Bachelorarbeit, 2014
64 Seiten, Note: 2,0
1. Problemstellung
1.1 Einleitung
1.2 Relevanz des Themas
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Theorien und zentrale Fragestellung der Arbeit
1.5 Aktueller Forschungsstand
2. Methode
3. Ergebnisse
3.1 Der Rückenschmerz – frühere Betrachtungsweisen
3.1.1 Ursachenforschung von Rückenschmerzen
3.1.2 Diagnoseverfahren
3.1.3 Empfohlene Interventionsmaßnahmen
3.2 Die Vermeidung der Chronifizierung an erster Stelle – Neue Erkenntnisse
3.2.1 Ursachenforschung chronischer Rückenschmerzen
3.2.2 Diagnoseverfahren
3.2.3 Therapiemaßnahmen
3.3 Vergleichende Betrachtung unterschiedlicher Herangehensweisen
3.4 Theoretische Erkenntnisse in praktischer Umsetzung
3.4.1 Kosten, Epidemiologie und Zusammenhänge von Rückenschmerzen
3.4.2 Anwendungen in der Praxis
4. Diskussion
4.1 Faktoren für ausbleibende Besserung
4.1.1 Der Beitrag des Patienten
4.1.2 Die Lehre des Arztes
4.1.3 Die Vergütungssysteme der Ärzte
4.2 Gesundheitsförderung im Beruf
4.3 Finanzierung von Prävention und Gesundheitsförderung
4.3.1 Das Prinzip der Krankenkassen und Krankenhäuser
4.3.2 Das Gesundheitssystem und die alternde Bevölkerung
4.4 Selbsthilfe des Patienten
4.5 Zukünftige Aktionsfelder und Forschungsaufgaben
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Veränderung hin zu modernen Präventions- und Therapieempfehlungen bei chronischen Rückenschmerzen sowie die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren praktischer Umsetzung im deutschen Gesundheitssystem.
3.1.1 Ursachenforschung von Rückenschmerzen
Die Ursachen für Rückenbeschwerden, die in der Literatur am häufigsten angeführt werden, sind zumeist physischer Natur. Howard & Burn (2004, S. 40ff) thematisieren den Ursprung von Rückenbeschwerden beispielsweise aus muskulären, skelettalen und nervalen Perspektiven. Der Aspekt der Schmerzentstehung wird von einigen Werken eingangs thematisiert, wobei teils auch zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden wird (Castro & Schilgen, 1995, S. 3ff), allerdings werden in der Erarbeitung der Ursachen meist nur physiologische Aspekte mit einbezogen, was sich auch in den empfohlenen Therapiemaßnahmen widerspiegelt.
Sehr häufig werden als Ursprung der Rückenbeschwerden Überlastung, falsche Körperhaltung oder sitzende Tätigkeiten identifiziert, also hauptsächlich Aspekte der körperlichen Fehlbelastung. Diese Form von Ursache wird bereits von Kraus (1977) literarisch angeführt und ist bis in aktuellere Schriften von Howard & Burn (2004) übernommen worden. Thematisiert werden hierbei die Bereiche des Gehens oder Sitzens, Alltagsbelastungen wie Hebe- oder Tragetechniken (Howard & Burn, 2004, S. 22ff).
1. Problemstellung: Einführung in die Thematik der Rückenschmerzprophylaxe und Aufzeigen der Diskrepanz zwischen aktuellem Wissen und praktischer Umsetzung.
2. Methode: Erläuterung der literarischen Recherche als primäre Untersuchungsmethode für die vorliegende Arbeit.
3. Ergebnisse: Darstellung des Paradigmenwechsels von rein physischen zu multimodalen Therapieansätzen bei chronischen Rückenschmerzen.
4. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den strukturellen Defiziten im Gesundheitssystem, dem Einfluss des Patienten und den ökonomischen Rahmenbedingungen.
5. Zusammenfassung: Resümee der wichtigsten Erkenntnisse über die Notwendigkeit ganzheitlicher Therapieansätze und systemischer Veränderungen.
Rückenschmerz, Rückenschmerzprophylaxe, Chronifizierung, Biopsychosozialer Ansatz, Prävention, Gesundheitssystem, Rückenschule, Schmerztherapie, Patientenrolle, Betriebliche Gesundheitsförderung, Psychologie, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Arzt-Patient-Interaktion, Schmerzbewältigung, Gesundheitspolitik
Die Arbeit analysiert den Wandel der Sichtweise auf Rückenschmerzen und die Herausforderungen bei der Implementierung moderner, multimodaler Präventions- und Behandlungsstrategien in der Praxis.
Die zentralen Themen sind der Übergang von rein physischen zu biopsychosozialen Erklärungsmodellen, die Rolle von Stress und psychischen Faktoren sowie die strukturellen Defizite im deutschen Gesundheitssystem.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum wissenschaftlich fundierte Neuerkenntnisse bei der Rückenschmerzbehandlung in der ärztlichen Praxis nur zögerlich Anwendung finden und welche Folgen diese Nichtberücksichtigung hat.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden theoretischen Aufarbeitung und literarischen Recherche aktueller Studien und Fachwerke der letzten Dekade.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Ergebnisse zum Paradigmenwechsel und eine anschließende Diskussion über Faktoren wie Überdiagnostik, Vergütungssysteme der Ärzte und die Rolle der betrieblichen Prävention.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Chronifizierung, biopsychosozialer Ansatz, Prävention, Schmerzbewältigung und interdisziplinäre Versorgung charakterisiert.
Da bei ca. 85-90% der Rückenschmerzen kein eindeutiger körperlicher Schadensbefund vorliegt, gewinnen psychologische Stressoren und deren Einfluss auf muskuläre Spannungen als Ursachen für chronische Verläufe massiv an Bedeutung.
Die Arbeit legt nahe, dass ärztliche Vergütungssysteme Anreize für apparative Diagnostik setzen, statt Zeit in ausführliche Anamnesegespräche und die Vermittlung psychosozialer Zusammenhänge zu investieren, was die Behandlungseffektivität mindern kann.
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