Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Eigenkapitalkosten
2.2 Fremdkapitalkosten
3. Einführung in Bewertungsverfahren
3.1 WACC
3.2 APV
3.3 Vergleich von WACC und APV
3.4 FTE und TCF
3.5 Vergleichbarkeit der vier Methoden
3.6 Einfluss des CAPM
4. Defizite des WACC
4.1 WACC-Fallacy bei Investitionen
4.2 WACC-Fallacy bei M&As
4.3 Korrigierter WACC
5. Lösungen für die und Kritik an der WACC-Problematik
5.1 Korrektur des WACC nach Koziol
5.2 Kritik an Koziol
5.2.1 Recovery Rate
5.2.2 Insolvenzwahrscheinlichkeit
5.3 Lösung für die WACC-Fallacy
5.3.1 Investitionen
5.3.2 M&A
6. Weitere Defizite und Lösungen
6.1 Annahmen bezüglich Konstanz
6.2 Zirkularitätsproblem
6.3 Lösung des Zirkularitätsproblems
7. Praktischer Vorzug des APV gegenüber dem WACC
8. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Probleme bei der Anwendung des Weighted Average Cost of Capital (WACC) als Instrument zur Investitions- und Firmenbewertung, identifiziert methodische Schwächen wie die sogenannte "WACC-Fallacy" sowie das Ignorieren von Insolvenzrisiken und erarbeitet fundierte Lösungsansätze für die Bewertungspraxis.
4.1 WACC-Fallacy bei Investitionen
Der Wert eines Investitionsprojekts hängt sowohl von den erwarteten Rückflüssen als auch von den Diskontrate ab, mit der die Rückflüsse abgezinst werden. Die Diskontrate kann als Risikomaß beschrieben werden: Je stärker ein Projekt mit Risiken behaftet ist, umso höher ist die Diskontrate und umso geringer ist in der Folge der Barwert eines Projekts im Vergleich zu einem Projekt mit geringeren Risiken und geringerer Diskontrate.
Den Untersuchungen der zugrundeliegenden Studie zufolge verwenden Firmen allerdings häufig dieselbe Diskontrate für alle Investitionsprojekte und lassen somit das individuelle Risiko eines Projekts außer Acht. Dies führt zu einer Überbewertung von tendenziell riskanten und zu einer Unterbewertung von tendenziell sicheren Projekten (vgl. Krueger, et al., 2015, S. 1253).
Die Idee von Krueger et al. im Abschnitt der Investitionsdurchführung ist, dass der WACC-Irrtum umso stärker auftritt, je größer die Risikofehleinschätzung eines Projekts ist (vgl. Krueger, et al., 2015, S. 1263 ff.). Wird das eigentlich korrekte β_DIV einer Abteilung überschätzt (höherer Referenzwert β_REF), so wird gemäß der höheren Risikoeinschätzung weniger investiert. Genau umgekehrt verhält es sich bei einem Referenzwert β_REF, der niedriger eingeschätzt wird als der korrekte Wert β_DIV. Hier wird der WACC kleiner als angemessen sein, sodass überinvestiert wird. Folglich tritt der WACC-Irrtum immer bei Bewertung des Risikos mit β_REF statt β_DIV auf, wenn diese Werte nicht übereinstimmen.
Es wird daher die Hypothese aufgestellt, dass Investitionsmaßnahmen mit größer werdender Differenz der beiden Betas (β_DIV − β_REF; sog. „beta-spread“) auch steigen. Für spätere Ausführungen sei darauf hingewiesen, dass sowohl β als auch der WACC, also die Diskontrate, Maße sind, die Risiken quantifizieren. Obwohl ihre Bedeutungen unterschiedlich sind, kann man daher bei einem erhöhten WACC auch auf ein erhöhtes β schließen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensbewertung ein und stellt die Relevanz des WACC sowie die Notwendigkeit einer kritischen Überprüfung bestehender Defizite dar.
2. Begriffsklärung: Hier werden die fundamentalen Begriffe Eigen- und Fremdkapitalkosten erläutert, die als Basis für das Verständnis der nachfolgenden Bewertungsverfahren dienen.
3. Einführung in Bewertungsverfahren: Das Kapitel bietet einen Überblick über gängige DCF-Konzepte, insbesondere WACC, APV, FTE und TCF, und diskutiert deren methodische Unterschiede.
4. Defizite des WACC: Hier werden die methodischen Schwachstellen des WACC, namentlich die WACC-Fallacy bei Investitionen und M&As, anhand empirischer Untersuchungen analysiert.
5. Lösungen für die und Kritik an der WACC-Problematik: Dieses Kapitel präsentiert Korrekturansätze für das WACC-Modell unter Berücksichtigung von Insolvenzrisiken und diskutiert kritisch deren Annahmen.
6. Weitere Defizite und Lösungen: Es werden zusätzliche methodische Probleme wie die Annahme von Parameterkonstanz und das Zirkularitätsproblem bei der Bewertung adressiert.
7. Praktischer Vorzug des APV gegenüber dem WACC: Hier wird der APV-Ansatz als potenziell überlegenes Instrument hervorgehoben, da er eine differenzierte Beurteilung der Wertbeiträge einzelner Komponenten ermöglicht.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass trotz der Beliebtheit des WACC die Berücksichtigung spezifischer Risiken und die Anwendung präziserer Verfahren wie des APV für eine korrekte Bewertung unerlässlich sind.
WACC, WACC-Fallacy, Unternehmensbewertung, Investitionsprojekte, Kapitalkosten, APV, Insolvenzrisiko, Beta-Faktor, Diskontierung, Discounted Cashflow, Fremdkapitalkosten, Eigenkapitalkosten, M&A, Zirkularitätsproblem, Barwert.
Die Bachelorarbeit behandelt die theoretischen und praktischen Herausforderungen bei der Anwendung des Weighted Average Cost of Capital (WACC) als Standardinstrument der Unternehmens- und Investitionsbewertung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation von Fehlern in der WACC-Anwendung (WACC-Fallacy), der Einbeziehung von Insolvenzrisiken sowie dem Vergleich verschiedener Discounted-Cashflow-Methoden.
Ziel ist es, die systematischen Defizite des klassischen WACC-Ansatzes aufzuzeigen und Lösungswege zu skizzieren, wie Investitions- und Bewertungsprojekte präziser abgebildet werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse finanzwissenschaftlicher Standards und der Auswertung empirischer Studien zur WACC-Fallacy, ergänzt durch mathematische Berechnungsbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Analyse der WACC-Defizite, die Vorstellung von Korrekturmodellen und eine kritische Diskussion der Anwendung von APV gegenüber WACC.
WACC, WACC-Fallacy, Unternehmensbewertung, Kapitalkosten, APV, Insolvenzrisiko und Diskontierung.
Wenn ein Unternehmen den WACC der Hauptabteilung auf Projekte mit abweichendem Risikoprofil überträgt, kommt es zu Fehlallokationen: Sichere Projekte werden unterbewertet und riskante Projekte überbewertet.
In klassischen DCF-Modellen wird das Insolvenzrisiko oft ignoriert; eine präzise Bewertung erfordert jedoch die Einbeziehung der Insolvenzwahrscheinlichkeit und der daraus resultierenden direkten und indirekten Insolvenzkosten.
Der APV-Ansatz erlaubt eine wertadditive Betrachtung, bei der das Unternehmen in seine Einzelteile zerlegt und der Wert des operativen Geschäfts getrennt vom Wert der Finanzierungseffekte (Tax Shield) bestimmt wird.
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