Examensarbeit, 2004
87 Seiten, Note: 1
1. Vorbemerkung
2. Einleitung
3. Die Abgänger von Förderschulen
3.1 Begriffsklärung
3.2 Lebenswelt
4. Die Arbeitswelt für Förderschulabgänger
4.1 Bedeutung der Erwerbsarbeit für Förderschulabgänger
5. Berufsvorbereitung nach dem Förderschulabgang
5.1 Die Benachteiligtenförderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
5.2 Berufsvorbereitung durch die Bundesagentur für Arbeit
5.2.1 Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
5.2.2 Die neue Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
5.3 Weitere Initiativen und Maßnahmen in Hamburg
6. Die Bedeutung der schulischen Berufsvorbereitung
7. Schulische Vorbereitung auf das Berufsleben am Beispiel eines Hamburger Schulversuchs
7.1 Ziele und Aufgaben des Schulversuchs
7.2 V-Klassen
7.3 „PAuLi“ – das Projekt Arbeiten und Lernen integrativ
7.3.1 Die besondere betriebliche Lernaufgabe (BLA)
7.3.2 Effekte der besonderen betrieblichen Lernaufgabe
7.3.3 Schülerbefragung „PAuLi“
7.3.3.1 Die Befragungssituation
7.3.3.2 Das Konzept des Fragebogens
7.3.3.3 Auswertung des Fragebogens
7.3.3.4 Zusammenfassung
7.3.4 Befragung der Klassenlehrerin
8. Abschließende Bemerkungen und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Übergangsfeld zwischen dem Ende der Förderschulzeit und dem Eintritt in das Berufsleben für Hamburger Förderschulabgänger, wobei insbesondere neue Konzepte der schulischen Berufsvorbereitung analysiert werden.
4. Die Arbeitswelt für Förderschulabgänger
Die Arbeitswelt in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Durch technisch-ökonomische Veränderungen, wie die zunehmende Automatisierung von Arbeitsabläufen und deren Steuerung durch Computerprogramme, werden mehr und mehr Arbeitsplätze eingespart, die handwerkliche Qualifikationen voraussetzen. Der Anteil der Wissensarbeit steigt an. Dies wird am Beispiel der Automobilproduktion deutlich. Das Verhältnis der Materialkosten gegenüber den Arbeitskosten hat sich von 1920 -1990 von 40 zu 60% auf 15 zu 85% verschoben. Der Arbeitsanteil entfällt zu 20% auf die Produktion und zu 80% auf Wissensarbeit (vgl. Duismann, 2001, S. 3)
Abgänger der Förderschule verfügen meist über geringere kognitive Kompetenzen und haben es somit besonders schwer einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden. Sie müssen als zusätzliche Schwierigkeit auch noch mit Abgängern anderer Schulformen konkurrieren. Auch eine Ausbildung abzuschließen fällt ihnen schwerer, da sich die Berufsausbildung den Bedingungen am Arbeitsmarkt entsprechend anteilig mehr auf Wissensarbeit konzentriert.
Durch eine hochgradige Arbeitsteilung mit sich ständig wiederholenden, monotonen Arbeitsanforderungen in industriellen Produktionsbetrieben, gibt es einen Bedarf an ungelernten bzw. angelernten Arbeitskräften. Jedoch werden diese mehr und mehr im europäischen und internationalen Ausland beschäftigt, da die Löhne dort niedriger und mit weniger Nebenkosten verbunden sind. Dadurch nehmen sowohl Arbeitsplätze auf niedrigem Qualifikationsniveau, als auch die Kapazität an Ausbildungsplätzen in der Industrie in Deutschland ab. ( vgl. Jeschke, 1997, S. 493)
1. Vorbemerkung: Hinweise zur verwendeten geschlechtsneutralen Schreibweise innerhalb der Arbeit.
2. Einleitung: Darstellung der Problematik des Übergangs von der Förderschule ins Berufsleben und Vorstellung des Hamburger Schulversuchs als inhaltlicher Schwerpunkt.
3. Die Abgänger von Förderschulen: Definition der Beeinträchtigungsformen sowie Analyse der sozialen Lebenswelt der Jugendlichen.
4. Die Arbeitswelt für Förderschulabgänger: Untersuchung der veränderten Anforderungen durch den Wandel zur Wissensgesellschaft und der daraus resultierenden Schwierigkeiten für gering qualifizierte Jugendliche.
5. Berufsvorbereitung nach dem Förderschulabgang: Überblick über politische Konzepte und Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit sowie die neue Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Bedarf.
6. Die Bedeutung der schulischen Berufsvorbereitung: Diskussion der schulischen Verantwortung und der Notwendigkeit einer stärkeren Verzahnung von Schule und Betrieb durch Praktika.
7. Schulische Vorbereitung auf das Berufsleben am Beispiel eines Hamburger Schulversuchs: Detaillierte Betrachtung des Schulversuchs „Arbeiten und Lernen in Schule und Betrieb“ und Evaluation des Projekts „PAuLi“ mittels Schülerbefragung und Experteninterview.
8. Abschließende Bemerkungen und Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Projekts „PAuLi“ und Ausblick auf notwendige Reformansätze der schulischen Berufsvorbereitung.
Förderschule, Berufsvorbereitung, Integration, Arbeitsmarkt, PAuLi, Schulversuch, Benachteiligtenförderung, Praktikum, Berufsreife, Schlüsselqualifikationen, Lernbeeinträchtigung, soziale Entwicklung, Hamburg, Ausbildung, Wissensarbeit.
Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und Fördermöglichkeiten beim Übergang von Förderschulabgängern in die Arbeitswelt, mit besonderem Fokus auf den Standort Hamburg.
Zentrale Felder sind die Lebenswelt der Schüler, der Wandel der Arbeitswelt, gesetzliche Fördermechanismen und innovative schulische Praxismodelle.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie schulische Berufsvorbereitung die Integrationschancen von Förderschülern durch Kooperationen mit Betrieben verbessern kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Untersuchung in Form einer Schülerbefragung und eines Experteninterviews mit der Projektkoordinatorin.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Zielgruppe und Arbeitsmarktsituation, eine Darstellung der staatlichen Förderstruktur und eine Fallstudie zum Projekt „PAuLi“.
Berufsvorbereitung, Förderschule, Integration, PAuLi, Arbeitsmarkt und Schlüsselqualifikationen sind die Kernbegriffe.
„PAuLi“ (Arbeiten und Lernen integrativ) ist ein Schulversuch, bei dem V-Klassen-Schüler zwei Tage pro Woche ein Praktikum absolvieren und eine „besondere betriebliche Lernaufgabe“ bearbeiten.
Sie sieht das Projekt als Erfolg bei der Steigerung von Motivation und Selbstvertrauen, betont jedoch auch die hohe Mehrbelastung für Schüler und Lehrkräfte.
Die Auswertung zeigt, dass die Schüler stark in klassischen Rollenbildern verhaftet sind: Mädchen bevorzugen Gesundheits- und Sozialberufe, Jungen tendieren zu technischen oder kaufmännischen Tätigkeiten.
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