Bachelorarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 2,7
1. Einführung
2. Strukturmerkmale bezüglich der Entscheidung zur Fremdbetreuung
2.1 Familiäre Lebenssituation
2.1.1 Familienkonstruktion
2.1.2 Migrationshintergrund
2.1.3 Bildungsstand und Erwerbstätigkeit
2.2 Zugangshürden der Fremdbetreuung
2.2.1 Objektive Zugangshürden
2.2.2 Strukturelle Hürden
3. Orientierungsmerkmale bezüglich der Entscheidung zur Fremdbetreuung
3.1 Bedenken
3.1.1 Angst vor Bindungsverlust
3.1.2 Qualitätszweifel
3.1.3 Negative Bewertung durch Gesellschaft
3.2 Erwartungen
3.2.1 Gesellschaftliche Teilhabe der Eltern
3.2.2 Sozialisierung des Kindes
3.2.3 Entwicklungsförderung
4. Schlussbetrachtung
Ziel dieser Arbeit ist es, die zentralen Einflüsse auf die elterliche Entscheidung für oder gegen eine institutionelle Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren systematisch darzustellen und die zugrunde liegenden Faktoren zu analysieren.
2.1.1 Familienkonstruktion
Längst ist die traditionelle Vater-Mutter-Kind-Konstellation nicht mehr die einzige Familienkonstruktion mit Minderjährigen. Alleinerziehende, Stieffamilien, Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und Mehrgenerationenfamilien haben die traditionelle Struktur aufgebrochen (vgl. Gleich 2015). Die in Deutschland geläufigsten Familienformen mit Kind bleiben allerdings Partnerfamilien mit Ehe- oder Lebenspartner sowie Einelternfamilien, weshalb diese im Folgenden im Mittelpunkt stehen.
Laut dem „Mikrozensus – Bevölkerung in Familie/Lebensform am Hauptwohnsitz“ lebten im Jahr 2014 20,3 Prozent der Minderjährigen in Deutschland bei einem alleinerziehenden Elternteil (vgl. Statistisches Bundesamt 2014). Alleinerziehendenfamilien nehmen die institutionelle Kinderbetreuung für Kinder unter 3 Jahren, insbesondere bei 1- und 2-Jährigen, häufiger in Anspruch als Partnerfamilien. Die Tatsache, dass doppelt so viele Kinder aus Einelternfamilien fremdbetreut werden [Stand 2005] könnte zum einem mit bestimmten Richtlinien zur Platzvergabe zusammenhängen, zum anderen aber auch mit der Angewiesenheit auf einen Verdienst durch Erwerbstätigkeit von Alleinerziehenden einhergehen (vgl. Fuchs 2005a).
Bei Familien, die mehr als nur ein Kind großziehen, zeigen sich Unterschiede zu dem Entscheidungsverhalten von Sorgeberechtigten von Einzelkindern. Kinder, die in einem Haushalt mit Geschwistern aufwachsen, werden häufig erst in einem späteren Lebensabschnitt institutionell betreut (vgl. Geier/Riedel 2008). Denn unter Dreijährige in Mehrkindfamilien treten bereits zu Hause in Kontakt mit in etwa Gleichaltrigen und können von Geschwistern lernen, sodass die Sozialisierung innerhalb einer Kinderkrippe, die Eltern von einer Inanspruchnahme einer institutionellen Betreuung überzeugen könnte, bereits im privaten Haushalt beginnen kann und kein entscheidendes Kriterium mehr darstellt.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Krippenbegriffs und den aktuellen Rechtsrahmen in Deutschland, um das Ziel der Arbeit abzustecken.
2. Strukturmerkmale bezüglich der Entscheidung zur Fremdbetreuung: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss sozioökonomischer Faktoren sowie objektiver und struktureller Hürden auf die Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten.
3. Orientierungsmerkmale bezüglich der Entscheidung zur Fremdbetreuung: Hier werden die subjektiven elterlichen Einstellungen beleuchtet, unterteilt in Bedenken gegenüber der Betreuung und Erwartungen an den Nutzen für das Kind und die Eltern.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert politische sowie institutionelle Handlungsbedarfe zur Verbesserung der Situation für Familien.
Krippe, Fremdbetreuung, Familienkonstruktion, Migrationshintergrund, Bildungsstand, Erwerbstätigkeit, Zugangshürden, Elternentscheidung, Bindungsverlust, Betreuungsqualität, Sozialisierung, Entwicklungsförderung, Kindeswohl, institutionelle Betreuung, Kindertageseinrichtung.
Die Arbeit untersucht die vielfältigen Einflussfaktoren, die Eltern dazu bewegen, für ihre Kinder unter drei Jahren eine institutionelle Fremdbetreuung in Anspruch zu nehmen oder darauf zu verzichten.
Die Untersuchung ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: Strukturmerkmale der Familie und der Rahmenbedingungen sowie Orientierungsmerkmale wie elterliche Bedenken und Erwartungen.
Ziel ist es, die Faktoren, die den elterlichen Entscheidungsprozess beeinflussen, systematisch darzustellen und deren Wechselwirkungen aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung statistischer Daten sowie aktueller Forschungsergebnisse basiert.
Im Hauptteil werden zunächst sozioökonomische Aspekte, Zugangsschranken, elterliche Ängste vor Bindungsverlust sowie Erwartungen bezüglich der Entwicklung und Sozialisierung des Kindes detailliert untersucht.
Zentrale Begriffe sind Krippe, Fremdbetreuung, Strukturmerkmale, elterliche Entscheidungsfindung und Betreuungsqualität.
Der Migrationshintergrund beeinflusst die Inanspruchnahme oft negativ, bedingt durch kulturelle Vorbehalte, Informationsdefizite und bestehende Zugangsbarrieren in Betreuungseinrichtungen.
Großeltern dienen häufig als bevorzugte private Bezugspersonen, besonders wenn Eltern Vorbehalte gegenüber einer sehr frühen institutionellen Fremdbetreuung haben, sofern örtliche Nähe und Gesundheit dies erlauben.
Ein Großteil des Fachpersonals wünscht sich eine gesetzliche Regelung zur Qualitätssicherung sowie bessere Arbeitsbedingungen, um den steigenden Anforderungen in Krippen gerecht zu werden.
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