politik, die Bedeutung zeitgeschichtlicher Ereignisse wie der Befreiungskriege und die Funktion von Landschaftsmotiven in Eichendorffs Werk.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Eichendorffs politische und geschichtsphilosophische Ansichten in seine Lyrik einfließen und wie diese in den Roman Ahnung und Gegenwart eingebettet sind.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den Romanzusammenhang als auch eine textnahe Interpretation der ausgewählten Gedichte kombiniert.
Der Hauptteil analysiert Eichendorffs Werk unter drei Aspekten: die Verbindung von Waldmotiv und patriotischer Auffassung, die Gegenüberstellung von Natur und städtischer Gesellschaft sowie die kritische Spiegelung der Zeitgeschichte.
Schlüsselwörter sind unter anderem Romantik, Politische Lyrik, Eichendorff, Befreiungskriege und Gesellschaftskritik.
Der Roman dient als notwendiger Bezugsrahmen; viele der untersuchten Gedichte sind in die Handlung eingebettet und erhalten dadurch erst ihre spezifische politische oder gesellschaftskritische Bedeutung.
Eichendorff wird als kritischer Beobachter seines eigenen Standes dargestellt, der sowohl die Verherrlichung des Adels als auch dessen Unfähigkeit, den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden, reflektiert.
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