Masterarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Grundlagen der Prospect Theorie
2.1 Präferenzrelationen
2.2 Nutzenfunktion
2.3 Entscheidungen unter Unsicherheit
2.4 Erwartungsnutzentheorie
2.5 Kritik an der Erwartungsnutzentheorie
2.5.1 Sicherheits- und Möglichkeitseffekt
2.5.2 Spiegelungseffekt
2.5.3 Referenzpunktabhängigkeit
3. Ursprüngliche Formulierung der Prospect Theorie 1979
3.1 Editierungsphase
3.2 Bewertungsphase
3.3 Das viergeteilte Muster
3.4 Formale Kritik an der Prospect Theorie
4. Kumulative Prospect Theorie 1992
4.1 Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion der kumulativen Prospect Theorie
4.2 Verlauf der Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion
4.3 Wahrscheinlichkeitsgewichtung unter Ungewissheit
4.4 Kritik an der (kumulativen) Prospect Theorie
5. Anwendungen der Prospect Theorie
5.1 Endowment-Effekt
5.2 Versicherungswesen
5.3 Dispositionseffekt
5.4 Save More Tomorrow
6. Diskussion
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Modifikation der Prospect Theorie über die Zeit hinweg und arbeitet die zentralen Unterschiede zur klassischen Erwartungsnutzentheorie heraus, um deren deskriptive Aussagekraft in realen Entscheidungssituationen zu verdeutlichen.
3.3 Das viergeteilte Muster
Gesamt betrachtet zeigt sich, dass die Risikoeinstellung eines Entscheiders im Gegensatz zur Erwartungsnutzentheorie nicht nur durch den Verlauf der Nutzenfunktion, sondern sowohl durch die Form der Wertfunktion als auch durch die Form der Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion bestimmt wird. Die speziellen Eigenschaften dieser beiden Funktionen erzeugen in Kombination ein Muster von Präferenzen, das Kahneman und Tversky später das sogenannte „viergeteilte Muster“ nennen und das in Tabelle 2 dargestellt ist. Betrach tet werden dabei strikt positive oder negative Lotterien, bei denen der Entscheider die Wahl zwischen zwei Alternativen hat. Zum einen, eine riskante Lotterie, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einen Gewinn oder Verlust liefert und bei der mit der Restwahrschein lichkeit ein Betrag von 0 ausgezahlt wird. Zum anderen eine sichere Option, bei welcher der Erwartungswert dieser Lotterie ausgezahlt wird. Je nach Variation von Gewinnen und Verlusten sowie der Unterscheidung zwischen niedrigen Wahrscheinlichkeiten (p ≤ 0.1) und hohen Wahrscheinlichkeiten (p ≥ 0.5) ergeben sich dabei unterschiedliche Präferenzen der Entscheider für eine der beiden Alternativen. Die Präferenz der sicheren Option spiegelt dabei eine risikoscheue Einstellung wider, während die Wahl der riskanten Lotterie eine risikofreudige Einstellung repräsentiert.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Grenzen der Erwartungsnutzentheorie bei der Beschreibung realen menschlichen Entscheidungsverhaltens und führt in die Prospect Theorie als deskriptives Modell ein.
2. Grundlagen der Prospect Theorie: Dieses Kapitel definiert das formale Grundgerüst der Erwartungsnutzentheorie und identifiziert grundlegende Verstöße gegen rationale Annahmen, die den Anstoß für die Prospect Theorie gaben.
3. Ursprüngliche Formulierung der Prospect Theorie 1979: Es wird die erste Fassung des Modells vorgestellt, wobei der Fokus auf den Editierungs- und Bewertungsphasen sowie dem viergeteilten Muster der Risikoeinstellungen liegt.
4. Kumulative Prospect Theorie 1992: Die Weiterentwicklung zur kumulativen Prospect Theorie wird erläutert, die durch die veränderte Wahrscheinlichkeitsgewichtung formale Probleme des ursprünglichen Modells behebt.
5. Anwendungen der Prospect Theorie: Anhand praxisnaher Beispiele wie dem Endowment-Effekt, dem Versicherungswesen und dem Dispositionseffekt wird die Erklärungskraft der Theorie demonstriert.
6. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Stärken sowie die verbleibenden Herausforderungen, insbesondere bezüglich der variablen Bestimmung von Referenzpunkten.
Prospect Theorie, Erwartungsnutzentheorie, Risikoeinstellungen, Verlustaversion, Referenzpunkt, Wahrscheinlichkeitsgewichtung, viergeteiltes Muster, Endowment-Effekt, Dispositionseffekt, Save More Tomorrow, Entscheidungspsychologie, kumulative Prospect Theorie, Framing, Abnehmende Sensitivität, Ökonomische Implikationen
Die Arbeit analysiert die Prospect Theorie als wichtigstes deskriptives Modell für Entscheidungen unter Unsicherheit und vergleicht diese mit der klassischen Erwartungsnutzentheorie.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Entscheidung unter Risiko, die Entwicklung von der ursprünglichen zur kumulativen Prospect Theorie sowie diverse ökonomische Anwendungsbeispiele ab.
Ziel ist es, die Wandlung der Prospect Theorie über die Jahrzehnte darzustellen und aufzuzeigen, wie sie psychologische Phänomene in ökonomische Modelle integriert.
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und Literaturstudie, um mathematische Modelle der Entscheidungstheorie zu vergleichen und deren empirische Relevanz zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Herleitung der Modelle (1979/1992), die Diskussion theoretischer Kritikpunkte und die Anwendung der Theorie auf Finanzmärkte und Versicherungsentscheidungen.
Zentrale Begriffe sind die Verlustaversion, der Referenzpunkt, die Wahrscheinlichkeitsgewichtung und das sogenannte viergeteilte Muster.
Der Effekt wird durch die Verlustaversion erklärt: Menschen bewerten den Verlust eines Guts, das sie bereits besitzen, stärker als den Gewinn desselben Guts, wenn sie es noch nicht besitzen.
Da die Prospect Theorie Verluste und Gewinne relativ zu diesem Punkt definiert, entscheidet dessen Wahl über die korrekte Modellierung – was jedoch in der Praxis oft schwierig und vage bleibt.
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