Bachelorarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Hintergründe
2.1 Postkolonialismus und postkoloniale Literaturen – Merkmale und Thesen
2.2 Hybridität als neues Paradigma literatur- und kulturwissenschaftlicher Kontexte
2.3 Das Konzept der Intertextualität und seine Bedeutung für literarische Texte
3. Beyalas Le petit prince de Belleville
3.1 Ein postkolonialer Roman? Die Konstitution postkolonialer Aspekte
3.2 Hybride Konzepte und Identitäten
3.3 Intertextuelle Bezüge in Beyalas Roman und das Verhältnis zu Le Petit Prince von Antoine de Saint-Exupéry
4. Schlussbetrachtung
5. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman Le petit prince de Belleville von Calixthe Beyala im Kontext postkolonialer, hybrider und intertextueller Konzepte. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie Beyala die Identitätssuche und Lebensrealitäten malischer Migranten in Paris darstellt und dabei kulturelle Gegensätze durch literarische Strategien dekonstruiert.
3.1 Ein postkolonialer Roman? Die Konstitution postkolonialer Aspekte
Phänomene wie die soziale Teilung und Ungleichheit, die Diskriminierung und die Marginalisierung indigener Menschen, wie sie zur Kolonialzeit stattgefunden haben, lassen sich auch in der gegenwärtigen Gesellschaft beobachten und werden von Beyala, wie sich in der zuvor erfolgten Inhaltsangabe gezeigt hat, in ihrem Petit Prince dargelegt. Sie lassen sich, wie in Kapitel 2.1 beschrieben, als neo- oder nachkoloniale Verhältnisse aufdecken. Die Art und Weise, auf welche Beyala diese Verhältnisse abbildet, soll in diesem Kapitel der Analyse untersucht werden. Außerdem soll herausgestellt werden, ob und inwiefern sich wechselseitige Beziehungen zwischen „Erster“ und „Dritter Welt“ innerhalb des Textes erkennbar machen und mit welchen Mitteln Beyala den Blick auf das jeweils „Andere“ zum Vorschein bringt und so Fremddarstellungen konstruiert.
Eine wichtige Rolle für die Analyse postkolonialer Merkmale innerhalb des Romans spielen Beyalas sehr unterschiedlich konzipierten Charaktere der malischen Migrantenfamilie Traoré, deren Identitäten in einigen Fällen eine postkoloniale Prägung aufweisen, die von Beyalas Spiel mit Stereotypen und Klischees, welches sich durch den gesamten Roman zieht, unterstützt werden. Nahezu hyperbolisch stellt sie Alteritäten französischer und afrikanischer Kultur einander gegenüber und inszeniert so die jeweiligen Fremdbilder. In besonderem Maße zeigt sich dieses Phänomen an der Figur Abdou Traoré, dessen melancholische Reflexionen zur Unvereinbarkeit französischer und afrikanischer Kultur den Roman eröffnen:
„La culture c'est pour tous. De gré ou de force. Éducation OBLIGATOIRE. Ainsi, les autres peu à peu viennent nous déranger. [...] Étrange civilisation qui juge l'enfant selon des critères et des notes où son intelligence est chiffrée.“
1. Einleitung: Einführung in den Roman und die zentrale Forschungsfrage zur postkolonialen Thematik sowie zu Identitätskonzepten im Werk von Calixthe Beyala.
2. Theoretische Hintergründe: Theoretische Fundierung durch die Begriffe Postkolonialismus, Hybridität und Intertextualität zur Vorbereitung der Textanalyse.
3. Beyalas Le petit prince de Belleville: Hauptteil der Arbeit, der die theoretischen Konzepte auf die Figuren, den Handlungsort und die intertextuellen Bezüge des Primärtextes anwendet.
4. Schlussbetrachtung: Synthese der Analyseergebnisse und Fazit zur Bedeutung des Romans als Beispiel für transkulturelle Literatur.
5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Calixthe Beyala, Le petit prince de Belleville, Postkolonialismus, Hybridität, Intertextualität, Migration, Identitätsbildung, Belleville, transkulturelle Literatur, Antoine de Saint-Exupéry, Stereotype, kulturelle Differenz, frankophone afrikanische Literatur, Marginalisierung, Identitätskrise.
Die Arbeit analysiert Calixthe Beyalas Roman Le petit prince de Belleville hinsichtlich seiner postkolonialen, hybriden und intertextuellen Dimensionen, um die Darstellung der Migrationserfahrung afrikanischer Einwanderer in Frankreich zu beleuchten.
Zentrale Themen sind die Identitätskrise postkolonialer Subjekte, der Umgang mit kultureller Alterität, die Mechanismen der sozialen Diskriminierung in einer Einwanderungsgesellschaft und die literarische Auseinandersetzung mit dem Konzept der „Dritten Welt“ in Europa.
Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie der Roman durch komplexe Identitätsentwürfe und intertextuelle Verweise auf westliche Literatur den ethnischen Essentialismus kritisiert und hybride Identitätsmodelle sichtbar macht.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die verschiedene postkoloniale Theorien, insbesondere die Konzepte von Homi K. Bhabha und Edward Said, mit textanalytischen Ansätzen der Intertextualität verbindet.
Im Hauptteil werden zunächst postkoloniale Merkmale bei den Charakteren untersucht, gefolgt von der Analyse hybrider Konzepte am Beispiel des Erzählers Loukoum und des Handlungsortes Belleville. Abschließend werden die intertextuellen Bezüge zu Le Petit Prince kritisch analysiert.
Schlüsselbegriffe sind Calixthe Beyala, Postkolonialismus, Hybridität, Intertextualität, Migration, Identitätsbildung und transkulturelle Literatur.
Loukoum fungiert als vermittelnde Instanz und als Beispiel für eine hybride Identität, da er die Gegensätze zwischen seiner afrikanischen Herkunft und dem Leben im modernen Frankreich durch Aushandlungsprozesse zu überbrücken lernt.
Der Titel dient nicht nur als Verweis auf Saint-Exupérys Werk, sondern wird als bewusste literarische Strategie Beyalas gedeutet, um die eigene „randständige“ Migrationsliteratur in den Kanon der Weltliteratur einzuschreiben und die Universalität von Erfahrungswelten zu testen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

